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Die Lohausenliga vor ihrer 66.ten Saison – 2011/I

Jeder, der einmal selbst gegen „das Runde“ getreten hat, weiß, dass Fußball schwer und einfach zugleich ist. Fußball ist Gemeingut und nicht allein für die gemacht, die besonders geschickt mit dem Ball umzugehen verstehen. Deshalb bietet dieser Sport genug Inseln des Glücks, auf denen das Gruppenerlebnis winkt und das Einzeltalent entdeckt werden kann. Eine dieser Inseln ist die Lohausenliga, die seit 1977 ihre Weggefährten in ihren Bann zieht. Der einzig verbliebene Spielort im Nordpark feierte dieser Tage seinen 30.ten! Im Januar 1981 erfolgte der Umzug vom umgerüsteten Maisfeld „Im Lohauser Feld“ nach Stockum. Zwischenzeitlich fanden die unterschiedlichen Ligen ihre Heimat auf dem Diakonie-Platz an der Alten Landstraße und im Horten-Park am Leuchtenberger Kirchweg (heute Bonzensiedlung). Vereinzelt musste auf die Rheinwiesen oder den alten Aschenplatz an der Niederrheinstraße in Kaiserswerth (heute Park- und Kirmesplatz) ausgewichen werden. In den glanzvollen 80ern, kämpften knapp 30 Teams von Liga 1 bis 3 um Punkte. Selbst so schillernde Stars wie Egon Köhnen, Jörg Schmadtke, Helmut de Raaf und Mike Büskens griffen ins Geschehen ein. Damals waren mehrere hundert Besucher keine Seltenheit. Unerklärlicherweise kamen bei schlechtem Wetter meist doppelt so viele Fans wie bei Sonnenschein. Das Abenteuer, als verschworener Haufen eine 70-minütige Kraftprobe siegreich bestehen zu können ist für viele noch immer ein unvergleichlicher Ansporn. Deshalb blieb der enorme Stellenwert der Liga bis weit ins Erwachsenenleben hinein für jeden Einzelnen unantastbar. Mit der eigenen Familie als Zuschauer, Spieler oder Maskottchen Teil der gesamten Lohausenligafamilie zu sein, wird auch in Zukunft eine äußerst reizvolle Freizeitaktivität darstellen. Auch wenn die wilden Anfangsjahre lange vorbei sind als in der ligaeigenen Postille Sport & Humor regelmäßig „Skandale, die (bislang) nie bekannt wurden“ aufgearbeitet werden mussten. Wer erinnert sich nicht gerne an die Auseinandersetzungen zwischen dem einstigen Meisterkapitän Rolf Eitel (1979 mit Gras Grün) und dem Seemannrocker? Sowieso unerreicht bleibt die Story über Alte-Herren-Verteidiger Harry „Happy“ Hepp (1980 erster beim Wettsaufen auf Formentera mit 17 Litern Bier!), dessen Frau im Karneval 1983 blitzeblau in der Altstadt einem verkleideten Seemann ein Schlauboot „klaute“, in dem man erst „Trockenrudern wollte“ um es nachher als Trophäe mitzunehmen. Die einschlägigen Boulevardmedien widmeten sich ausgiebigst diesem Thema, brachten den „skurrilsten Diebstahl des Jahres“ zum Glück aber nicht in Verbindung mit der Liga. Seit sich der letzte zuverlässige Schlagzeilenproduzent Bernd „Grille“ Grillemeier aus dem aktiven Geschehen zurückgezogen hat, ist in dieser Hinsicht Ruhe eingekehrt, aber sportlich blüht die Liga seit der Einführung des Gruppensystems wieder auf und das ist auch gut so. Auf eine faire und spannende Sommersaison! 

 

Gruppe A:

 

Spirit of Pelé  

 

…ist dabei seit 1993 / …bestreitet seine 33.te Saison / …belegt den 20.ten Platz in der ewigen Tabelle

 

Drei Jahre nach ihrer Gründung waren Spirit noch das schlechteste Team der gesamten Liga (Platz 6 in LL3). Damals hieß es in Sport & Humor zur Saison 96/1: „Die Siege sind an einer Hand abzuzählen. Gleichwohl steckt Coach Stephan Bischoff nicht auf. Vielleicht kommt ja doch noch der Durchbruch. Man glaubt es aber leider nicht mehr.“ Bis zur ersten und bislang einzigen Meisterschaft 2004/I hat es dann aber nochmal 8 Jahre gedauert. Meilenstein und zugleich Wendepunkt auf diesem Weg war die Ankunft des damals 16-Jährigen Sebastian Stemmer (2002/I). Der ehemalige Fortuna-Jugendspieler ist im Laufe der Jahre zum Primus Inter Pares bei Spirit of Pelé avanciert. Laut des rührigen Kapitäns, Stephan Bischoff, liegt Stemmer inzwischen „ganz weit vorne“. Und das nicht nur statistisch betrachtet bei „Einsätzen und Toren“ sondern auch als gute Seele des Teams „beim Trikotwaschen, Tränen vergießen, Tor tragen und Eintagsfliegen anschleppen“.

 

Viele Tränen mussten zum Ende der vergangenen Saison getrocknet werden als nach einem hochdramatischen Finale – neben artigen Komplimenten - nur die dritte Vizemeisterschaft übrig blieb. Dabei war man das mit Abstand konstanteste Team der Liga. Die Vorrunde wurde mit fünf Siegen abgeschlossen und auch in Viertel- (4:0 gg Ente Lippens) und Halbfinale (2:1 Abwärts) ließ man den Gegnern keine wirkliche Siegchance. Aber am 18.12.2010 waren auf schneebedecktem Geläuf die Flyers das glücklichere Team und konnten in der Schlußphase einen zwischenzeitlichen Rückstand noch in einen 3:2-Sieg ummünzen. Neu-Spirit-Keeper Branko Jurkin, der eine große Verstärkung darstellt und eine chronische Schwachstelle behoben hat, war tagelang untröstlich. Aber inzwischen präsentiert man sich wieder angriffslustig und setzt sich forsch den erneuten Finaleinzug als Ziel, dieses Mal selbstredend mit dem besseren Ende für sich.

