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Rumpelfüße in die Rumpelkammer

Rumms! Das hat gesessen: Vier mal hat es hinter Mark Schwarzer eingeschlagen und es hätten gut und gerne acht blitzsaubere Treffer sein können. Es war herrlich mitanzusehen, wie es unsere deutsche Mannschaft geschafft hat mit verwirrenden Kombinationsspiel in höchschtem Tempo den Gegner mit chirurgischer Präzision zu filletieren. Wie an dieser Stelle prognostiziert, gelang unserer Nationalelf die erste wirklich überzeugende Leistung dieses Turniers. Die bedauernswerten Australier wissen jetzt wie es in der Delikatessenabteilung des internationalen Fußballs aussieht. Aus nächster Nähe durften sie eingemachte Özilsardinen nach Müller(in) Art oder Königsberger Klose frisch vom Schweinsteiger bestaunen. Die vorherige Überhöhung der Socceroos war wohl, wenn man es gut mit Löw und seinem Stab meint, taktischem Kalkül geschuldet. Letztendlich waren sie nicht mehr als ein Spielball für einen glänzend aufgelegten dreifachen Weltmeister. Die Art und Weise wie Spielkunst und -freude zelebriert wurden, kam einem irgendwie spanisch vor. Bleibt zu hoffen, dass die Kopie letztendlich besser und erfolgreicher als das Original sein wird, das übrigens - von vielen (vorschnell?) als kommender Weltmeister gehandelt - noch nie in einem WM-Halbfinale gestanden hat.

 

KMH sorgt für Miniskandal

Die nach der EM2000 gesäte Saat des neuen DFB-Jugendkonzepts scheint endlich aufgegangen. Die Rumpelfüße wurden erfolgreich in der Rumpelkammer entsorgt und es scheint als hätten Nigerianer, Griechen, Mario Gomez und die Franzosen diese bereits wiederverwertet. Glücklicherweise erstrahlten auch die Protagonisten des Sommermärchens Klose und Podolski wieder in altem Glanz, zahlten das in sie gesetzte Vertrauen zurück und können nun ihre atemberaubenden Statistiken weiter ausbauen. Man gönnt es ja vor allem dem Miro, auch wenn man ihm nicht gleich einen inneren Reichsparteitag attestieren muss, wie es die ZDF-Maus Katrin Müller-Hohenstein nicht ganz politisch korrekt getan hat. Schwamm drüber, ab heute sind wir wieder wer.

 

Müller for President

Es wird nicht mehr lange dauern bis die Lebensgeschichte von Thomas Müller verfilmt werden wird. Was für eine Story? Ein derart erfolgreiches erstes Profijahr dürfte es wohl wirklich nur bei seinen Namensvettern Gerd und Dieter gegeben haben. Ein abgewichster Hund, dem man auch ohne weiteres zutrauen würde, sofort das derzeit vakante, höchste Amt im Staate zu übernehmen. Ein Segen, dass selbst bei Trochowskiversteher Löw dann doch die Vernunft gesiegt hat. Die Nichtberücksichtigung Müllers wäre die größte Fehleinschätzung gewesen, seit Tommi Ohrner als Manni, der Libero dilletieren durfte.

 

Vuvuzelas hin, Quvuzelas her, das WM-Feeling hat sich für mich endlich bei Spiel 8 eingestellt. Nach  dem Spiel war es berückend zu sehen, wie die Menschen in Deutschland vom Gemeinschaftserlebnis Fußball glücklich und zufrieden nach Hause gekehrt sind, vielleicht sogar die ganzen globalen Krisenherden vergessen haben und nicht mit Sorgen um den Golf von Mexico und schmerzhafter Wut auf BP sondern mit einer Vorfreude auf die internationalen Pressestimmen eingeschlummert sind. Als ich meine Augen schloß habe ich mir vorgestellt, wie unsere englischen Freunde aus ihren Pubs strömten und sich auf den Straßen zuraunten: "Did ya see Germany...? Very impressive!"

 

Bestechung bei der FIFA-Weltmeisterschaft

Schön war's. Dabei hatte der Tag gar nicht so gut begonnen, denn trotz intensivsten Vorbereitungsprogramms inklusive Höhentrainingslager hat der WM-Beobachter doch ein Problem gewaltig unterschätzt: Wohin mit dem anspruchsvollen und renitenten Nachwuchs, wenn der sich nicht davon überzeugen lässt, dass der Platz vor dem Fernseher z.b. während des Straßenfegers Algerien - Slowenien der Hot Spot schlechthin ist? Auch Fans werden erwachsen, müssen Verantwortung übernehmen und dahin gehen, wo es weh tut. In diesem Falle ins Kaufhaus um soviel Tinnef zu kaufen, dass man den lieben Kleinen doch zumindest das 16 Uhr-Spiel abpressen kann. Es hat funktioniert, aber man wird wohl nicht umhin kommen im weiteren Verlauf diverse Male den Eis- und Pommesjoker ziehen zu müssen, verbunden mit der Hoffnung, dass die Kinder nach den vier Wochen nicht so kompakt aussehen wie man selbst...

 

Niederländische Gala?!

Morgen könnten es schon die Holländer sein, die in aller Munde sind. Denn unsere westlichen Nachbarn dürften heute den Dänen einen unangenehmen Nachmittag bereiten und dem Europameister von 1992 keine Chance lassen. Ein Sieg mit 2 bis 3 Toren Differenz ist möglich! Auch die in die Jahre gekommenen Weltmeister aus Italien greifen heute ins Geschehen ein. Paragauy ist ein weltweit unterschätztes Team. Sehr unangenehm zu spielen und mehr als ein knapper Sieg dürfte nicht drin sein. Ein Unentschieden ist sogar wahrscheinlicher.

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Tag(s) : #Dirki bloggt die WM-EM
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