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Nach 20 Ligaspielen der Saison 08/09 war es Zeit für eine Zwischenbilanz des als Aufstiegs(mit)favorit gestarteten Teams. Zum Ausklang der Winterpause kam es zur Reunion der  Volley-Redaktion in der Business Lounge des Frankfurter Flughafens. Zufällig trafen wir dabei einen ehemaligen F95-Trainer, der gerade auf dem Weg vom Familientreffen in Peru zum Tauchgang auf Mauritius war und eine relaxte Giulia Siegel, die rechtzeitig aus dem Dschungel-Camp zurückkehrte um den Auftakt gegen die Stuttgarter Kickers zumindest daheim am Live-Ticker zu verfolgen. Dabei konnten wir ihnen einige Statements entlocken:

Michael Melka
Anja: Er wird dereinst in einem Atemzug mit Georg Koch und Jörg Schmadtke genannt werden. Mein Sohn Nici geht im Melka-Trikot zur Schule.
Giulia:
Was für ein Mann! Ein wahrer Tarzan, der hätte mehr Sterne abgeräumt als Peter Bond. Mit Sicherheit.
Fischer:
Er hat zweifellos seine Qualitäten. Starkes Reaktionsvermögen, unglaublich dominante Ausstrahlung. Hat aber auch schon seltsame Gegentreffer kassiert. Aber ich trau’ ihm nicht. Er wirkt manchmal eingeschnappt und holt dann nicht das Optimum aus sich raus.
Weidemann: Einem Nulle kann er nicht das Wasser reichen. Dafür müsste er sich gewaltig steigern.

 

Hamza Cakir

Fischer: Für ihn gibt es keinen Ersatz. Er ist für mich unumstritten und MUSS immer spielen. In all den Jahren hat er sich höchstens mal Leistungsschwankungen gegönnt, ist aber nicht einmal in eine Formkrise geschliddert, wie so viele andere.

Der kritische Geist: Er ist einer von zwei Stützpfeilern der Wand. Wenn er herausbricht, wird es finster. Wage mir gar nicht auszumalen, wenn ihn mal ein Bundesligist lockt. Dann kann ihn Fortuna auch bei eigenem Aufstieg nicht halten.

Giulia: Etwas animalisches hat er ja schon an sich, aber gleichzeitig verletzbar. Das gefällt mir.

 

Fabian Hergesell

Der kritische Geist: Als Linksfuß reichen eigentlich schon Hobbykickerqualitäten und man ist drittligatauglich. Das hat sich nicht zuletzt bei der vergeblichen Suche nach einem Ersatz herausgestellt. Fabian ist aber wirklich gut.

Fischer: Mit 23 Jahren steht er noch am Anfang seiner Entwicklung. Theoretisch könnte er mal einen Weg wie Bellinghausen einschlagen. Dafür müsste er aber noch an Dynamik und Aggressivität zulegen. Technisch ist er Axel überlegen.

Weidemann: Flanken wie ein Jörg Albertz wird er niemals schlagen.   

Anja: Er ist einer dieser Spielertypen, deren Wert man erst zu schätzen weiß, wenn er mal fehlt.

 

Clement Halet

Christoph: O la la, der frische Franzose.

Der kritische Geist: Seine Anlagen sind unverkennbar, hat aber noch keine Stabilität in seiner Formkurve erreicht. Neigt zu Brutalofouls.

Bachmann: Hat meines Wissens in seinem ganzen Leben noch kein Tor erzielt. Und wird es wohl auch nie mehr.

Fischer: Man kann in ihm einen Hoffnungsträger für die zweite Liga, aber auch eine Speerspitze des umstrittenen Sponsors Hartmut Ostermann sehen, der Halets Gehalt bezahlt.

Giulia: Hübscher Bengel!

Weidemann: Ganz nett, aber niemals mit dem großen Kemal Halat zu vergleichen.

 

Johannes Walbaum

Fischer: So etwas, wie der aktuelle Azubi bei Fortuna. Nach einer Niederlage rotiert er als erster raus und muss dann immer lange auf eine neue Chance warten.