 

Dabei helfen wird der von langer Knieverletzung genesene Bremen-Rückkehrer Stefan Büssenschütt. Auf der Sollseite stehen aber die (Teil-)Rückzüge der Antenne-Düsseldorf-Moderatoren Arne Klüh (lieber Bezirksliga-Abstiegskampf mit BV04) und Oliver Bendt (berichtet immer „live“ von den Fortuna-Spielen). Klüh steht nur noch in Notfällen zur Verfügung (wie der Ligakenner weiß, treten diese in unschöner Regelmäßigkeit ein). Der größte Malus ist aber der Ausfall des fanatischen Kapitäns, Stephan Bischoff, der durch einen schlimmen Knorpelschaden im Knie auf unbestimmte Zeit zum Zuschauen verurteilt sein wird.

 

Fazit: Ob die Truppe ihre starke Vorsaison bestätigen und ihr Saisonziel erreichen kann,  hängt in erster Linie davon ab, ob der wieder ranke und schlanke Stemmer sich auch weiterhin in Spiel- und Torlaune (12 Treffer in 2010/II) präsentieren wird. Noch forschen die Opponenten nach geeigneten Mitteln um den Mann, der gerne mit großen Schritten durchs Mittelfeld pflügt, wie Obelix durch römische Kohorten, zu stoppen – bislang aber vergeblich. Wenn dann noch Stemmers zuletzt wieder aktivere, kongenialer Partner, Arno Zimmermann, und der torgefährliche Alex Friedrich dabei sind, gehört die Spirit-Offensive zur Creme de la Creme der Liga. Dann, aber nur dann, führt der Weg zur Meisterschaft ausschließlich über Spirit of Pelé. In Gruppe A wird es erneut ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Globes um Platz 1 geben.

 

Wertung:       5 ½ Bälle    

 

Beim nächsten Mal beschäftigen wir uns mit der Mannschaft, die es schneller als alle anderen in die 1. Liga geschafft hat.

 

 

FC Kastanie 08 

 

2009 / 5.te Saison / 49. Platz in der ewigen Tabelle

 

Es ist kaum zu fassen, aber Kastanie war (neben Eintracht) eines von zuletzt nur zwei Teams, die weniger als 18 Jahre der Lohausenliga angehören. Mit Neuling Freistaat Zeit kommt nun ein weiteres hinzu. Leider weiß der Ligakenner nicht viel über die Jungs in den braunen St.-Pauli-Leibchen. Warum wurde beispielsweise diese - wenig den lokalen Gegebenheiten entsprechende - Garderobe ausgewählt? Es scheint fast so als würden die Jungs um Dominic Härte noch ein wenig mit der Liga fremdeln. Auch der Kapitän konnte nur wenig Erhellendes beitragen: „Die gesamte Truppe ist entstanden über einen Winterkick bei Cosmo Sports. Dort trafen sich Spieler aus ganz unterschiedlichen Ecken. Irgendwann einigte man sich darauf im Sommer auch draußen zu spielen. Als Spielort wurde die Wiese neben dem Aquazoo gewählt.Der Name Danach Kastanie 08  hat sich gebildet beim gemeinsamen Bierchen in der Kneipe Kastanie nach einem abendlichen Dienstags-Kick. Über Torsten Grube (Fanatic), der bei uns mitgespielt hat, sind wir dann auf die Idee gekommen, eine Mannschaft in der Lohausenliga zu melden.“ Aha! Für eine Vorschau ist diese sparsame Selbstauskunft definitiv zu wenig. Also wird gegoogelt und siehe da, man erfährt Folgendes: „Die Kastanie ist einer der schönsten Bäume in unseren Gärten und Parks. Sie blüht wunderschön im Frühling, sie spendet Schatten und Sauerstoff im Sommer.“ Das sind ja schon mal vielversprechende Aussichten für die anstehende Frühjahrssaison.

 

Die eigene, knapp zweijährige Ligageschichte verlief einigermaßen turbulent. Nachdem es in der Debütsaison durch ein 4:0 über Fanatic direkt zu einem rekordverdächtigen „Durchmarsch“ in die erste Liga kam, wurde dort heftig Lehrgeld bezahlt. Sieg- und chancenlos gegen die Ligadinosaurier landete man auf Platz 8 mit 2:12 Punkte und 13:42 Toren. In Saison drei (2010/I) wurde dann – als die Liga erstmals im neuen Zweigruppenmodus spielte – der Einzug ins Viertelfinale um mickrige 3 Törchen verpasst. Und 2010/II ging es noch knapper zu. Im direkten Duell um den letzten freien Play-off-Platz unterlag man Abwärts erst in der 69. Minute mit 2:3. Bei einem Remis hätten sich die Kastanien Platz vier gesichert und gleichzeitig den 11-fachen Meister aus den Top4 gekegelt. Gar nicht auszudenken, was da los gewesen wäre. Zum Glück blieben der Öffentlichkeit schlimme Bilder von Amokläufen hitzköpfiger Abwärts-Männer erspart und Kastanie durfte früher in die Winterpause.

 

Das Durchschnittsalter der Kastanien dürfte auch schon leicht über der kritischen „40“ liegen. Da ist es nicht verwunderlich, dass man konditionell eher limitiert ist. Dafür glänzen Akteure wie Thomas Kommerell und Bachtiar Kutup mit sauberer Technik. Das eigentliche Trumpf-As ist aber Lockenkopf Lars Egbers. Der Torjäger (8 Treffer in 2010/II) zeichnet sich durch Reaktionsschnelligkeit, Dribbelstärke und Kaltschnäuzigkeit aus. Bleibt zu hoffen, dass er sich in Zukunft nicht seinen Lieblingssportler, Ranisav Jovanovic, zum Vorbild nimmt. Denn der Null-Tore-Mann von Fortuna Düsseldorf wartet geduldig seit dem 04.12.2009 auf einen eigenen Treffer.

