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Eure Mütter...
Rot-Weiß Essen – Fortuna Düsseldorf 1:3 (13. März 2001)

Als ich das letzte Mal mit der Fortuna in (oder heißt es aus?) Essen war, erzielte Fränkie Mill zwei Treffer. Allerdings für den RWE! Man schrieb das Jahr 1976 (!!), trug Fuchschwanz, fuhr Bonanza und spielte Baader-Meinhof. Fortuna ging mit 5:3 gegen den späteren Erstliga-Absteiger baden. Fortan kreuzten wir mit den Ruhrstädtern nur noch selten die Klingen. Umso unverständlicher ist die feindschaftliche Atmosphäre, der blanke Haß, der uns neuerdings entgegen schlägt. Aber auch erwidert wird. Meine intellektuellen Bekanntschaften (Bildungsbürgertum) und ich haben damit nix am Hut und wir wollten uns an diesem Abend aufs rein Sportliche konzentrieren. Dies gelang auch bis zu dem Moment als im einheimischen Fanblock ein Transparent entrollt wurde. Dieser Vorgang zog uns vorübergehend in seinen Bann. Mit Spannung erwartete man Höflichkeiten, wie „Ihr Hühnerficker“ oder „Wir killen Euch alle“. Fehlanzeige. Auf fast jungfräulichem Leinen war lediglich zu lesen: „Eure Mütter“. Weiter nichts. Moment mal. Da fürchtet man um sein Leben, kalkuliert Mord und Totschlag ein und alles womit die Essener ihren Gegner provozierten, war dieses aussagelose, nichtige Eure-Mütter-Plakat. Waren die RWEler außer Form? Oder handelte es sich um ein Rätsel, eine Scharade? Vielleicht bestand ihre Provokation gerade darin, den dummen Düsseldorfern zu beweisen, daß diese nicht genug Grips haben, um dieses Mysterium zu ergründen. Das wäre ziemlich hinterhältig und würde verdammt weh tun. Aber egal. Nach dem 3:1 hatten nur wir Grund zu Lachen und sind Grimassen schneidend an zu allem bereiten Essenern vorbei getanzt. Nach dieser bestandenen Mutprobe werden sich auch meine Ängste davor, entführt, durch einen rektalen Starkstromschock exekutiert und mit einer dritten Brust auf der Stirn wieder geboren zu werden, therapieren lassen. Noch eins ist seit dieser denkwürdigen Regenschlacht sicher: Ich werde alle meine nächsten 10 Söhne Oleg nennen und sie als Fortuna 2025 für die RTL-Weltliga anmelden. Und im Finale gegen Salamander Kornwestheim werde ich im Falle des Rückstandes mit nacktem Oberkörper am Zaun hängen und ein Transparent entrollen, auf dem zu lesen sein wird: „Eure Mütter...“ und wenn ich es umdrehe: „...haben mich alle sitzen gelassen, weil sie Töchter wollten, die mit Püppchen spielen.“ Holt Euch den Cup – für Papi! Und sie werden es schaffen. Es sind die Träume von Männern wie mir, die die Welt verändern.

 

 

 

Wunden gibt es immer wieder
Aue - Fortuna Düsseldorf 2:0 (26.05.2001)

Rhododendron. Mit diesem Wort mußte einfach mal ein Spielbericht begonnen werden. Ich weiß nicht, wie Rhododendron aussieht, nach was er riecht oder schmeckt. Möglicherweise, nein, sogar ganz gewiß, waren die blühenden Landschaften auf dem Weg nach Aue vollgespickt mit Rhododendron, für uns Unwissende nur nicht zu erkennen. Rhododendron ist ohne Zweifel magisch. Gar nicht magisch war dagegen der Auftritt der Pfadfindertruppe in den Fortunatrikots, die eine beschämende Leistung bot und damit sportlich alles zerstörte, was in der Rückrunde mühevoll aufgebaut worden war. Allen voran Weidemann und Marin, die marionettenhaft über den Platz pendelnd, jedes Maß für Paß, Schuß und Zweikampf verloren. Sie boten eine solch desaströse Vorstellung an, wie sie seit den Tagen der unseligen Allievis, Panferows und Kocis nicht mehr gesehen worden war. Für mich unerklärlich und eine der drei größten Fortuna-Enttäuschungen aller Zeiten. Dabei war dieser Tag wie geschaffen für einen Auswärtssieg, vom Kaliber Chemnitz (95), Augsburg (94) oder Köln (89). Strahlend blauer Himmel, unberührte Natur, freundliche Eingeborene, eigenwillige Verfahrenstechnik, Wettrennen mit den Brieftaubenfreunden Sachsen und Reklame für eine Autoblindfahrschule (!?) in Zwickau. Es roch also nach Kult. Doch dieser Geruch verkam in 90 schlappen Minuten zu einem Gemisch aus sonnenverbrannter Haut und schlecht gepflegten Mündern. Welche wahren Absichten die Spieler in diesem Jahr verfolgt haben, bleibt mir ein unerklärlicheres Rätsel als die lemminghafte Begeisterung für unsympathische und unfaire Rennfahrer aus Kölner Vororten. Haben sie den Klassenerhalt wirklich gewollt. Oder war alles von langer Hand geplant? Eine perfekt-perfide Inszenierung dramaturgischer Aufholjagden; nur um am Ende dem verdutzten Fan das Messer noch tiefer in den Rücken zu bohren. Vielleicht hat ein defektes Faxgerät irgendwo am Jadebusen verhindert, daß wir jemals eine Antwort auf diese Frage erhalten.

 

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Tag(s) : #Mirhammasupagespielt
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