Weidemann: Fortuna wäre besser beraten gewesen, mit David Krecidlo zu verlängern.

Giulia: Habe ihn nie live spielen sehen. Aber Nico Schwanz hat mir wahre Wunderdinge von ihm berichtet. Hoffentlich setzt ihn Trainer Meier in Haching ein, da werde ich nämlich vor Ort der Fortuna die Daumen drücken.

Christoph: Nur Heroen vom Schlage eines Egon Köhnen dürften in roten Schuhen auflaufen, wenn es die denn damals schon gegeben hätte, und keine Amateurspieler aus Wegberg. Damit macht man sich auch bei den Fans angreifbar. Das sollte er wissen.

 

Jens Langeneke

Weidemann: Absoluter Vollprofi. Habe ihm in der Winterpause angeboten zu mir nach Uerdingen zu wechseln, aber er will sich in der dritten Liga durchsetzen. Schade, Jens hätte Kapitän und mein verlängerter Arm beim KFC werden können.

Giulia: Man munkelt, er wäre der heimliche Chef. Dominante Kerle gefallen mir. Ich ruf’ für ihn an!

Der kritische Geist: Der kongeniale Partner von Cakir. Möchte unbedingt zurück in den Profifußball. Das wollen wir alle. Wenn es denn nur so einfach wär...

Anja: Wenn er so richtig wütend wird, bekomm’ ich immer Angst, dass er etwas anstellt, was er nachher bereuen könnte.

 

Claus Costa

Anja: Mein Sohn Roman hat ein Narren an diesem Kerl und seiner Frisur gefunden. Wäre schön, wenn er sich auch Costas neuen Kurzhaarschnitt zum Vorbild nehmen würde.

Fischer: Roman nennt ihn Knickfuß Costa, was soviel heißen soll, dass er läuft und schießt als würden seine Füße an den verkehrten Beinen hängen.

Giulia: Ich bewerte sein neues Äußeres als Teil einer Metamorphose. Er will wohl weg von dem metrosexuellen Weicheiimage. Weniger Beckham, dafür mehr Rambo, viel Erfolg lieber Claus.

Weidemann: Ich habe ihn doch erst zu dem gemacht, was er jetzt ist. Sonst würde er heute noch im Allgäu auf’m Dorfplatz kicken.

 

Robert Palikuca

Der kritische Geist: Perfektes Kopfballspiel, totale Lufthoheit. Dafür kann man ihn immer brauchen.

Fischer: Es hat geschmerzt, ihm beim Wintercup zuzusehen. Der Ball ist sein Feind, das ist klar. Aber man kann ihm manches verzeihen, denn er ist ein sehr netter Typ und immer mit vollem Einsatz und Herzen dabei. Gegen Stuttgart quasi ohne Fehl und Tadel aber mit ein paar Schlägen ins Nirwana.

Weidemann: Er hat ein unglaubliches spielerisches Potenzial. Daher habe ich ihn damals auf die 6 gesetzt, damit er die Fäden zieht. Aber der Betagte ( Wolf Werner) hat meine Strategie perfide durchkreuzt.   

Giulia: In seinen starken Armen würde ich mich geborgen fühlen. Seufz.

 

Henri Heeren

Christoph: Wer soll das sein?

Anja: Seine Zeit ist abgelaufen. Kann man von ihm soviel Ehre erwarten, dass er als aussortierter Spieler einer Vertragsauflösung zustimmt? Oder würde man genauso handeln, wohlwissend, das sich kein Verein fände, der einem ein ähnliches Gehalt bieten würde.