 

Fazit: In Gruppe A müssen die Kastanien theoretisch nur eine Mannschaft (außer RWL und FSZ) hinter sich lassen um mit dem Einzug ins Viertelfinale für Furore zu sogen. Ein Ding der Unmöglichkeit ist das nicht. Aber Lars Egbers müsste schon in jedem Spiel dabei sein und regelmäßig treffen, damit K08 mehr Punkte als Ente Lippens oder Tipp Kick einfahren kann. Seitens der Mannschaftsleitung musste aber bereits eingeräumt werden, dass Egbers momentan abgetaucht ist. Das sind natürlich betrübliche Vorzeichen. Auch ist der Trupp auf der Torwartposition nicht optimal besetzt. Hier herrscht Rotation pur. Es scheint fast so als hätte jedes Kadermitglied schon zwischen den Pfosten gestanden. Nicht selten wird auch im Spielverlauf noch der Keeper getauscht. Zuletzt „opferte“ sich zumeist Kapitän Härte auf. Aber auch er dürfte kein ausgebildeter Goalie sein. Eine Verstärkung im Tor wäre eine gute Idee! Darüber hinaus wünschte man den Kastanien ein wenig mehr Flair. Alle wirken so schrecklich nett und vernünftig. Spektakuläre Bunga-Bunga-Parties wird man bei K08 wohl niemals erleben…

 

Wertung:       2 ¾ Bälle    

 

 

Tipp Kick Reide 

 

1980/II / 61.te  Saison / 7. Platz in der ewigen Tabelle

 

In der Liga gibt es gleich mehrere heiße Oscar-Kandidaten für die „vom-Tellerwäscher-zum-Millionär“-Story: Abwärts, die Globes, selbst die Flyers. Aber das schönste Cinderella-Märchen haben unbestritten die Männer von Tipp Kick Reide hingelegt. They never come back heißt eine alte Sportler-Weisheit. Nicht nur die Schwergewichtsboxer Muhammed Ali und George Foreman haben dies widerlegt sondern auch die Tipp Kicker aus Rath: Einstieg im Sommer 1980, Meister 1984/II,  1992 verdientermaßen die Wild Card für Liga zwei abgegriffen und dann 2008/I die erneute Meisterschaft, ein knappes Vierteljahrhundert nach dem ersten Triumph. Immer dabei: Die unvergleichlichen Bentens-Cousins (Helmut und Peter) sowie Keeper Andreas Jakubiak. Eine hollywoodreife Story mit den Zutaten Leidenschaft, eiserner Willen und Freundschaft!

 

In der Meistersaison 84/II gelangen TKR unfassbare 76 Treffer. Wobei die Starstürmer Frank Rüdingloh und Jörg Hampeter jeweils 26 mal trafen. Doch beide standen in der Folgezeit (vorerst) nicht mehr zur Verfügung und so begann ein schleichender Niedergang. Obwohl der Trupp auch später mit Rainer Strecker (Meister mit Fortuna Derendorf) und Andreas Mühle (aus der Dynamo-Konkursmasse) über herausragende Spieler verfügte sind ihnen Stars eher unheimlich. Doch einer ragt einfach heraus: Peter Benten, der über Jahrzehnte alles nur Erdenkliche für Tipp-Kick geleistet und sich für die Mannschaft aufgeopfert hat, bis er sich wegen einer in einem Ligaspiel erlittenen sehr schweren Verletzung definitiv aus dem aktiven Spielbetrieb zurückziehen musste. Aus diesem Grund gaben die Bentens auch die Organisation ab und zogen sich aus der Liga zurück. Ein wahres Drama und ein Riesenverlust nicht nur für TKR sondern für die gesamte Liga-Gemeinde.

 

Es ist noch gar nicht so lange her, da konnte man die Welt schön übersichtlich in schwarz und weiß einteilen. Zur Orientierung reichten wenige unumstößliche Wahrheiten, die ewige Gültigkeit besaßen: Banken sind seriöse Institutionen, die Dein Geld mit Sorgfalt und Kompetenz verwalten; Fische leben auf Bäumen und ernähren sich von Bleistiften; Anna Nicole Smith hat ihren Milliardär (89) aus Liebe geheiratet und – am wichtigsten von allen – die Lohausenliga ist ohne die Familie Benten undenkbar! Aus – Vorbei!

 

Ohne die beliebten Bentens wird nichts mehr so sein wie zuvor. Schwer vorstellbar, dass bei den populären Ligaratssitzungen, zu denen jedes Team nur einen Vertreter entsenden darf, aber immer beide Bentens einträchtig nebeneinander saßen, jemand diese Lücke schließen kann. Die Organisation ist nun in den Händen von Peter Schmidt gelandet. Dass er mit seinen Händen umzugehen versteht, hat Peter jahrelang als Torwart der Hechte bewiesen. Da gibt es keinen Qualitätsverlust. Aber die Wärme der Bentens wird fehlen, auch wenn Helmut noch ab und an als zuverlässiger Abwehrstabilisator eingesprungen ist und dies hoffentlich auch weiterhin tun wird. Und Peter vom Spielfeldrand aus mit fiebert, immer noch gehandicapt von seiner mittlerweile knapp ein Jahr zurückliegenden schweren Achillessehnenverletzung. Schon vor längerer Zeit hat sich Bubi Benten zurückgezogen. Auch ihn wird man schmerzlich vermissen, ist man als Stürmer doch immer wieder gerne an seiner Hüfte abgeprallt.

