Während sich die Düsseldorfer Sorgenkinder unter warmer Sonne aufmachen um sich für den Abstiegskampf in Schwung zu bringen (oder auch nicht), nutzen wir die winterliche Ruhe um einen Blick zurück zu werfen auf die bedauernswerten "Leistungen", die uns 2015 geboten wurden. Vieles klingt nach Satire, ist es aber nicht. Viel Spaß beim lesen!
„Tanz den Tugrul Erat“ oder der große Fortunen- TÜV im Winter 2015/16, Part I
Ein eigentlich langweiliger Montagmorgen am Düsseldorfer Flughafen nahm unversehens Fahrt auf als die volley-Redaktion in der Lufthansa Senator Lounge unverhofft auf einen ehemaligen F95-Trainer traf, der gerade auf Durchreise vom Date mit seinen Ex-Freundinnen zum Tauchgang auf Mauritius war. Unter großem Hallo stieß zudem eine relaxte und siegessichere Brigitte Nielsen (mit Jenny Elvers im Schlepptau) zu uns, die auf dem Weg ins Dschungel-Camp war, und ihre Hoffnung kundtat, rechtzeitig zurück zu sein um den 2016er-Auftakt gegen den FC Heidenheim zumindest daheim am Live-Ticker genießen zu können. Beide Blondinen lieferten ihre weibliche Expertise ab zur Sexyness des F95-Kaders. Ihre hübschen Statements wurden garniert mit einem live „on-the-line“-Chat in diesem Internet. In dessen anonymen Welten tobt aktuell ein gnadenloser Kampf, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat, um die Deutungshoheit der durchwachsenen Vorrundenleistungen der Düsseldorfer Akteure. Hier sind ihre Geschichten:
1. Alexander Madlung (33)
volley: Azzouzis erster Panikstransfer. Madlung war als Stabilisator der anfälligen Defensive eingeplant; destabilisierte sie aber zunächst nur noch mehr. Bereits legendär ist sein Abspielfehler im Pokalspiel in Nürnberg als er nach 6 Minuten als letzter Mann solange zögerte bis er nur noch den heranstürmenden FCN-Stürmer Füllkrug anschießen konnte. Von dessen Bein wäre die Kugel um ein Haar in das verlassene Fortunengehäuse getrudelt, da sich Rensing-Stellvertreter, Lars Unnerstall, aus unerklärlichen Gründen in diesem Moment nahe der Eckfahne aufhielt. Der Clip zum doppelten Black-out hat schon Kultcharakter und ist mit mehr als 100.000 clicks der youtube-Hit schlechthin. In 20 Jahren werden auch wir darüber lachen können.
Norbert Meier: Er ist ein brutal starker Kopfball- und Aufbauspieler. In Deutschland schlägt sonst nur Jeroeme Boateng präzisere lange Bälle als Alex. Für mich ist er das Juwel von der Oker. Wenn Fortuna ihn nicht mehr haben will, hole ich ihn notfalls mit der Schubkarre ab. Und zwar mit Kusshand!
Brigitte Nielsen: Je intensiver ich mich mit Alex beschäftige umso mehr stelle ich eine frappierende Ähnlichkeit mit Drago (Rocky4) fest. Dieses massive Eisenkreuz wie Spartacus, dieser Haarschnitt. Ja, das passt. Drago war ein edler Kämpfer und ein toller Liebhaber. Ich werde Alexander für die anstehende Red-Sonja-Neuverfilmung einplanen falls Sly ihn nicht für Rocky 8 bucht. Mein „Ex“ zahlt natürlich besser, aber bei mir gibt’s „fringe benefits“ für Alex.
Elvers, Jenny: Für mich wäre er eher Wunschkandidat für 50 Shades of Grey, Part II.
Der kritische Geist: Perfektes Kopfballspiel, totale Lufthoheit, unverwüstlich wie William Wallace. Ob er auch so unbesiegbar wie „Braveheart“ ist, wird sich zeigen. Dauerhaft wird auch Madlung nicht übers Wasser gehen können. Das Warten auf den heilsbringenden Verteidiger, der Fortuna in die Zukunft grätscht, geht also weiter. Momentan dürften die rot-weißen deutschlandweit die älteste Abwehrgarde haben. Madlung steuert seinen Teil dazu bei. Fehlt nur noch, dass Paul Janes exhumiert wird. Diese „überreife“ Abwehrkostellation wird auf Dauer natürlich nicht funktionieren können und droht uns bereits in dieser Saison in den Abgrund zu reißen.
2. Karim Haggui (31)
DerBachmann: O la la, der frische Franzose.
Der kritische Geist: Äh, ne, eher Tunesier. Seine bestimmten Qualtitäten und die geballte Erfahrung sind unbestritten. Haggui hat aber noch keine Stabilität erreicht und zu viele Ausschläge in seiner Formkurve. Zudem neigt er zu Kamikazeaktionen. Eine Folge seiner Zeit bei den Urawa Red Diamonds.
volley: In der tristen Vorrunde des Grauens gehörte der Kapitän noch zu den vereinzelten Lichtblicken. Ab und zu demonstrierte er seine Bierruhe und holzte, wenn Gefahr drohte, einen Ball nach dem anderen elegant in den Nachthimmel. Notfalls auch mit dem Kopf. He is Mr. Hot and Cold. “Hot“, wenn ihm sein Temperament durchgeht und „cold“, wenn es darauf ankommt die Gegner eiskalt chirurgisch vom Ball zu trennen – oder von überflüssigen Gliedmaßen. Er bedient halt die ganz Palette. Kann vorne wie hinten treffen.
Norbert Meier: Nun ja, Spieler von diesem Schlag wachsen in Ostwestfalen auf den Bäumen. Da haben wir keinen Handlungsbedarf. Für Düsseldorf reichts aber.
Brigitte Nielsen: Kein Handlungsbedarf? You must be kidding, Mr. Meier! Haben Sie mal Karims Haut aus der Nähe bewundert? Zarter als jeder mit Kakaobutter eingestreichte Kinderpopo. Falls er seine grandiose Fussballerkarriere irgendwann mal beenden sollte, kann er sofort bei L’Òreal oder sogar in Hollywood durchstarten. Ich habe die entsprechenden Kontakte und kann ihn dort unterbringen.
