Eure Hoheit König Aleks,
was haben wir oft geschimpft, wenn Du wieder mal einen südschlesischen Exilkubaner aus dem Altersheim verpflichtet hast. Oder über Deinen schematischen Pflichterfüllungsfußball, den Du mit den griffigen Formeln „bestimmtes System“ und „gewisse Qualität“ dem unwissenden Fuß(-ball)volk zu erklären pflegtest. Ach, hättest Du nur auf einige dickköpfige Provokationen verzichtet. Was wäre uns alles erspart geblieben. Fakt ist, daß nur Du für die erfreulichen Momente im tristen Fortunadasein der letzten 15 Jahren gesorgt hast, dank oder trotz Deiner Untertanen Rada, Dr. Drazic, Pejovic und Winkhold. Dein Geständnis: „Ich liebe Fortuna noch immer, das ist klar“, nach dem Spiel in Oberhausen, zerriß mir das Herz. Spontan entschloß ich mich zu weinen, Dich in meine Arme zu schließen und zu sagen: „Komm zurück, Rille“. Wer weiß, vielleicht finden wir irgendwann noch mal zueinander und dann wird alles so schön wie früher, oder noch besser.
Davon träumt, volley
"Den Spaß erhalten",
unter diesem Titel veröffentlichte die RP am 23.6.99 Deinen Leserbrief, liebste Eva Eichenlaub. Du führst an, Dich „nicht für Fußball zu interessieren“. Dein Pech. Doch die „massiven Beschimpfungen“ der Fortunaspieler haben Deinen weiblichen Gerechtigkeitssinn geweckt. Du klagst die Vereinsführung an, „das dauernde Meckern und die Nabelschau des Versagens zuzulassen“. Du plädierst für den „positiven Umgang mit Menschen und Problemen“ und forderst dazu auf, daß bei allem „Geld und Ansehen, die Freude am Spiel nicht verdorben werden darf“.
Herzlichen Glückwunsch, Eva. Du hast damit die Emanzipation der Frau um 30 Jahre zurückgeworfen. Mühsam haben Deine Geschlechtsgenossinnen sich unser Vertrauen erarbeitet, durch interessierte Fragen, wie z.B. „warum dürfen denn nur die Stürmer Tore schießen“ oder durch den Aufbau echter Kompetenz in Form betont sachlicher Anfeuerungen, wie etwa: „Tare, Du Flachwichser“. Aber jetzt ist das alles zu Staub zerfallen. Jungfräuliche Eva, verkneif‘ Dir bitte weitere Kommentare, sonst erinnern wir Dich und uns daran, daß Frauen dazu bestimmt sind im Haus und Bett ihre Rolle zu spielen.
Augenzwinkernd chauvinisierend, volley
erschienen in Nimm mich Volley Nr. 1, 01. August 1999
Wo sind die Milljöhnchen Paule?
Keine TV-, keine Zuschauer- und keine Werbeeinnahmen. Ein wahrscheinlich wieder mal zu optimistischer Etatansatz mit 3,2 Mio Einnahmen und 6,7 Mio Ausgaben. Ein auf fünf Jahre ausgelegtes Darlehen von 15 Mio der Sportwelt, das spätestens nach 2,5 Jahren durchgebracht worden sein dürfte. Der von Ihnen (als Druckmittel?) gerne zitierte „unvermeidbare Gang zum Konkursrichter“, wenn die Sportwelt nicht helfen würde. Zahlen und Fakten, die einen Guiness-Buch-Eintrag für die größte Fehlkalkulation, Inkompetenz und Bankrotterklärung verlangen. In der „freien“ Wirtschaft würden nicht nur unterschriftsreife Entlassungsurkunden vorliegen sondern möglicherweise auch Handschellen klicken. Sollten Menschen, deren Daseinsberechtigung ständig mit dem Verweis begründet wird, „sie kennen schließlich alle DFB-Statuten in und auswendig“ nicht eigentlich eher als gefährlich eingestuft und genauestens beobachtet werden anstatt Vereinsgeschäfte zu führen? Im März 2000 befand ein internationaler Fondsmanager: „the Euro looks cheap“. Sechs Wochen später und fünf Milliarden Mark Anlagekapital weniger ist dieser Herr unverzichtbarer Bestandteil eines nordafrikanischen Beduinenstamms. Wann gehen sie in die Wüste, Herr Jäger?
Auf der Lauer liegend, Volley