 

Für das eigene Ausscheiden (von Null Null) im Viertelfinale (1:2) gab es somit nicht den Trost, dass dies gleichbedeutend mit einem Triumph der Bentens war, sondern es geschah halt einfach nur gegen Tipp Kick 2.0. Beschlagene Fußballer wie Roland „Dilly“ Gajewski, Raymond Bartsch, Stephan Krämer und Denis Delic bilden nun das Rückgrat des Teams. Adjustiert vom unverwüstlichen  Alt-Rheinwiesen-Kämpen Burkhard Gerlach. Und in den Torjägern Sascha Hartlich und Leo Wellens hat man bereits vor geraumer Zeit würdige Nachfolger für Rüdingloh/Hampeter gefunden, wenn auch eine Nummer kleiner.

 

Fazit: In 2010/II kam nach souveräner Vorrunde und einem mehr als glücklichen, nicht unbedingten verdienten Viertelfinalsieg über Null Null (2:1) das Aus in der Vorschlußrunde gegen den Wintermeister, die Flyers (3:4). Kapitän Schmidt und seine Mannen peilen wieder das Halbfinale an. Man muss aber zusehen, dass in der Gruppenphase die bestmögliche Platzierung herausspringt, sonst könnten wieder die Flyers zu Beginn der K.O.-Runde das Saisonaus bedeuten. Manko: Die Abhängigkeit vom Sturmduo ist natürlich riesig. Hartlich und Wellens trafen je 9 mal und steuerten damit 18 von insgesamt 25 Tipp-Kick-Treffern bei. Sollte es hier mal zu termin- oder verletzungsbedingten Ausfällen kommen, ist im schlimmsten Fall sogar ein Vorrundenaus denkbar. Läuft alles nach Plan, kämpft man mit Ente Lippens um Platz drei, wobei dem direkten Duell am 30. April vorentscheidende Bedeutung zukommen wird.

 

Wertung:       4 ¾ Bälle    

 

Morgen erfahren wir, wer mimosenhaft begonnen und sich zum humorvollsten Team der Liga entwickelt hat, aber zuvor noch die…

 

 

Ente Lippens

 

1990/II / 41.te Saison / 9. Platz in der ewigen Tabelle

 

Unser heimlicher Star heißt...

Dackel Elmar R.I.P. Weil er auf dem Platz keine Gnade kannte und bis zum letzten Atemzug mit der Lohausenliga ganz eng verbunden war. Ein Vorbild durch und durch.

 

Unser größter Erfolg war..

… das erste Aufblasen der neuen Tore. Obwohl: Noch größer war eigentlich die Freude über den nicht für möglich gehaltenen Erfolg, als wir das Tor auch zum ersten Mal wieder vollständig in die Tasche bekommen haben. 

 

Unser größter Skandal war...

Unrühmlich zu erwähnen ist da sicherlich ein Match im Frühjahr 2001, als alle angemeldeten Spieler nicht nur tatsächlich auch am richtigen Tag erschienen, sondern alle, und zwar ausnahmslos alle, umgezogen UND pünktlich - tatsächlich also auch noch vor der Anstoßzeit - bereit waren. Wir haben es aber durch viele interne Krisensitzungen und Einzelgespräche hinbekommen, dass sich solcher Art Schlendrian nicht weiter ausbreitetet. Schon in der zwoten Jahreshälfte war wieder alles beim Alten. Und wir arbeiten hart daran, dass sich diese Missstände nicht wiederholen.

 

Unsere Selbsteinschätzung für 2011/I lautet...

Da gibt es gar kein Vertun: Wir streben natürlich das Triple an.

 

Meister in der kommenden Saison wird...

Wenn wir es nicht schaffen sollten, dann gibt es einen Geheimfavoriten, den keiner so richtig auf der Rechnung hat: RWL! Das klappt aber nur, wenn Malte durchspielen darf.

 

All-time-Statistik

Sollte 00 für uns eine Statistik mitgeführt haben, wären wir für die Übergabe der Daten (gerne auch an einer Autobahnraststätte) gegen entsprechende Honorierung sehr dankbar. Wir haben so etwas nicht mitgeführt, denn bei uns war immer "die Mannschaft der Star", wie es uns unser früherer Mentalcoach B. Vogts immer eingebläut hat

 

Neuigkeiten rund ums Team

Da gab‘s natürlich letztens Jahr wie immer ein paar weniger interessante Dinge wie Kinder kriegen, Taufen, Scheidungen, zweite Hochzeiten und Abwerbeversuche einiger Stammspieler durch Wolf Werner. Nicht der Rede wert. Richtig aufgemerkt haben wir aber bei der Nachricht, als unser Abwehrdino Piet (Paschke) ein neues Handy bekommen hat. Das wurde natürlich ganz spontan entsprechend gefeiert.

 