Fischer: Er verkörpert alles, was ich am Fußballgeschäft und an Fortuna verabscheue. Diese überhebliche Art, wie er durch sein Pseudoroutiniergehabe jüngere Gegenspieler aushebeln wollte, aber nur deren Hacken zu sehen bekam. Entweder hat er die dann umgesenst oder sich fallen lassen. Nur zuletzt sind die Schiris immer seltener auf ihn hereingefallen. Und dann noch dieser fiese Ohrring. Heeren hätte Manns genug sein müssen um einzugestehen, dass es für ihn keinen Sinn mehr macht, stattdessen wurde er von unserer sportlichen Leitung mit einem gut dotierten Rentenvertrag ausgestattet. Ein Desaster ohnegleichen. Ich werde Norbert Meier ewig dankbar sein, dass er dieses Kapitel beendet und auch nach Hergesells Ausfall nicht wieder geöffnet hat.

Weidemann: Der geborene Leader. Fortuna bräuchte 11 Heerens, dann würde der Aufstieg jetzt schon feststehen. Ich wollte ihn langfristig an den Verein binden, aber der Betagte hat meine Strategie perfide durchkreuzt und dieses großartigen Sportler mit einem lächerlichen Zweijahresvertrag abgespeist. Werde ihn im Sommer nach Krefeld lotsen und Henri wird den KFC zurück in den Profifußball führen.

Der kritische Geist: Eines muss man neidlos anerkennen. Seine Verletzungsbulletins haben einen unheimlich hohen Unterhaltungswert. Kaum war er zurück im Training, hatte er sich schon wieder beim Nordic Walking gezerrt oder beim Holzhacken am offenen Kamin erkältet. Da habe ich mich immer gefragt, kann das denn sein oder ist das Teil einer Comedy-Show.

 

Oliver Hampel

Fischer: Ok, er war lange verletzt und es ist schön, dass er wieder fit und sich klaglos als linker Verteidiger aufstellen lässt. Aber in knapp zwei Jahren bei Fortuna ist er keinen Schritt weitergekommen. Da muss er sich die Frage gefallen lassen: Kommt da noch was?

Weidemann: Wenn Fortuna über den Sommer hinaus nicht mehr mit ihm plant, kann er gerne zu mir kommen.

Der kritische Geist: Haut sich immer voll rein, aber er ist zumeist sehr fahrig. Viel Schatten, wenig Licht. Auf Links ein Gefahrenherd – für die eigene Mannschaft und die anderen Teams wissen das.

 

Ahmed Cebe

Der kritische Geist: Ein cooler Hund, macht die tollsten Sachen – leider in beide Richtungen. Er muss sich endlich weiter entwickeln, sonst bleibt er lediglich als Mann für die Humba in Erinnerung.

Fischer: Im Fernsehen habe ich in Burghausen oder bei den St. Kickers einen fintierenden, tricksenden, schnellen und schussstarken Cebe gesehen. Daraus wurde mir allzu oft wieder ein lamentierender, sich in den Gegner verrennender und den ersten Verteidiger anflankender Cebe. Seit seinem nicht gegebenen Traumtor gegen Offenbach ging es steil bergab mit ihm. Seine veritable Formkrise sollte aber bitte in der Rückrunde überstanden sein.

Giulia: Dieses Temperament! Ein Mann wie er, weiß was uns Frauen gefällt.   

 

Oliver Caillas

Der kritische Geist: Seltsam fand ich seinen äußerst bescheidenen Auftritt beim Wintercup. Gerade von einem, den es zur grossen Showbühne hinzieht, hätte ich mehr erwartet. Ich erwarte von ihm, dass er jetzt durchstartet und zum Führungsspieler avanciert.

Fischer: Caillas ist eigentlich kein Drittligakicker und das weiß er auch. An guten Tagen führt das dazu, dass er dem Gegner Knoten in die Beine spielt und Tore en masse vorbereitet. An schlechten, liegt er dauernd auf dem Boden, prollt Schiedsrichter und Gegner an und infiziert mit diesem kindischen Verhalten die eigene Mannschaft. Meistens gehen solche Spiele verloren. Mir gefällt diese Galligkeit überhaupt nicht. Ich fordere ihn hiermit auf, sich auf seine Stärken zu konzentrieren und mich als XING-Kontakt zu bestätigen, darauf warte ich nämlich seit Wochen.