Elvers, Jenny: So eine Haut hatte ich auch mal: 1980! Meine Verflossenen leider nie. Das waren immer grobe Kerle. Karim ist da anders, auch wenn ich es immer mit der Angst zu tun bekomm, wenn er so richtig wütend wird auf dem Platz. Dann fürchte ich, dass er etwas anstellt, was er nachher bereuen könnte. Er sollte lieber was Unanständiges mit mir anstellen.
3. Fabian Holthaus (20)
Norbert Meier: Ein ziemlicher Freshman. Noch nicht ganz trocken hinter den Ohren. Der ist frühestens in zehn Jahren was für die Arminia.
Brigitte Nielsen: Mit den martialischen Tattoos und dem Bart sieht er aus wie ein Aktivist für - Ja, wofür eigentlch? Man weiß es nicht genau. Von der Optik her könnte er genauso gut Hassprediger sein wie auch israelischer Spionage-Delfin. Vielleicht ist er aber auch ein extrem sanftmütiges und zurückhaltendes, weit verzweigtes Mitglied der Familie Drombusch. Dann wird er früher oder später in Darmstadt landen. Ich bewerte sein toughes Äußeres als Teil einer von Selbstzweifeln gesteuerten Metamorphose. Er will weg von dem metrosexuellen Weicheiimage. Weniger Beckham, dafür mehr Rambo oder Strohdiek. Viel Erfolg dabei, lieber Fab.
Elvers, Jenny: Kenne ihn noch aus Bochum. Seine Dirty Dancing-Phase im Bermuda-Dreieick hat ihn über die Stadtgrenze hinaus berüchtigt gemacht. Er hat dieses gottgegebene Bewegungstalent. Wahrscheinlich ist dadurch auch der große Herr Schulte auf ihn aufmerksam geworden. Mir war damals nicht bewusst, dass Fabiano auch Fussball spielen kann.
Volley: Kann er das denn? Davon wussten wir hier bislang auch noch nichts. Es steht zu befürchten, dass auch bei ihm die alte Regel gilt: „You can’t fight the kicker!“ Mit anderen Worten: der Kicker hat immer recht. Und bei Holthaus verbucht das Fachmagazin für die ersten 19 Spieltage zwei Einsätze und eine Durchschnittsnote von 5,0. Jammerschade, da uns der U20-Nationalspieler als großes Talent angedreht worden ist.
Der kritische Geist: Als Linksfuß reichen eigentlich Hobbykickerqualitäten und schon ist man drin im „inner circle“ des Profigeschäfts. Daraus nun zu schlussfolgern, Holthaus würde nicht mal einen akzeptablen Hobbykicker abgeben, wäre fahrlässig. Fabian ist wirklich gut. Davon konnte ich mich beim 5:0-Testspielerfolg gegen Fortuna Sittard überzeugen als er zwei mal geknipst hat.
Fischer: Mit 20 Jahren steht er noch am Anfang seiner Entwicklung. Warum sollte er nicht einen Weg wie Bellinghausen einschlagen? Dafür müsste er allerdings noch an Dynamik und Aggressivität zulegen. Technisch ist er Axel überlegen. Das sind aber ohnehin 95% aller Profis.
DergroßeWolfW: Bitte keine Blasphemie. Flanken wie ein Axel Bellinghausen wird er niemals schlagen.
4. Axel Bellinghausen (32)
volley: Er verkörpert alles, was man am Düsseldorfer Spielstil kritisch hinterfragen muss. Schrecklich, diese überhebliche Art, mit der er durch sein Pseudoroutiniergehabe jüngere Gegenspieler aushebeln will, aber nur deren Hacken zu sehen bekommt. Entweder senst er die dann um oder lässt sich fallen. Nur haben die Schiris dieses absurde Treiben längst durchschaut.
Der kritische Geist: An Axel führt kein Weg vorbei. Er ist Fortunas Bester. Zumindest in den Augen und Herzen der Fans. Sie lieben ihn abgöttisch. Erst recht seit dem unfreiwilligen Abgang von Vorgängermaskottchen Lumpi Lambertz. Natürlich setzt Axel in Sachen Vereinstreue, Identifikation und Hingabe Maßstäbe. Aber reicht das? Denn es gibt diese Tage, an denen es schmerzt ihm zuzusehen. Und diese Tage schienen in 2015 immer häufiger vorzukommen. Dann stolpert er über seine eigenen technischen Unzulänglichkeiten. Rasend vor Wut, legt er dann den Kopf auf die rechte Schulter und wetzt die Linie rauf und runter. Häufig ohne Sinn und Verstand. Er lamentiert statt zu fintieren. Er meckert, statt anzuspornen. Auch die Körpersprache seinen Mitspielern gegenüber bekommt einen negativen Beigeschmack. Und ganz plötzlich grätscht er den Gegner an der Eckfahne um, drischt den Ball weg und nimmt Haltung und Gesichtsfarbe von Woody Woodpecker auf Speed an. Das ist der Moment, in dem er spätestens nahezu die komplette Fanmasse hinter sich versammelt, die ihm mit Standing Ovations seine Leidenschaft dankt. Unabhängig davon, ob er damit sein Team mit Hektik und Unruhe infiziert. Das ist dann auch immer der Moment, in dem ich zusammensacke, einen stummen Verzweiflungsschrei ausstoße und mich frage, wie lange ich das noch ertragen muss. Ist das alles echt oder spielt Bellinghausen nur eine Rolle? Seine Rolle? Versteht mich nicht falsch, ich weiß auch, dass er immer mit vollem Einsatz und Herzen dabei ist. Insbesondere beim starken 3:0-Sieg über 1860 agierter er ohne Fehl und Tadel, aber ansonsten prägen Fahrigkeit und Schläge ins Nirwana sein Spiel. Zudem ist der Ball sein Feind, das ist klar. Wenn er mit ihm unbedrängt ins Seitenaus läuft, muss ich immer weinen. Und die tumbe Aggressivität und die Dummheit, die seinem Spiel innewohnen, und die auf das gesamte Team abfärben, das alles ist nicht meins. Ich finde sein Mitwirken eher kontraproduktiv und freue mich auf die Zeit NACH Axel Bellinghausen, die ja schon im Sommer anbrechen könnte.