Eines muss man Ente Lippens zugutehalten: Wo früher vom Ligakenner vereinzelt Mimosenhaftigkeit konstatiert werden musste, ist heute anspruchsvoller Humor, ja fast schon feinste Selbstironie zu verzeichnen. Nicht zuletzt davon kann man sich auf der hauseigenen Facebook-Seite ein Bild machen. Insgesamt findet dort ein reger Austausch zwischen Akteuren, Angehörigen und Fans statt. Auch Ex-Spieler oder Gegner kommen zu Wort. In kleinen Filmchen kann man sich an den Statements erfreuen, die den Spielern unmittelbar nach ihrem Einsatz in Matsch und Schnee abgerungen wurden. Absolut sehenswert! Es wäre äußerst belebend, wenn sich andere Alt-Ligisten ein Beispiel an den modernen Kommunikationsformen nehmen würden. Mit ihrer lebhaft-aktiven Online-Community befinden sich die Multimedia-Pioniere von Lippens sehr weit vorne. Nicht ganz vorne, aber zumeist gut platziert sind die Enten nunmehr seit 21 Jahren in der Liga. Im Nachhinein kann man die einzige Meisterschaft 1993/II, als man den damaligen Seriensieger Abwärts in einem hochdramatischen Finale (13:12 n.E.) bezwingen konnte, als „lucky punch“ einordnen. Obwohl man das typische Auf und Ab vieler Mannschaften vermeiden und sich zumeist stabil unter den Top 10 halten konnte, jagt man seit 17 Jahren vergeblich dem „zweiten Stern“ hinterher. Während Männer der ersten Stunde, wie Peter Paschke (häufig unterschätzt, aber ungemein wichtig), Mario d’Aloisio und Norman Menzel nach wie vor unverzichtbarer Bestandteil des Teams sind, kann man unter www.entelippens.deschön nachvollziehen, wie aus ehemaligen (Meister-)spielern der goldenen 90er zunächst Reservisten (Drewitz, Tutaß, Weiler, Krümpelmann) wurden bevor man (als Höchststrafe?) den Stempel Fan (Stefan Korff) aufgedrückt bekommt.

 

Fazit: Die neue Kapitäne Boris Bartels und Patric Fassbender haben das Amt von Peter Paschke übernommen, der sich zukünftig mehr auf seine Tätigkeit als LSV-E-Jugend-Trainer konzentrieren möchte. Bartels und Fassbender werden mit ruhiger Hand Piets erfolgreiche Arbeit fortführen, gleichzeitig aber auch für Belebung sorgen. Zum Erfolgsrezept gehört, dass um die Urgesteine herum der Kader sukzessiv mit Leistungsträgern „gescheiterter“ Ligisten verstärkt wird. Das begann mal mit Bartels selbst (Ex-Brombären, Ex-Ugly-Nobby-Stiles). Später kamen Ansgar Kortum (Excelsior), Tobias Buntenbroich (Young Boys) oder Branko Jurkin (Null Null, mittlerweile zu SoP geflüchtet) dazu. Als Volltreffer erwiesen sich auch Frank Merry (putzt Strafraum und gegnerische Schienbeine sauber, wie sein Arbeitgeber ISS den DEG-DOME) und Peter Ambos (Top-EL-Torjäger mit 6 Treffern). Spieler, die sich in der Vergangenheit nicht an die internen Regeln gehalten und nicht über das state-of-the-art-Anmeldesystem auf der Homepage ihre Beteiligungen angekündigt haben, wurden „aussortiert“. Ob das der Grund ist, warum Top-Youngster Yannick Esken zuletzt nicht mehr im Aufgebot stand, ist nicht bekannt. Der junge Stürmer könnte den Enten die Wartezeit auf den zweiten Stern verkürzen. Denn auch wenn auf dem Weg zur Qualifikation für das Viertelfinale keine Hürden auszumachen sind, wäre der Einzug in die Vorschlußrunde eine Riesenüberraschung, auch wenn die Enten an einem perfekten Tag jedes Team besiegen können.

 

Wertung:       4 ¼ Bälle    

 

 

Fanatic Soccers 

 

1985/II / 51.te Saison / 8.ter Platz in der ewigen Tabelle

 

Fanatic dem Ligakenner näher vorzustellen, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Fanatic ist ein Riese, neudeutsch würde man fast sagen, eine Marke. Jahrelang hat der Trupp nicht nur auf dem Platz sondern auch auf der Ratinger, in Blauwal und Café Sachse oder auf allen Feten bestimmt, wo es langgeht. Wenn es Fanatic nicht geben würde, müssten sie erfunden werden. Leider zieht sich der ehemalige Sommersaisonabonnementsmeister für seine Exzesse mittlerweile in die Türkei zurück und hofft so, dass nur wenig Peinliches ans Licht der Öffentlichkeit gerät. Ganz anders war das 1986 als man zum ersten Mal in die 1. Liga einzog. Die Aufstiegsfeier, die nur bis 21 Uhr dauern sollte, da es Sonntag und bereits nachmittags losgegangen war, artete aus. Nachdem das reichliche Faßbier leer war, wurde Flaschenbier besorgt und in die leeren Fässer gekippt, damit wieder Faßbier da war. Plötzlich kam die Polizei und alle mussten flüchten. Dem ruckartigen Ende der Feier folgte ein schlimmer Spießrutenlauf mit Polizei, aufgebrachten Nachbarn und Eltern. Einige Fanatics irrten danach durch Lohausen und fielen in die Vorgärten. Dass man es ein halbes Jahr später als frischgebackener Meister noch viel derber krachen ließ, beweist noch heute eine kleine Beule am Super-Bowl von der - der Legende nach - „nur Fanatic weiß, woher sie stammt“.

 

Ralph Sachse, damaliger Gastgeber, langjähriger Chef und ein LL-Kind der allerersten Stunde, äußerte den Wunsch, dass „der Stamm der Mannschaft, der seit 1985 zusammen ist, noch häufig wird auflaufen können“. Kaum zu glauben, aber dieses Zitat stammt von 1992! In den letzten 19 Jahren dürfte der Stamm, bestehend aus den Rekordspielern Ralph Sachse, Frank Köhler, Volker Hellbeck, Christian Schumacher und Thomas Lowinski sehr häufig zusammen aufgelaufen sein. Nur Ralph (1. Liga-Torschützenkönig 1988/I) selbst zieht sich zunehmend zurück. Letzte Saison reichte es bloß zu einem Kurzeinsatz. Das ist schade. Genauso bedauerlich ist der Umstand, dass der stolze Meister der Sommersaisons 1987 und 88 mit seiner einstigen Stammformation nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Für Fanatic ist Lohausenliga Hoffnung, der Glaube ans Morgen, die Gewissheit, dass es weitergeht, wenn auch nicht immer im gewünschten Tempo. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, wie lange sich Ehrgeiz und Motivation noch durch Erfolgsmeldungen, wie „Punktgewinn gegen Abwärts mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren“ (2:2 am 01.11.2010) oder „Fanatic-Touren mit 27 und mehr Mann, von denen mittlerweile allerdings nicht mal die Hälfte auf dem Platz stehen. Fanatic feiert stetig und mit steigender Tendenz. Als würden wir nie alt…“ stillen lassen. Aber vielleicht sind Siege gar nicht so wichtig. Schließlich sagte schon Konfuzius: „An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter.“