Weidemann: Habe ihn in Wehen beobachtet, aber mein Veto gegen eine Verpflichtung eingelegt.

Giulia: Wenn ich demnächst mal wieder in Düsseldorf auflege, muss Karina Caillas mir unbedingt den neuen Edel-Italiener auf der Kö zeigen und Olli verpasse ich eine 1A-Balsamikoreduktion.

 

Stephan Sieger

Fischer: Schwieriger Fall. Er ist eigentlich der geborene Staubsauger, wenn es denn so was gibt. Aus den meisten Tacklings geht er als Sieger hervor, fängt Pässe ab und deckt den Raum gut zu, aber genauso häufig landet der eroberte Ball postwendend wieder beim Gegner, weil Stephans Streuung beim eigenen Passspiel zu hoch ist. Und aus vier Metern kann er die Kugel auch nicht in des Gegners Tor unterbringen. Ein Mann seiner Erfahrung sollte dies beherrschen.

Anja: Er muss einfach mehr aus sich herausholen, sich ein Beispiel an De Cock nehmen. Der hat letzte Saison nicht einen Fehlpass gespielt.   

Giulia: Ich werde nie vergessen, wie er im DFB-Pokal in Rostock bei Offenbach ins Tor musste, weil der OFC-Keeper während des Elfmeterschießens die rote Karte erhalten hatte. Er steht halt überall seinen Mann. Wahrscheinlich ist er auch eingefleischter Vegetarier, wie ich.

 

Marco Christ

Der kritische Geist: Gegen Erfurt, Regensburg und Wuppertal hat er mit seinen Toren die Punkte eingefahren. Sonst zu oft untergetaucht. Der Trainer hat ihm aber auch immer sehr schnell seine Liebe und das Vertrauen entzogen. Dann kann ein sensibler Spieler wie Christ keine Höchstleistung bringen.

Fischer: Mein Sohn Roman gehört zu der Ein-Mann-Die-hard-Marco-Christ-Fraktion. Wenn er erfährt, dass Marco gegen die Kickers gar nicht von Beginn an aufläuft, wird er mir eine tierische Szene machen – genau wie seine Mutter immer.

Anja: Spinner!

Weidemann: Ich habe ihn zwar aus Aalen losgeeist, aber doch nur, weil der Verein Guiseppe Canale aus unverständlichen Gründen nicht behalten wollte. Mit ihm wäre man besser gefahren.

Giulia: Marco hat eine Phobie sein Selbstvertrauen betreffend. Ich werde eine MC-Modekollektion für ihn entwerfen.

 

Sebastian Heidinger

Anja: Immer, wenn ich Heidingers Autogrammkarte in Romans Kindergartentasche finde, erschrecke ich mich zu Tode. Diese Brillis in den Ohren. Das ist so krank.

Der kritische Geist: Da fällt mir die Geschichte von dem Hasen und dem Igel ein. Schnelligkeit alleine reicht nicht, man muss auch schlau sein...

Fischer: Der Gewinner der Vorbereitung – so stand es geschrieben im Düsseldorfer Blätterwald. Doch beim Stadtwerke-Wintercup bekamen wir denselben Heidinger geboten, wie in der Vergangenheit. Schnell, aber kopf- und orientierungslos. Odonkor für Arme. Jemand, der kein taktisches Gespür, keine Zweikampfhärte besitzt und darüber hinaus nicht mal gut schießen kann, ist für den 3L-Aufstiegskampf nicht geeignet. Sein Engagement bei Fortuna wird genau wie das von Hampel, Custos und Kastrati nicht mehr allzu lange dauern. Diese Akteure werden zurück auf das Spielerkarussell gewuppt und dann bei Waldhof Mannheim oder SC Verl wieder ausgespuckt. Das sie dann in ferner Zukunft gegen Fortuna treffen werden, ist aber jetzt schon klar.

Weidemann: Ein raffinierter Trickser, der sich nicht zu schade war, über Auftritte in der zweiten anzubieten. Ich würde ihm den nötigen Feinschliff schon verpassen. Dann wäre er eine absolute Granate.