Norbert Meier: Was? Sein im Sommer auslaufender Vertrag wurde noch nicht verlängert? Das wäre ein Schock. Den müsste man erst mal verdauen. Schlafen die bei Fortuna? Was macht Azzouzi da? Fortuna ohne Bello ist immer noch unvorstellbarer als wie Kajagoogoo ohne Limahl, als Thomas A. ohne Nora-Halskette oder Schimmi ohne Thanner. Was kommt als nächstes? Düsseldorf ohne Bellinghausen? Unvorstellbar. Niemals. Die Fans würden auf die Barrikaden gehen. Und das zurecht! Bin mir ganz sicher, dass Paulchen das nicht zulassen wird. Wenn ich 2017 zurückkomme, mache ich Axel wieder zum Cäpt’n.
Paulchen: Au ja, bitte komm zurück, Nobby! Die Abfindung für „Kurzi“ leg’ ich schon mal auf die Seite oder zahl‘ sie notfalls aus der Portokasse. Der kriegt ja eh nur eine Praktikantenvergütung.
Brigitte Nielsen: Diese Storchenbeinchen! Ziemlich unmännlich. Not my type of guy.
Elvers, Jenny: Dito!
5. Christian Gartner (21 bis 25)
volley: Christian Gartner befindet sich schon seit geraumer Zeit in einem Dauer-REHA-Zustand. Über eventuelle Fortschritte dringt nichts an die Öffentlichkeit. Es scheint als wäre darüber eine Art Informationssperre verhängt worden. Sehr geheimnisvoll.
Norbert Meier: Gartner kam noch zu meiner Zeit als U21-Nationalspieler. Ist er meines Wissens immer noch. Wie lange darf man eigentlich in Österreich in der U21 spielen? Gartner ist doch mindestens schon 25! Wäre damit aber immer noch zu unreif für meine Arminen.
Brigitte Nielsen: Crazy, Sexy, Cool. Auf den Tiroler Pisten ist er die Nummer 1. Ich war erst letzten Monat mit ihm beim Apres Ski in Kitz. A Wahnsinn, wie er sich die Streif runter gestürzt hat. Der Gardener ist fesch und topfit.
Elvers, Jenny: In Kitz?!? Da war ich auch! A Wahnsinn, wie der Bub sich literweise den Eierlikör runter gestürzt hat!
Der kritische Geist: Eines muss man neidlos anerkennen. Wenn mal eines seiner Verletzungsbulletins durch die F95-Firewall gesteckt wird, so schön und elitär, wie sonst nur Christians messerscharfen Pässe, dann hat es zumeist einen unheimlich hohen Unterhaltungswert. Kaum war der Österreicher zurück im Training, hatte er sich schon wieder beim Nordic Walking gezerrt oder beim Holzhacken am offenen Kamin erkältet. Da habe ich mich immer gefragt, kann das denn sein oder ist er verhext? Diese Comedy-Show erinnert an die Glanzzeiten von Weidemann und Breetveld, die um die Jahrtausendwende nonstop die Düsseldorfer Arztpraxen lahm gelegt und die Rehazentren gerockt haben.
Fischer: Hat man als Zuschauer, Fan, Journalist, Kolumnist, Whoever das Recht, sich über diesen Mann lustig zu machen oder zu ärgern? Gartner ist eine menschliche Tragödie von beinah Schmidgalschen Ausmaßen. Die Bibel sagt: auf sieben magere folgen sieben fette Jahre. Die fetten, werden für „CG21“ wohl erst mit dem Wechsel zu einem anderen Verein beginnen.
Der Bachmann: Fehlt nur noch, dass ihn Kurz und Azzouzi nach dem Trainingslager als "Neuzugang" vorstellen und ihn zum Hoffnungsträger für den Rest der Saison hoch sterilisieren. Mir wäre eine Nummer kleiner lieber. Zu oft wurden große Versprechungen abgegeben und Hoffnungen geweckt und übrig blieb’ bittere Enttäuschung.
6. Julian Koch (25)
volley: Mein Sohn nennt ihn „KK“, also Knickfuß Koch, was soviel heißen soll, dass er mitunter dribbelt und schießt als würden seine Füße an den verkehrten Beinen hängen. Ich würde ihn in Anlehnung an einen großen Deutschen Stürmer eher „Flipper“ nennen, so wie Klinsmann wegen seiner „filigranen“ Ballbehandlung bei den Bayern gerufen wurde.
Norbert Meier: Klar, er ist unstrittig tatendurstig und rechtschaffen, aber sein Anti-Magnetismus bremst ihn in allen Lebenslagen. Sollte sich eher auf ungewollte Schwangerschaften spezialisieren statt durch seine Gravitationsanomalie die Volksseele zum kochen zu bringen. Insgesamt müsste er seine Kontrahenten öfter abkochen, was ihm bislang nicht mal ansatzweise gelungen ist. Ich jedenfalls habe ihn nicht auf meinem Zettel.
Brigitte Nielsen: Man munkelt, er hätte was mit Sonja Zietlow am laufen. Denke, das ist ihm momentan wichtiger als immer nur Fussball.
Elvers, Jenny: Echt, mit der Zietlow? Krass. Schade, ich könnte mir vorstellen, mit Jule auf einer einsamen Insel oder im Dschungel alt zu werden. He is such a cutie!
DergroßeHelmutS: Er hat ein unglaubliches spielerisches Potenzial. Daher habe ich ihn damals für die „10“ geholt, damit er die Fäden zieht. Aber dieser Trainer Kramer hat meine Strategie perfide durchkreuzt und Koch für die Drecksarbeit mißbraucht.
Fischer: Schwieriger Fall. Er ist eigentlich der geborene Staubsauger, wenn es denn so was gibt. Aus den meisten Tacklings geht er als Sieger hervor, fängt Pässe ab und deckt den Raum gut zu, aber genauso häufig landet der eroberte Ball postwendend wieder beim Gegner, weil Julians Streuung beim eigenen Passspiel zu hoch ist. Und in des Gegners Tor kann er die Kugel auch nicht befördern. Ein Mann seiner Erfahrung sollte dies beherrschen. Aber mit dieser Problematik steht er bei Fortuna bei weitem nicht allein da.