 

Fazit: Der Wunsch weiterhin nur mit Akteuren aus dem eigenen Freundeskreis aufzulaufen, ist aller Ehren wert und spiegelt im ursprünglichsten Sinn den Geist der Lohausenliga wider. Wird aber unweigerlich dazu führen, dass die (wohl leicht ironisch gemeinte?) Selbsteinschätzung „Fanatic erreicht die Play-offs“ nicht nur 2011/I nicht sondern NIEMALS mehr erreicht wird. Unlängst musste beim Testkick gegen Meister Flyers (beim Stand von 0:9 hörte man auf zu zählen) ein enormer Klassenunterschied zwischen beiden Teams konstatiert werden. Die körperlichen und seelischen Schmerzen, die da jeder Fanatic-Akteur bei der Ausübung seines Hobbys verspürt haben mag, konnte man bis in den letzten Winkel des Nordparks spüren. Dieses Team hat aber kein Mitleid sondern Respekt verdient. Deswegen muss man sich komplett neu aufstellen, will man auch weiterhin voller Freude dem Ball in der Liga hinterherjagen und sich nicht permanent abschlachten lassen. Der Ligakenner kennt keinen Grund, warum ein kampfstarker Mann wie Henning Rieck nicht mehr dabei ist. Achim Krause, Oliver Oborski und Torsten Grube mögen rechtschaffende Fußballer sein, helfen aber in keinster Weise die eklatanten läuferischen Probleme zu kompensieren. Lohausenliga bedeutet auch Veränderung und Erneuerung. Mit dem Einbau der jungen Talente Lukas Leistenschneider und Kevin Adducci war man schon auf einem guten Weg. Tom Hellbeck (15) könnte als nächster Nachwuchsstar hinzustoßen. Nur sollte man sie nicht als Luckenbüßer sehen, sondern sie für Team und Liga begeistern, damit sie in den nächsten Jahren in die zugegebenermaßen recht großen Fußstapfen der Ex-Meister reinwachsen und die Existenz der Marke Fanatic für das nächste Vierteljahrhundert sichern können. Bis das soweit ist, muss man weiter von Kapitän „Schumi“ Schumachers Enthusiasmus und der Aussicht auf das leckere Bierchen danach leben. In dieser Saison kann es - im Wettstreit mit RWL- nur um Platz 6 in Gruppe A gehen. Abschließend möchte ich mich für die ungeschminkte Einschätzung entschuldigen, aber mich treibt die Sorge um, dass Hellbeck & Co. unter der Last derber Schlappen gegen Globes und Spirit komplett die Lust verlieren und sich auflösen könnten. Das wäre furchtbar, denn Fanatic hat dem Ligakenner viele schöne Stunden bereitet. Noch heute wache ich nachts schweißgebadet auf und denke daran, wie die Fanatics im Dezember 1985 das damals schier unbesiegbare DAF-Team bei Eis, Schnee und Glühwein (fast) in die Knie gezwungen haben (4:4 nach 4:0-Führung). Eine unvergessliche Sternstunde!

 

Wertung:       2 Bälle    

 

Als nächstes wird eine Abhandlung über die Kannibalen der Liga folgen!

 

 

Folge 6: New Globes (formerly known as Angermund Globetrotters)…

 

…ist dabei seit 1986/I / …bestreitet seine 47.te Saison / …belegt den 4.ten Platz in der ewigen Tabelle

 