 

Bruno Custos

Fischer: Zu diesem Mann kann ich absolut nichts sagen. Er ist ein halbes Jahr bei der Fortuna und ich habe ihn nicht einmal live spielen sehen. Das hat vor ihm in 35 Jahren noch kein anderer geschafft. Wenn er was drauf hat, soll Meier ihn bringen, wenn nicht, hätte man sich das Geld für ihn sparen und in eine echte Mittelfeld-Alternative investieren können.

Giulia: Ich kenn’ ihn aus der Münchener Clubszene. Im P1 ging regelmäßig der Punk ab, wenn er die Tanzfläche betrat. Die jungen Dinger klebten regelrecht an ihm. Er ist übrigens der Neffe von Günther Kaufmann. Leidet aber unter einer Fußballphobie.

Weidemann: Uwe Klein hat mir gesteckt, dass Custos in Wahrheit Yusuf Adewunmi ist.

 

Andreas Lambertz

Fischer: Was soll man zu ihm sagen? Lambertz ist eben der ewige Lumpi. Der Antreiber, die Arbeitsbiene, die totale Identifikationsfigur, heiß und heftig geliebt von den Fans. Und nach seinem hervorragenden Saisonfinish in 2008 wohl auch der Großverdiener. Aber, wenn man es ganz nüchtern betrachtet, hat er immer noch zu viele Schwächephasen im Spiel bzw. während einer Saison. Ob er sein Geld wert ist, werden die kommenden Monate zeigen. Lambertz und einige andere entscheiden darüber, ob Fortuna nach 10 Jahren endlich aufsteigen darf.

Anja: Ihm fehlt die Fähigkeit den tödlichen Paß zu spielen. Sucht selbst noch zu selten den Abschluß. Und wenn, kommt zu oft ein harmloser Roller raus, obwohl er auch schön schöne Tore erzielt hat. Aber eben zu selten. Er ist doch keine 18 mehr. In seinem Alter ist ein Paul Breitner schon Weltmeister, Filmstar und vorläufiger Ex-Nationalspieler gewesen.

Giulia: Mit seiner Straußenphobie hätte er im Dschungel keine drei Tage überstanden. Die Sträuße hätten ihn in der Luft zerrissen. Ihm fehlt der Punch. Wenn er im Sommer zu 60 wechseln sollte, werde ich mich seiner annehmen.

 

Ranisav Jovanovic

Weidemann: Ich habe Fortuna Erwig, Heidinger, Kastrati und Sahin besorgt. Aber die waren den feinen Herren im Vorstand und den Fans ja nicht gut genug. Also haben sie ohne Not teuer nachgelegt für den Kauf von diesem Jovanovic. Wenn der Verein deshalb pleite geht, ist das bestimmt nicht meine Schuld.

Fischer: Typische Fortuna-Verzweiflungsverpflichtung habe ich mir gedacht. Der hatte zuvor ja kaum was getroffen und dann wirkten seine ersten Auftritte noch so hölzern und staksig. Was habe ich mich getäuscht und ich freu’ mich drüber. Ranisav ist gut, kommt sympathisch rüber und erzielt die entscheidenden Treffer. Hoffentlich bleibt das so.

Giulia: Der würde gut zur Gundis Zambo passen, zumindest vom Namen her. Gundis Jovanovic-Zambo, da lacht das Herz jedes Standesbeamten.

 

Axel Lawarée

Fischer: Ich bin ja schon ein wenig in diesen Mann verliebt. Er war einer der wenigen Lichtblicke in den letzten 1,5 Jahren. Bei ihm konnte immer etwas Besonderes, etwas Magisches passieren. Und er war immer dabei, nie verletzt, nie zu schlecht für die Startformation und dann ist es doch passiert, dieses verflixte Syndesmoseband aber auch. Nun gut, er wird wiederkommen und wird stärker sein als jemals zuvor und uns in die zweite Liga bomben.