7. Sercan Sararer (26)
volley: Eine sportliche Tragödie. Anlagen wie kaum ein zweiter, aber spielt ineffizient wie ein Hund mit einer verganischen Wurst. Symptomatisch sein Kinderelfer gegen Freiburg. Dafür wäre das Wort Rückgabe noch geschmeichelt. Unser Redakteur FF hat anfangs von ihm geschwärmt, von seinen Dribblings, den Finten, den Tempoläufen. Ich bat ihn abzuwarten, weil ich damals schon erkannte, dass Sararer immer den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel nach seinen zum Teil tatsächlich atemberaubenden Dribblings verpasste. Selbst wenn er freie Bahn für einen edlen Pass hat oder die Gelegenheit da ist um aufs Tor zu ziehen, steuert er lieber bewusst in einen Knäuel von Abwehrleibern hinein, weil er den Sinn und Zweck seines Spiels darin sieht, Gegner zu demoralisieren, zu veralbern, zu demütigen. Er will der King of Queens sein, der Teufelsdribbler, dem die Massen und die Fachpresse zu Füßen liegen. In seiner eigenen Kicker-Rangliste sieht er sich in der Rubrik Aussenbahn offensiv definitiv in der Kategorie Weltklasse. Dort erwartet er eines Tages in der Ahnengalerie der weltbesten Flügelstürmer zwischen Ribery und Garrincha zu hängen. Diese gnadenlose Selbstüberschätzung trifft zumeist auf triste Zweitligarealität und die momentane Erfolglosigkeit der Fortuna und hat im Verlauf der Hinrunde dazu geführt, dass Sercan immer aggressiver wurde oder völlig abtauchte und das Spiel Spiel sein ließ. So darf es auch niemanden überraschen, dass weder die ganz großen Vereine angeklopft haben, noch die zweite Garde bestehend aus Fürth, Stuttgart oder die türkische Nationalmannschaft Verwendung für ihn hatte. Irgendwie traurig und bitter, dass solche gescheiterten Spieler immer bei Fortuna landen und die Funktionäre, Trainer und viele Fans die Hoffnung eint, den Spieler „hinzukriegen“. Aber das wird nicht funktionieren. Wird es niemals. Sonst wäre Fortuna nicht Fortuna.
Norbert Meier: Seine Extravaganz und die Ghetto-Kid-Attitüde sind ein Schwindel. Er ist ein Scharlatan. Ein notorischer Unruhestifter. Nach Bielefeld wechselt er nur über meine Leiche.
Brigitte Nielsen: Gerade von einem, den es zur grossen Showbühne hinzieht, hätte ich mehr erwartet. He is not tough enough. Kein Kandidat für Rocky 8. Höchstens Fallobst für Creed.
Elvers, Jenny: Sercan hat zum Wintervorbereitungsbeginn direkt den Grippejoker gezogen. Ich möchte meinen, dieses Objekt überwindet meinen Hass-Schirm - nicht.
Inga Humpe: Hä?
8. Kerem Demirbay (22)
volley: Über seine wüste Keilerei mit der Oberkommissarin Bibiana Steinhaus, die in Demirbays uncoolem Ausspruch: “Frauen haben beim Fussball nichts zu suchen!“ gipfelte, dachte man bislang alles zu wissen. Doch nun lancierte Kicki-Leaks Aussagen von Ohrenzeugen, die davon sprachen, dass „die Bibi angefangen habe!“ Das böse Wort vom „Schönwetterkicker“ drang angeblich aus ihrem Munde. Wahrscheinlich hat der DFB deshalb ganz stickum seine Strafe zumindest zur Hälfte in die spielfreie Winterpausenzeit gelegt um keinen Präzedensfall für den CAS in Lausanne (Oberster Sportgerichtshof) zu schaffen. Davon abgesehen ist er ein hervorragender Fussballer, der für wichtige Punktgewinne verantwortlich war. Da lag Goldhändchenkettchen Azzouzi mal richtig. Aber auch er ist nur ein Leihspieler und laut seines Beraters stehen die Interessenten aus dem Oberhaus bereits Schlange. Sein Arbeitgeber, der HSV, hat selber keine Verwendung für ihn und wird ihn gewinnbringend verkaufen wollen. Aber sicher nicht an uns. Dass Kerem über den Sommer 2016 hinaus das Fortunatrikot tragen wird, ist somit ausgeschlossen. Dieses Modell mit der Leihspielerei muss endlich aufhören. Das ist ein Irrweg!
Norbert Meier: Die Spieler müssen sich im Griff haben und sich so verhalten, dass sie ihrem Verein nicht schaden. Habe ich als Aktiver, aber auch als Trainer immer so gehandhabt. Er hat durch seinen Platzverweis und die Sperre seinem Team einen Bärendienst erwiesen und in den für Fortuna vorentscheidenden Spielen gefehlt. Das hat die Mannschaft auch gespürt, insbesondere gegen Union und Paderborn als nach vorne, bis auf wenige Ausnahmen, rein gar nichts ging.
Brigitte Nielsen: Eine Stilikone wie aus dem Bilderbuch, aus 1.001 Nacht. Das kam leider erst zum Vorschein als er einer Schiedsrichterin das Herz brach und ein Mädchenspiel pfeifen musste. Absolut richtig, dass Fortunas Vereinsführung nicht verhindert hat, dass KäDie den Mädels sein schickes Kö-Stecher-Outfit präsentieren wollte. Bitte mehr davon!
Elvers, Jenny: (M)ein Traumprinz. Wenn ich demnächst mal wieder in Düsseldorf shoppe, muss er mir unbedingt den neuen Armani-Megastore auf der Kö zeigen. Zum dank verpasse ich ihm eine 1A-Balsamikoreduktion.