Dass die New Globes schon immer Erfahrung hatten im „Fressen und gefressen werden“ beweist ein Blick zurück in die Anfangstage. In diesen frühen Jahren, mit weitestgehend anderer Besetzung (nur Guido Zimmermann ist von Beginn an bis heute dabei, die Pütz-Brüder seit 1988) als das spätere Meisterteam, waren die Globes ein reines Angermunder Stadtteilensemble und gern gesehenes Fischfutter. Zwischendurch musste sogar zwei Mal (Abstieg 1986/II nach einem 0:14 im Relegationsspiel gegen die zu Recht in Vergessenheit geratenen Schloßherren, sofortige Rückkehr im Sommer 87. Erneuter Abstieg 1990/II als Tabellenletzter der zweiten Liga) die Liga komplett verlassen werden. Damals hätte nicht mal Ante Sapina und seine Cafe-King-Gang darauf gesetzt, dass die Globes 20 Jahre später der Rekordchampion sein würden und doch ist es geschehen! In ihren 46. Saisons konnten sie stolze 13 Mal den Super Bowl in den Himmel recken. Vor allem in den sechs Jahren nach ihrem ersten Titelgewinn (1995/I) haben sie praktisch alles abgeräumt. Bis 2001/II war man der totale Dominator, quasi die „Kannibalen“ der Liga. Danach folgten zwar „nur“ noch vier Meisterschaften (2004/II, 2x2007, 2010/I), doch Libero Pütz fügt relativierend hinzu: „Dafür haben wir die mit Abstand meisten Play-off-Teilnahmen zustande gebracht. Wir sind sofort 1995 als Aufsteiger Meister geworden und haben es bis zum Ende des Ligensystems mit zwei Ausnahmen (jeweils 5.ter mit positivem Punktekonto und nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gescheitert) immer unter die Top 4 geschafft. Außerdem haben wir die längste ununterbrochene Erstligazugehörigkeit (1995/I-2009/I) vorzuweisen. Und wir dürften die einzigen sein, die bislang keinen Punktabzug wegen Nichtstellen eines Schiedsrichters erhalten haben!“ Faszinierend bei der Truppe ist, dass sie seit ersten Meistertagen praktisch mit unverändertem Personal antritt. Die Eingespieltheit eines Symphonieorchesters, die Quetsch, T. Pütz, S. Pütz, Bachmann, Hoff, Sons und Mertens an den Tag legen, ist ihre größte Trumpfkarte und sucht ligaweit ihresgleichen. Dazu kommt eine wahnsinnige Kampfkraft und extremer Ehrgeiz, ohne den die Erfolge gar nicht möglich gewesen wären. Als am 03. Juli 2010 der Nordpark unter 40 Grad ächzte, und sich die Finalzuschauer auf spärlichen 15 qm Schatten drängelten, fidelten die Globes das Top-Team von Flamingo mit 6:0 ab als wäre es das selbstverständlichste der Welt als Ü40-Jähriger in Gluthitze die eigenen Schmerzgrenzen zu pulverisieren. Wahrscheinlich fühlt man sich einfach so erfrischt und verjüngt, wenn man für das Gute kämpft und dabei das Blut des heiligen Zorns in den Schläfen pocht. Nicht nur in solchen Schlachten ist der alte Fahrensmann Thomas Pütz nach wie vor die treibende Kraft. Er rüttelt dort auf, wo er zu viel Selbstgefälligkeit registriert und gibt den großen Motivator. Kapitän Clemens Bachmann sagt über ihn: „So wie der Tütz raucht, dürfte er eigentlich null Kondition haben, aber zum Glück denkt er da gar nicht drüber nach.“ Pütz ist aber auch ein Grund, warum man äußerst ungern gegen die Globes spielt, und noch viel weniger entzückt ist eines ihre Matches pfeifen zu dürfen. Dabei ist Pütz privat ein ungeheuer sympathischer Zeitgenosse, der halt in den Dr.-Jekyll-und-Mr.Hyde-Modus zu schalten scheint sobald er den Platz betritt. Dabei spielt er nie unfair sondern eben mit totalem Körpereinsatz. Er ist trotz seiner 44 Jahre noch schnell und deshalb IMMER eher am Ball als der Gegner, der dann schon mal über die anschließend unvermeidliche Kollision schimpft. Aufgrund seines ausgeprägten Gerechtigkeitsempfindens lässt der ehemalige DFB-Juniorenauswahlspieler solche Anschuldigungen nicht auf sich sitzen und schon gibt es verbale Backpfeifen für den Schiri von beiden Seiten!  Dabei wäre Pütz bereit jedes Foul zuzugeben, wie übrigens alle seiner Mannschaftskameraden.

 

Verstärkungen sind bei den Globes, zu deren Stamm lediglich 12 Spieler gehören, so selten wie Lügendetektortests bei Kraftwerksbetreiber TEPCO. 2006 stieß Yves Voigt von Spirit zum Team und ist seitdem als  erfolgreicher Goalgetter (Torschützenkönig 2010/II mit 13 Treffern) auffällig geworden. Er passt gut ins Team, denn Pütz & Co haben ihm, dem einst äußerst Verspielten, ein gewisses Phlegma aus- („Beweg‘ Deinen Arsch, Yves!“) und Zielstrebigkeit eingetrieben. Ein weiterer Neuzugang ist Pierre-Marcel Müller (26), seines Zeichens Mittelfeld-Stratege beim TV Grafenberg. Ihm gelangen in seiner LL-Debütsaison (2010/I) beachtliche 10 Tore, zuletzt dann aber kurioserweise nur noch eines. Dennoch ist er sehr wichtig für’s Team, wie Clemens Bachmann ausdrücklich betont. Wenn man so das weitere Aufgebot durchforstet, stolpert man über zahlreiche Karteileichen. Was man sich dort beispielsweise unter Tim Olepp (kann nie bzw. ist immer krank oder verletzt oder alles drei auf einmal) und Kevin-Lee Siegmund vorzustellen hat, bleibt abzuwarten.

 

Fazit: Das Viertelfinalaus gegen die Flyers (3:4) war eine absolute Sensation. Nicht, weil es sich bei dem Gegner um Laufkundschaft gehandelt hätte. Vielmehr waren die Rahmenbedingungen für den Rekordmeister ideal. Als Gruppensieger traf man auf ein Team, das in der Vorrunde krass enttäuscht hatte. Dass sich die in Bestbesetzung  angetretenen, ansonsten stahlharten Globes bei eiskaltem Wind und meterhohem Schnee dermaßen vom Neunzig, Abeln & Co abkochen ließen war überraschend und (für sie) enttäuschend zugleich. Wird aber in ähnlicher Form nicht wieder vorkommen. Die Globes sind höchstmotiviert diese Scharte auszumerzen und es wird ihnen gelingen, denn für sie wird jede Partie ein Tod-oder-Gladiolen-Spiel. Selbst wenn der Gegner nach ungeschlagen überstandener Vorrunde wieder Flyers heißen sollte, werden die NG gewiss unter den besten vier Teams landen. Die Chance auf Endspiel und Titel ist bei ihnen ebenfalls immer gegeben.

 

Wertung:       5,5 Bälle     

 

Als nächstes blicken wir hinter die Kulissen des Teams, dem man nun wirklich mal ein echtes Erfolgserlebnis gönnt!