Christoph: Amen.

 

Deniz Kadah

Fischer: Noch so ein Gewinner der Vorbereitung ( Seb. Heidinger). Angeblich ist er immer vorne wegmarschiert und hat - genauso angeblich - einen Riesensprung gemacht. Dann aber direkt im Pokalspiel in Essen den Grippejoker gezogen. Meier sieht ihn ja auf Augenhöhe mit Terodde. Das wird sich zeigen. Hüstel.

Der kritische Geist: Kennt noch jemand Kemal Ouijdede aus der Morales-Ära? Als ich den das erste Mal gesehen habe, dachte ich, das ist ein Wunderstürmer. Kemal hat es aber nicht geschafft und er war um Längen besser als Kadah. Über Einwechslungen wird Deniz diese Saison nicht hinauskommen.

 

Bekim Kastrati

Fischer: Hat man als Zuschauer, Fan, Journalist, Kolumnist, Whoever das Recht, sich über diesen Mann lustig zu machen oder zu ärgern? Kastrati ist eine menschliche Tragödie. Die Bibel sagt: auf sieben schlechte folgen sieben gute Jahre. Die guten, werden für Kastrati wohl erst mit dem Wechsel zu einem anderen Verein beginnen.

Der kritische Geist: Wolf Werner hat Kastrati unlängst als "Neuzugang" vorgestellt und ihn zum Hoffnungsträger für den Rest der Saison erklärt. Mir wäre eine Nummer Kleiner lieber. Zu oft wurden große Versprechungen abgegeben und Hoffnungen geweckt und übrig blieb’ bittere Enttäuschung.

 

Simon Terodde

Fischer: Simon könnte wirklich ein Glücksgriff für die Fortuna werden. So, wie er sich im Wintercup gegen den MSV bewegt und zugeschlagen hat, könnte er der geeignete Lawarée-Ersatz sein und nach dessen Genesung als Joker agieren.

Der kritische Geist: Wird keine Probleme damit haben die sehr, sehr kleinen Fußstapfen eines Kenan Sahin auszufüllen. Direkt im ersten Ligaspiel für die Fortuna getroffen, wobei er von der optimalen Vorarbeit Jovanovics profitiert hat.

Roman: Zumindest kein Knickfuß!

 

Michael Ratajczak

Fischer: Romans Hero. Als er im 11er-Drama gegen Köln eingewechselt wurde, ist ein kleiner Junge nach 4 Stunden Folterfußball aufgewacht und sein Papa musste 20 Bilder vom stets ins falsche Eck hüpfenden Rata knipsen.

Christoph: Tolle Bilanz: Ungeschlagen, sechs Spiele, 5 Siege, 2 Gegentore. Eigentlich zu schade für die Bank. Hat halt das Pech, dass Melka ihm einen Tick voraus ist. Einer von beiden wird im Sommer bestimmt gehen (müssen/wollen).

 

Simon Chekroun

Fischer: Man hat ihn aus Schweden zum Wintercup einfliegen lassen. Gegen Duisburg wurde er klassisch vorgeführt wie ein rumänischer Tanzbär, brachte defensiv gar nichts zustande. Aber wenigstens seiner Würde hat man ihn nicht beraubt, denn Werner und Meier bemühten die komplette Klaviatur der diplomatischen Schule um seine Nichtverpflichtung zu rechtfertigen: "Er ist gar kein Verteidiger und man wolle in Kontakt bleiben." Aha, und das sollen wir glauben. Und selbst wenn es stimmen würde, welchen Sinn hat dann diese irrwitzige Chekroun-Joy-Nemoto-Aktion gemacht? Und wer hat’s bezahlt?

 

Norbert Meier

Anja: Unser 5-Jähriger Sohn Roman nennt ihn „Uwe Meier“. So ganz hat er sein Weidemann-Trauma noch nicht verarbeitet.