9. Oliver Fink (33)
volley: Mr. Fink ist sehr wichtig für das mannschaftliche Gefüge - ein angenehm besonnener und fairer Zeitgenosse. Mordsfang. Siebtes Jahr bei den Rot-Weißen, und so verflixt ist es gar nicht. Er hat immer seine Leistung gebracht. Im Nachhinein hat sich heraus gestellt, dass es letzten Sommer doch kein Fehler war seinen Vertrag nochmal um ein Jahr zu verlängern, auch wenn der Routinier anfangs unter Laptop-Kramer keine Rolle spielte. Der Verein steht im Sommer aber erneut vor der Frage, ob er dem Niederbayern auf dem bisherigen Niveau eine achte Saison zutraut. Eine knifflige Entscheidung. Tendenz: Trennung in aller Freundschaft oder wie man heute so schön unverbindlich sagt: „Wir schreiben!“
Norbert Meier: Fink hat aber auch Glück gehabt. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. D.h. – bei mir! Vorher kannte ihn kein Mensch. Ich habe ihn doch erst zu dem gemacht, der er jetzt ist. Sonst würde er heute noch im Allgäu auf’m Dorfplatz vor sich hin kicken.
Brigitte Nielsen: Hallo Lieblingsmensch... Ik hou van jou. What an amazing player. So skilfull and handsome.
Elvers, Jenny: Ein echter Naturbursche. Ein prächtiges Mannsbild. Egal ob auf der 10 oder der 6. Er ist so himmlisch omnipotent, äh polyvalent. Finki steht halt überall seinen Mann. Das muss an seiner Ernährung liegen. Wahrscheinlich ist er auch eingefleischter Vegetarier, wie ich.
DergroßeHelmutS: Der geborene Leader. Fortuna bräuchte 11 Finkis, dann würde der Aufstieg jetzt schon feststehen. Ich wollte ihn ja langfristig an den Verein binden, aber der Dr. Dirk hat meine Strategie perfide durchkreuzt und diesen großartigen Sportler mit einem lächerlichen Einjahresvertrag abgespeist. Werde ihn im Sommer nach Berlin lotsen und Oli wird Union in die Bundesliga führen.
Dr. Dirk: Wieso lächerlich? Zu den von mir gepushten professionellen Strukturen gehört auch der Wegfall von Gefälligkeitsverträgen. Lieber mal eine Million in Marketingumfragen stecken. Davon hat der Klub mehr.
10. Emmanuel Iyoha (18)
volley: Schießt in der A-Jugend Tore wie am Fließband. Fortuna hat ihn (auf Druck der Fans?) daraufhin mit einem Profivertrag ausgestattet. Das war richtig und kann auch nur der Anfang einer neuen Strategie sein um mehr auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Sehr viele dieser Talente sind in den vergangenen Jahren ganz schnell auf Nimmerwiedersehen verschwunden, nachdem sie in die 1.ste Mannschaft reinschnuppern durften (Iyohas Vorgänger heißen Karpuz, Golley, Pluntke, Urban, Ajani, Piette, Königs, Akca – just to name but a few). Hoffentlich meint der Verein es diesmal ernst mit einem Paradigmenwechsel weg von abgehalfterter Ex-Bundesliga-Durchschnittsware hin zu motivierten und perfekt ausgebildeten Kräften aus dem eigenen Leistungszentrum. Zweifel sind angebracht. Vor allem solange auch Sportdirektoren nur Söldner sind, die nur ihr eigenes Netzwerk und ihre Karriere im Blick haben.
Norbert Meier: Bei seinem ersten Auftritt gegen Union Berlin wirkte er tapsig wie ein liebeskranker Welpe. Nicht umsonst setze ich lieber auf arrivierte und routinierte Spieler. Mit grünen Jungs kann ich nichts anfangen. Die können sich ihre ersten Sporen meinetwegen in Sandhausen oder Aue verdienen. Oder eben bei Fortuna. Ist ja das gleiche Kaliber.
Brigitte Nielsen: Mit grünen Jungs kann ich eine Menge anfangen. Denen zeige ich all meine Tricks. Immer her mit Emma!
Elvers, Jenny: Erinnert mich an Theo Huxtable aus der Cosby-Show. Sehr smart, sehr sexy. Ich werde eine „EI“-Modekollektion für ihn entwerfen und ihn ganz groß rausbringen, dann ist er nicht mehr auf den Fussball angewiesen.
DerOB: Habe ihn nie live spielen sehen. Aber unser Schülerpraktikant hat mir wahre Wunderdinge über ihn berichtet. Hoffentlich setzt ihn Trainer Kurz gegen Heidenheim ein, da werde ich nämlich live vor Ort die Fortuna anfeuern.
Bert Wollersheim: Aber bitte nicht wieder meine Klamotten auftragen, klaro OB? Komm gefälligst in Deinem eigenen Zwirn. Sonst wird’s ungemütlich. Zu Iyoha: Er könnte für frischen Wind im Kader sorgen. Ein Frechdachs, wie ich (früher).
11. Kevin Akpoguma (20)
Norbert Meier: Hat sich selbst einen roten 476 PS starken Mercedes C 63 AMG-Flitzer (Neupreis ab 100.000 €) geschenkt. Zu meiner Bremer Zeit hatte ich in dem Alter auch einen roten Flitzer. Wie ich mit meinem Fiat Uno die Abwehrreihen habe stehen lassen, das werde ich nie vergessen. Wir sind dann auch direkt aufgestiegen. Tja, Aufstiege sind halt meine Spezialität. Das haben bei Fortuna nur leider alle vergessen. Bis auf den Paule, der wollte mich zurückholen. Aber dieser Komikerrat um Kronenzwerg war dagegen. So war ich gezwungen in Bielefeld zu verlängern, damit die Alimente gesichert sind. Pech für Fortuna. Dann steige ich halt mit der Arminia in die Bundesliga auf.