 

 

Folge 7: Rot Weiß Lohausen

 

…ist dabei seit 1977/I / …bestreitet seine 56.te Saison / …belegt den 16.ten Platz in der ewigen Tabelle

 

Rot Weiß war nicht immer schlecht. Ganz im Gegenteil: Viele großartige Spieler, die jahrelang das Gesicht der Liga prägten, schnürten im Laufe ihrer Karriere die Schuhe für das Team der Gründerväter der Liga, Malte und Michael Beckmann: Namen wie Jörg Hampeter, Peter „die Schaufel“ Sauer, Dento, Saniti, Martin Paumen oder Klaus Müller lassen den Ligakenner mit der Zunge schnalzen. Und Malte Beckmann himself war 1976 sogar Torschützenkönig mit 21 Treffern. Unvergessen auch der einmalige Auftritt von Egon Köhnen am 30. November 1985. Obwohl die Fortuna-Legende sich exklusiv in der Galerie der Familie Beckmann statt im matschigen Nordpark umkleiden durfte, wurde das Spiel mit 3:6 gegen Gras Grün  verloren. Wahrscheinlich lag es daran, dass sich der Ex-Profi knapp eine Stunde warmgelaufen hat und die anderen Rot Weißen es ihm aus Verlegenheit gleichtaten. Klar, dass ihnen in der zweiten Halbzeit die Puste ausging und GGW leichtes Spiel hatte. Auch eine Meisterschaft (1982/I 7:1 gegen Tipp Kick) gehört ebenso zur Vita, wie der zweifache Komplettrückzug (1988-1993 und 2009/II). Wenn man schon von den alten Zeiten träumt, darf man nicht vergessen, dass RWL-Spiele am sehenswertesten waren, wenn Bernd „Grille“ Grillmeier mitgespielt und in der Halbzeitpause sein Autoradio ein- und ausgebaut hat. Wann wird Grille endlich reaktiviert? Immerhin stehen Paumen und K. Müller wieder im Aufgebot! Und auch Michael „Bene“ Beckmann gelang letzte Saison ein Treffer Marke „Tor des Monats“, der Erinnerungen wach werden ließ an die Zeit als Bene einer der besten „10er“ der Liga war. Ansonsten ist vom einstigen Glanz nur der größte Ligatorwart aller Zeiten, Udo Kegler (mit Unterbrechungen ein Rot Weißer seit August 1986) übrig geblieben, der in Abwesenheit von Malte (jobbt in Norddeutschland) und Michael (seit Jahren im Saarbrücker Exil) die Teamorganisation unterstützen wird. Ob er auch einen Plan B für kurzfristige Aufstellungsprobleme hat? Mitunter kurvten die Beckmänner im Auto, mit dem Kofferraum voller Fußballschuhe, durch Lohausen um Passanten zwangszurekrutieren, wenn ein Spiel in Unterzahl drohte. Auf vergleichbare Weise ist die Astro Show (mit Horst Buchholz und Elisabeth Teissier) Anfang der 80er Jahre zu ihrem Studiopublikum gekommen. Die Bilanz des Jahres 2010 ist natürlich völlig niederschmetternd für die Rot-Weißen. Gelang in der Sommersaison immerhin noch ein Sieg gegen Null Null bei einem „nur leicht“ defizitären Torverhältnis (13-36), so ereilte die RWL-Maschinerie im Winter der komplette Black out: Null Punkte bei 42 Gegentreffern und armseligen fünf selbst erzielten Toren. Das entspricht einem äußerst demotivierenden Durchschnittsergebnis von 1-8. Die Geschichte der Lohausenliga hat bewiesen, dass auf Dauer kein Trupp solche Nackenschläge verkraften kann, von daher wünscht man dem Traditionsteam - schon im Interesse der Liga - ein echtes Erfolgserlebnis, einen fulminanten Befreiungsschlag. Da Null Null aufgrund der unterschiedlichen Gruppenzugehörigkeit dafür nicht zur Verfügung steht, muss sich eben mal ein anderer Ligist „opfern“.

 

Fazit: Wenn man am Boden liegt, bleibt der Trost, dass es von dort nur noch aufwärts gehen kann, sofern man es geschafft hat, wieder aufzustehen. Es gibt zahlreiche Ansatzpunkte um Rot Weiß zunächst einmal zu stabilisieren, was das Gebot der Stunde ist. Das Hauptmanko besteht darin, dass die Aufstellung einer Wundertüte gleicht. Von Spiel zu Spiel wird hübsch durchgemischt. Hier muss zunächst mal eine Stammformation gefunden werden. Zu der sollten unbedingt Markus Ebert und Jörg Pfannkuch gehören, die letzte Saison lediglich einmal aufgelaufen sind. Mit den ehemaligen „Schlümpfen“ als Korsettstangen würde sich die Anzahl der Gegentreffer schlagartig reduzieren. Offensiv könnte der groß angekündigte Papadopoulos mit etwas mehr Erfahrung und Unterstützung für eine höhere Trefferquote sorgen. Auch ein Benny Ockler hat schon vor 10 Jahren als Jugendlicher bei RWL reüssiert und sollte eingebaut werden. Limitierender Faktor bei solchen Überlegungen ist selbstverständlich Fitness und Verfügbarkeit der genannten Akteure. Auch ist das alles nur Makulatur, solange es organisatorisch nicht flutscht. Wenn RWL den Weg über externe Verstärkungen nicht beschreiten kann oder will, dann sollte zumindest versucht werden, über eine konstante Formation eine nennenswerte Leistungsstärkung zu erzielen. Vor den Spielen gegen die Globes und Spirit bleibt nur der Weg in die Kirche zum Beten, dass es nicht zweistellig wird, aber gegen Fanatic könnte mit viel Glück eine Überraschung drin sein. Auf geht’s Rot-Weiß, aufstehen und kämpfen. Ihr habt mehrfach bewiesen, dass Ihr das könnt!

 

Wertung:       2 Bälle     

 

Und Morgen bewerten wir die Chance des ehemaligen Rekordmeisters der Liga mal wieder ganz oben zu stehen…

 

 


 

 

 

 

 

 

 

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Tag(s) : #Lohausenliga
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