Weidemann: Bitte? Versteh’ ich nicht. Was für ein Trauma? Fortuna muss nun ganz schnell NM mit einem langfristigen Vertrag ausstatten, wie bei mir damals. Ein Trainer muss spüren, dass der Verein mit einem plant, dass gibt einem die nötige Lockerheit im Aufstiegskampf. Allerdings müsste er seine Methodik variieren. Mal Fußballtennis spielen oder mit den Jungs auf die Kartbahn gehen.

Christoph: In Bremen haftet ihm ein legendärer Ruf an. Seine Otto-Rehagel-Parodien machte ihn dort zum Pocher der 80er Jahre. Einfach zum Schreien komisch.

Der kritische Geist: Vielleicht ist er wirklich der Trainer, den Fortuna nach Weidemann gebraucht hat. Das werden wir in 4 Monaten wissen. Zumindest hat er die Mannschaft stabilisiert, für ein Mindestmaß an Spielkultur gesorgt. Mir gefällt, dass er Disziplin einfordert und immer gewinnen will. Trotzdem konnte er die peinlichen Aussetzer, wie gegen Essen oder in Lübeck auch nicht verhindern. Selbst, wenn er den Aufstieg schaffen sollte, bezweifle ich, ob Fortuna mit ihm in die zweite Liga gehen sollte. Dafür fehlt ihm der letzte Kick. Er scheint auch keiner zu sein, der Euphorie schüren und am Leben halten kann und die braucht man, wenn man eine Klasse höher auf ganz andere Kaliber trifft.

Fischer: Er wäre gut beraten, sein Beamten- und Spaßbremsenimage abzulegen. Wenn es denn klappt, sollte er es mal so richtig krachen lassen. Er muss ja nicht direkt Karnevalsprinz werden, aber man sollte ihn doch nicht nur alleine durch die Hautfarbe von Cherno Jobatey unterscheiden können. Sportlich kann ich mit seinen Entscheidungen leben – bis auf den Palikuca für Cakir-Wechsel. Die Fans würden es begrüßen, wenn er sich mal einen jungen Mann schnappt, ihn ins Feuer wirft und das dann kompromisslos durchzieht. Ansatzweise macht er das ja mit Walbaum und Gaus, aber im Zweifel greift er dann doch immer auf die Routiniers zurück. Er muss Spieler deutlicher voranbringen, dass erwarte ich einfach von einem guten Trainer.

 

Gesamtfazit

Weidemann: Wenn man Markus Anfang im Winter noch eine Chance gegeben hätte, dann würde ich an den Aufstieg glauben, aber so...? Ich konzentrier’ mich auf die Aufholjagd mit Uerdingen.

Christoph: Heimspiele gewinnen, vor allem die gegen Union und Emden. Dann wäre sogar noch der zweite Platz realistisch. Ein Relegationsspiel ist der reinste Horror. Platz 3 erreichen und dann gegen Rostock oder Wehen scheitern... Das würde den Verein und die Fans hart treffen. 

Der kritische Geist: Unterhaching und Offenbach dürfen nicht aus den Augen gelassen werden. Die haben sich mit routinierten Stürmern verstärkt und wir müssen dort noch antreten. Ansonsten hoffe ich, dass Emden wie letzte Saison einbricht. Der Zedi wird ja wohl keine 12 Saisontore schießen.

Fischer: Die Chancen sind genauso gut oder schlecht, wie in den vergangenen drei Jahren. Irgendwann sind wir doch auch mal wieder dran. Halbnackt über den Rasen tanzen nach dem abschließenden Spiel gegen Bremen II, dazu die Altstadt zum Brodeln bringen wie 1989, das möchte ich ganz einfach noch mal erleben und zwar so schnell wie möglich. Es wird darauf ankommen, dass Lawarée nach seiner Verletzung schnell wieder in Form kommt, die Fortuna-Wand stabil bleibt und Lambertz, Cebe und Caillas dem Mittelfeld endlich mehr Leben einhauchen. Dann kann, nein wird es gelingen. 

 

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Tag(s) : #Aktuelles rund um Fortuna Düsseldorf
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