DerkritischeGeist: Wurde uns groß als Mega-Talent (z.B. von Comical RP online) aus dem Kraichgau angekündigt. Wird aber 2017 als Micro-Durchschnittskicker nach Hoffenheim zurückkehren. Wahrscheinlich nur um von dort direkt weiter gereicht zu werden. Dürfte früher oder später in den Niederungen des Profifussballs landen. Vorher wird er aber vielleicht noch Olympionike. Zumindest steht er auf der Watchlist für die Spiele in Rio de Janeiro.
volley: Der Gewinner der Saisonvorbereitung – so rauschte es durch den Düsseldorfer Blätterwald. Auch seine Auftritte bei der U20-WM in NZL machten Appetit auf mehr Akpoguma. Doch beim Startelf-Debüt gegen Paderborn bekam er bereits bei der ersten Ballberührung ein Zitterfüßlein. Kevin war eigentlich verpflichtet worden um Julian Schauerte Feuer unter der Mütze zu machen, doch dieser lief sich bereits ab der 5.ten Minute warm, was Kevins Nervosität nur noch verschlimmerte. Allerdings kam Schauerte erst in der 84.ten Minute für ihn. Eine überaus seltsame Aktion des sonderbaren Trainers Kramer. Jedenfalls war die Wachablösung damit vom Tisch. Die Neuverpflichtung stand fortan nur noch zwei Mal in der Anfangsformation und wurde auch im Rückspiel in Paderborn zur Pause nach schlimmer Nichtleistung erlöst. Unbestätigten Gerüchten zufolge ist er von dort direkt mit seinem schicken Flitzer in die Winterpause nach St. Moritz gebrettert. Vielleicht kommt in der Rückrunde ja doch noch sein Durchbruch. Man glaubt es nur kaum. Wäre auch untypisch für Fortuna, dass ein mit hohen Erwartungen überfrachteter Spieler doch noch zündet. Gab’s das schon mal?
Elvers, Jenny: In St. Moritz war ich auch. Dann war er wahrscheinlich derjenige, der schon um 9 Uhr den Jagertee aufhatte, während ich das Problem hatte, selbiges mit meinen Augen zu schaffen. Eine Skikanone ist er aber nicht. Er verlor auf dem Aussenski stehend die Kontrolle über sein Gleichgewicht. Wirkte dann wie ein Quietscheentchen auf Landgang. Genau wie auf dem Platz.
Brigitte Nielsen: Muss zugeben, dass auch ich von ihm enttäuscht bin. Er ist ja eigentlich ein schnuckeliges Kerlchen. Deshalb habe ich ihn bezeiten abgecheckt, bei facebook und so. Aber auch bei mir zuhause. Folgte ihm auch bei twitter. Aber nach meiner Erfahrung legt er zu viel Wert auf Geschwindigkeit und einen schnellen Abschluß. Stehvermögen hat er weniger als die Schweizer Marathonläuferin Gabriela Anderson-Schiess bei der 84er-Olympiade in LA. Ich hab den Kontakt zu ihm abgebrochen und ihn auch auf allen sozialen Netzwerken blockiert.
DergroßeWolfW: Fortuna wäre besser beraten gewesen, mit Leon Balogun und Tobias Levels zu verlängern. So ein bärenstarkes Aussenverteidiger-Pärchen wird der Verein in den nächsten 30 Jahren nicht mehr finden.
12. Christian Strohdiek (27)
Der Bachmann: Macht einen auf Quarterback wie der späte Matthäus, der aus dieser Position das Geschehen lenkte. Hat aber nicht mal das spielerische Format von Lothars’ Greenkeeper oder Michael Schütz, dem Mini-Matthäus der späten 80er.
volley: Wir kannten ihn gar nicht als Fortuna seine Verpflichtung bekannt gab. Also nahmen wir ihn am letzten BuLi-Spieltag gegen den VFB Stuttgart unter die Lupe. Nachhaltig in Erinnerung bleibt der Riesenbock, mit dem er die Niederlage einleitete und den Paderborner Abstieg besiegelte. In dem Moment beschlich uns ein extrem ungutes Gefühl. Sollten wir uns wieder einen Ladenhüter eingefangen haben? Bei uns hat er sich bislang bestenfalls als fussballerisches Neutrum präsentiert, das zu schnell und zu oft in den Schnarchnasen-Modus schaltet und dem Gegenspieler die fatalen Freiräume gestattet (meist hält er mehr als nur die empfohlene Armlänge Abstand). Er muss sich fragen, ob bei der Fehlerquote Verteidiger überhaupt der richtige Job für ihn ist. Ohnehin sieht er sich selbst wohl eher als verkappten Dirigenten. Anders ist die Anzahl der langen Schläge, die er hinten raus haut, nicht zu erklären. Dummerweise landen die fast alle im Nichts.
Lothar M: Das „fast“ bitte streichen
Norbert Meier: Ein kapitaler Hecht. Dieser coole Hund macht die tollsten Sachen. Ein echter Rohdiamant. Auch mit Ende 20 noch. In Ostwestfalen längst eine lebende Legende. Hier trägt jeder zweite Jungspund die Unterarmtattoos nach seinem Vorbild. Hätte ihn gerne unter meinen Fittichen. Er würde regelrecht explodieren.
Brigitte Nielsen: Wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus John Wayne und dem Super-Papagei. Doch der Schein trügt. Er ist eher wie Shrek. Machte nach der Winterpause im Testspiel bei Alemannia Aachen nahtlos mit dem weiter, was er am besten kann: Böcke schießen.
Elvers, Jenny: Einer dieser Akteure, die unter großen TamTam anheuern, bis nach 6-12 Monaten auch der letzte mitbekommen hat, dass sie absolut untauglich sind. Dann werden sie zurück auf das Spielerkarussell gewuppt und ganz unprätentios bei Waldhof Mannheim oder SC Verl wieder ausgespuckt. Dass sie in ferner Zukunft gegen Fortuna treffen werden, ist aber jetzt schon fix.
DergroßeHelmutS: Absoluter Vollprofi. Habe ihm Weihnachten angeboten zu mir zur Union zu wechseln, aber er will sich partout bei Fortuna durchsetzen. Schade, Chris hätte Kapitän und der Kopf der Mannschaft werden können, quasi der neue Mattuschka. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich lasse jedenfalls nicht locker bei ihm.
Bodzek: Bringt es auf stattliche 60 Querschläger pro Partie. Wobei die Dunkelziffer noch viel höher liegen dürfte. Das hätte ich mir mal erlauben müssen. Der Verein hätte mich längst in die Lohausenliga abgeschoben.
