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Waka Waka - This time for Africa

Die Zeit des Wartens ist vorbei. Endlich ist der Startschuß zur 19.ten FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft gefallen. Glaube und Hoffnungen waren groß. Sowohl an die besondere, kulturelle Note und die Improvisationskünste des Gastgeberlandes - schließlich handelt es sich um die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent - als auch an sportliche Großtaten.

 

Erste Gruselkicks

Der rauschenden Eröffnungsfeier folgte dann - nicht ganz unerwartet - der erste, kleinere Kater. Während sich Verkrampfung und Nervosität beim Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko zumindest phasenweise legten und beiden Teams jeweils ein prächtiges Tor gelang, neutralisierten sich die einstigen Weltmeister Uruguay und Frankreich gegenseitig und boten direkt den ersten Gruselkick des Turniers, der folgerichtig nur 0:0 ausgehen konnte. Wer sich und die Zuschauer so quält und im Laufe des Turniers auch nicht bereit ist, seine Taktik zu revidieren, der verspielt nicht nur weltweit Sympathien sondern kann i.d.R. auch nach drei Spielen seine Koffer packen und kein echter Fan außerhalb der eigenen Landesgrenzen wird ihnen auch nur eine Träne nachweinen.

 

Ausgeglichenheit auf niedrigem Niveau

Und so scheint sich das Knallen der Champagnerkorken in der ehemaligen Grande Nation nach der Gruppenauslosung, als man sich schon mühelos im Achtelfinale wähnte, als etwas voreilig herauszukristallisieren. Was sich in  katastrophalen Vorbereitungsspielen schon andeutete, entpuppt sich als Tatsache: Frankreich Ansammlung aus gehypten und teuren Weltstars passt sich dem niedrigen Niveau der Gruppe A an. Diese Ausgeglichenheit verspricht zumindest Spannung bis zuletzt, wer denn nun in die K.o-Runde einziehen wird. Mein Tipp lautet: Mexiko und Südafrika.

 

Kakophonie der "Gurus"

Abgesehen von der Enttäuschung über die dargebotene fußballerische Hausmannskost ist es aber ein Segen für jeden echten Fußballfan, dass die Spiele begonnen haben. Die sich in den letzten Tagen rasant zuspitzende Kakophonie der "Gurus" wurde immer unerträglicher. Selbsternannte Experten vom Schlage Matthäus, Hitzfeld, Beckenbauer und der unvermeidliche Pelé schickten im Minutentakt ungefragt ihre Prophezeiungen über das Internet in die Welt hinaus und widersprachen sich dabei selbst auf brutalstmögliche Weise. Vom Kaiser Franz ist man nichts anderes gewohnt, der darf das. Und so enttäuschte er auch diesmal seine Jünger nicht als er zunächst maximal das Viertelfinale für die deutsche Elf machbar hielt, um sich kurze Zeit später persönlich in Südafrika von den Qualitäten der Arbeit seines Nachnachfolgers, Jogi Löw, zu überzeugen und plötzlich den vierten Stern für Deutschland zu prognostizieren. Der Glaube daran ist sowieso vaterländische Pflicht und so liegt es an den Mannen um Kapitän Philip Lahm unsere Lichtgestalt zu bestätigen und Pelé ("Es ist schwer daran zu glauben, dass Deutschland schön spielen wird") und Australiens Goalie Marc Schwartzer ("Die deutschen Torhüter sind schwach") ad absurdum zu führen. Das vorläufige Ergebnis dieser Bemühungen werden wir am morgigen Sonntag erleben.

 

Einmarsch der Favoriten

Aber zunächst betreten heute zwei Turnierfavoriten die Bühne. Während der Tag erneut mit schwer verdaulicher Kost beginnen dürfte (Südkorea - Griechenland, Tipp: 1:1), versprechen Argentinien und England später erste Ausrufezeichen zu setzen. Den Gauchos ist sogar ein etwas höherer Sieg über ein Nigeria zuzutrauen, das zu einer der großen Enttäuschungen dieser WM werden könnte (3:1). England beeindruckte mit einer bärenstarken Qualifikation und solange Trainer Fabio Capello die Zügel fest in den Händen und Enfant Terrible, Wayne Rooney, an der kurzen Leine hält, werden die Vertreter der Premier League von Sieg zu Sieg eilen. Zum Auftakt dürfte ein 2:0 gegen die USA gelingen.

 

Kulturgut oder industrieller Plastikmüll

Zu einer WM, gerade in Afrika, gehört nicht nur das Aneinanderreihen von Toren und Tabellen sondern auch ein Blick auf die Bilanz hinter der glitzernd-inszenierten FIFA-Fassade. Man kommt nicht umhin diesen unangenehm monotonen Klangteppich zu erwähnen, der von diesen schrecklichen Vuvuzelas erzeugt wird. Das verursacht selbst beim gutmütigsten TV-Konsumenten eine leichte Gereiztheit. Man kann den Kotau der FIFA vor diesem vermeintlichen afrikanischen Kulturgut insofern nicht nachvollziehen, da es sich um ein erst kürzlich aus Amerika eingeführtes und industriell massengefertigtes Produkt handelt. Feht nur noch das FIFA-Wappen auf der Tröte. Man wird sich dran gewöhnen müssen.

 

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Tag(s) : #Dirki bloggt die WM-EM
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