So mancher moralisch nicht ganz gefestigter Fortune schwelgt in seinen Tagträumen in Erinnerungen an Basel 79 oder an die unvergessene Ristic-I und II-Ären. Doch die brutale Gegenwart heißt Heidenheim. Morgen schon gilt es darum die schwäbischen Goliaths punktlos auf die Ostalb zurückzuschicken. Lasst mal checken, zu welchen Heldentaten der aktuelle F95-Kader noch in der Lage sein wird. Kerem Demirbay hat ja bereits per Ansage verlauten lassen, dass sich "noch viele in der Liga über die Fortuna wundern werden!" Wie dies zu interpretieren ist, muss ein Jeder selbst entscheiden. 2015 war ja schon ein Jahr, in dem die Truppe permanent Anlass zu Verwunderungen gab. Aber leider zu anderen als erhofft.
„Tanz den Tugrul Erat“ oder der große Fortunen- TÜV im Winter 2015/16, Part II
13. Marcel Sobottka (21)
Volley: Ein Goliath! Marcel ist ein absoluter Glücksgriff. Völlig unverständlich warum der Lehrgangsbeste das erst so spät mitbekommen hat. Der Ex-Gelsenkirchener musste sich über Fortunas U23 anbieten und das hat er klaglos und vorbildlich getan. Kurz nachdem er dann fest zum Team gehörte, verletzte er sich am Außenmeniskus. Mittlerweile hat er sich aber zurückgebissen. Zum Glück ist er kein Leihspieler. Er gehört Fortuna und hat Vertrag bis 2018. Immerhin. Allerdings besitzt der FC Schalke eine Rückkaufoption. Wieder so ein undurchschaubares Konstrukt, das Fortuna eingegangen ist. Da muss der Verein noch viel klarer Kante zeigen und sich nicht von Bundesligisten die Konditionen diktieren lassen. Wenn alles glatt läuft, wird sich sein Marktwert bis zum Kontraktende vervielfachen und Sobottka für die Knappen zum Schnäppchen machen.
Norbert Meier: Dem ist nichts hinzuzufügen. Fortuna wird viel Freude an ihm haben. Er ist der eminent bewegliche, kämpferisch und läuferisch hervorstechende Typ, der für jedes Topteam unverzichtbar ist. Ich habe schon viele solcher Arbeitsbienen in meiner Karriere gezüchtet. Marcel ist so eine. Ihr Name steht schon in so manchem Notizbuch. Auch in meinem. Obwohl ich keinen blassen Schimmer habe, wie der da reingekommen ist. Stehen doch sonst nur die Namen und Nummern der Spielerfrauen drin.
Brigitte Nielsen: Knackig!
Der kritische Geist: Der kongeniale Partner für Christoph Avevor im defensiven Mittelfeld.
Elvers, Jenny: Ein geschickter Kämpfer, sehr sensibel, wenngleich auch noch ein bisserl rauh und wild. Ich würde ihm schon den nötigen Feinschliff verpassen. Dann wäre er der kongeniale Partner pour moi.
14. Michael Rensing (31)
VOLLEY: Für ihn gibt es keinen Ersatz. Er ist für mich unumstritten und MUSS immer spielen. In all den Jahren hat er sich höchstens mal Leistungsschwankungen gegönnt, ist aber nicht einmal in eine Formkrise geschliddert, wie so viele andere. Er wird dereinst in einem Atemzug mit Georg Koch und Jörg Schmadtke genannt werden. Mein Sohnemann geht bei Wind und Wetter im Rensing-Trikot zur Schule.
Norbert Meier: Marco Kurz sagte sinngemäß, Rensing und Unnerstall seien praktisch auf einem Level. Bei allem Respekt, das ist für mich der Witz des Jahrhunderts. Sie sind ungefähr so sehr auf einem Level wie Donald Trump und Claudia Roth.
Brigitte Nielsen: „Rensi“ ist noch ein Vertreter der aussterbenden Spezies der alten deutschen Torwartschule. Männer, die keine Schmerzen scheuen. So wie auch Toni Schumacher einer war, den ich 1987 eine zeitlang „gedated“ und den ich über die schwere Zeit nach seiner Entlassung beim 1. FC Köln und dem DFB hinweg getröstet habe.
Elvers, Jenny: Ich kenn’ ihn aus der Münchener Clubszene. Im P1 ging regelmäßig der Punk ab, wenn er die Tanzfläche betrat. Die jungen Dinger klebten regelrecht an ihm. Er ist übrigens ein Neffe zweiten Grades von Rudolf Nurejew. Leidet aber unter einer Balletallergie.
DerOB: Was für ein Mann! Ein wahrer Tarzan. Hat mich sogar im Radschlagen besiegt. Mit seinem adretten Äußeren könnte ich ihn mir gut in der Stadtpolitik vorstellen. Vielleicht mache ich ihn 2017 zum Sonderbotschafter für „Le Grande Départ“ oder die Tischtennis-WM.
Fischer: Er hat zweifellos seine Qualitäten. Starkes Reaktionsvermögen, unglaublich dominante Ausstrahlung. Im 1 gegen 1 sensationell gut. Seine kindische Trotzphase, in der er wegen Nichtberücksichtigung eingeschnappter war als eine Schnappschildkröte ist ja Gottseidank auch vorbei.
DergroßeWolfW: Einem Giefer kann er nicht das Wasser reichen. Dafür müsste er sich gewaltig steigern und zumindest ein Angebot von einem Topverein wie Schalke oder Leipzig erhalten.
Der kritische Geist: Er ist einer von von momentan nur zwei Stützpfeilern der Fortunawand (Der andere Pfeiler ist Demirbay). Wenn er herausbricht, wird es finster. Wage mir gar nicht auszumalen, wenn ihn mal ein Bundesligist lockt. Dann kann ihn Fortuna mit der Perspektive auf ein dauerhaftes Mauerblümchendasein als graues Zweitligamäuschen nicht halten.
15. Mike van Duinen (24)
VOLLEY: Hat in Bochum das 1:1 gemacht und damit seinen vorzeitigen Höhepunkt erreicht. Danach kam nicht mehr viel. Klassisches Fortuna-One-Hit-Wonder. Dazu passt, dass sein Gastspiel vorerst wieder vorbei ist. MvD wurde nach Kerkrade fort komplimentiert. Laut Rachid Azzouzi eine „Win-Win-Situation“. Für objektive Betrachter vielmehr eines von vielen teuren Missverständnissen, die sich Fortunas Verantwortliche seit 2013 geleistet haben.
Elvers, Jenny: Man nennt ihn den Bomber von Den Haag.
Brigitte Nielsen: Bomber? Sounds nice. I heard, that he’s a redhead, just like me. They are the best. Full of emotions.
Elvers, Jenny: Redhead? Pah, maximal rotblond – wie icke.
Der große Helmut S: Habe ihn in Holland beobachtet und mein Veto gegen seine Verpflichtung eingelegt. Aber der Dirk musste den Transfer ja zur Chefsache erklären. Ich habe der Fortuna Tah, Liendl, Pinto, Schauerte, Pohjanpalo, Avevor, Koch, Strohdiek und Trainer Kramer besorgt. Alle haben bombig eingeschlagen. Aber sie waren den Fans sowie den feinen Herren im Vorstand ja nicht gut genug. Also haben sie ohne Not teuer nachgelegt und für den Kauf von diesem van Duinen hunderttausende raus gehauen. Wenn der Verein deshalb pleite geht, ist das bestimmt nicht meine Schuld. Und dann kriegt der noch einen Rentenvertrag bis 2019. Oh man, Fussballgott lass Sachverstand über Düsseldorf regnen.
Norbert Meier: Fortunas Ex-Scout wollte dem Verein mal Bas Dost andrehen. Der war dem Vorstand und dem sportlichen Leiter zu staksig. Wenn schon Holland, dann bitte nicht Storch im Salat. Für Fortuna ist das Beste grade gut genug, also nur Produkte der Ajax-Schule. Oder eben frisch aus Den Haag. Mike van Duinen hat einfach mehr Potential als Dost. Das wird er langfristig unter Beweis stellen. Daher auch der Vierjahresvertrag. Fortuna wird noch viel Spaß an und mit Mike haben.
Fischer: Typische Fortuna-Verzweiflungsverpflichtung habe ich mir gedacht. Der hatte ja schon zuvor in seiner Heimat kaum was getroffen und seine ersten Auftritte wirkten recht hölzern. Geändert hat sich daran noch nichts. Man muss ihm aber eine gesunde Portion Kampfgeist attestieren und zugute halten.
Der Weid(e)mann: Ähnlich hüftsteif, lahm und haarfarbig wie Anthony Roche, das unvergessene australische Baumkänguruh mit Dauerladehemmung, das in der Saison 2003/04 ein viel ignoriertes Gastspiel am Flinger Broich gab.
Mike van D.: Ich bin dann mal weg. Aber ich werde wiederkommen. Das wars noch lange nicht.
16. Adam Bodzek (30)
VOLLEY: Kam 2010 aus Duisburg zu uns um als eine Art „Quarterback“ aus der Defensive heraus dem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Es gab Phasen, da hat das hervorragend funktioniert. Man darf gespannt sein, ob er das irgendwann wieder hinkriegt. Zu erwarten ist das kaum. Seine beste Zeit liegt vermutlich hinter ihm.
Brigitte Nielsen: Another „cutie“ und gleichzeitig sehr männlich. Fortuna hat so viele hübsche Spieler – vor allem hinten.
Elvers, Jenny: Etwas Animalisches hat er ja schon an sich, aber gleichzeitig verletzbar. Das gefällt mir.
Norbert Meier: Mir auch!
Fischer: Wenn er am späten Vormittag mit seinen Fortuna-Buddies im Golzheimer Vapiano aufläuft und dort Hof hält, stockt den Damen an der Theke der Atem. Bodszek trägt dann immer auffällige Pluderhosen und Daffel-Cordwesten. Zum schießen komisch, aber wohl leider ungewollt. Aber ok, er kann sich sowas halt auch leisten.
C. Strohdiek: Hey, wieso darf ich eigentlich nie mit ins Vapiano? Egal, ich habe eh besseres zu tun als einen auf Pfau zu machen. In den Trainingsspausen feile ich immer mit Peter Herrmann an meiner Spezialität: den langen, diagonal geschlagenen Bällen. Die werden in der Rückrunde zentimentergenau kommen. Mit denen hole ich mir meinen Stammplatz zurück.
17. Lars Unnerstall (25)
Brigitte Nielsen: Hübscher Bengel! Der erinnert mich an meinen Lieblings-Hengst „Harmony“, den ich in den 80er Jahren auf unserer Ranch in Montana durchgeritten habe.
Elvers, Jenny: Darauf einen Adonis Spurmante.
Norbert Meier: Mädels, bitte sachlich bleiben – auch wenn es schwer fällt, denn in der Tat! „Unni“ hat das gewisse Etwas, leider nicht im Tor. Dennoch, wenn er mag, hole ich ihn mir nach Bielefeld. Just for the fun of it. Und weil ich es mir leisten kann. Mal schauen, wofür wir ihn gebrauchen können. Für’s Tor eher nicht. Wolle Kneib würde mir ins Genick springen.
VOLLEY: Im Pokal beim lausigen Viertligsten Rot Weiss Essen im Tor und da überragend. Rettete Fortuna überhaupt erst ins Elferdrama und somit letztendlich in die 2.te Runde. Ließ sich in selbiger in Nürnberg dann aber die Kiste vollhauen. Aus nachvollziehbaren Gründen ansonsten ohne weitere Bewährungschancen. Wird irgendwann frustriert weiterziehen. In der Schweiz war er schon. Auf Schalke auch. Warum nicht mal nach China? Sie würden ihn dort lieben.
18. Julian Schauerte (27)
VOLLEY: Der durchschnittliche Zweitligaprofi par excellence. An seiner Stelle hätte dergroßeHelmutS 2014 genauso gut auch Joni Kauko (FSV F) oder Piotr Cwilong (VFL B) verpflichten können. Niemand hätte einen Unterschied bemerkt. Fussballerische Biedermänner, die 2-3 x pro Saison glänzen, ansonsten ihr Tagewerk zur allgemeinen Unzufriedenheit verrichten und nicht am Hochreck zuhause sind. Unorthodoxer Wildwest-freestyle-Fussball ist ihre Sache nicht. Aber wenn sie mal einen Gegner vernaschen, lassen sie den Abend direkt im Swinger-Club ausklingen.
Norbert Meier: Da bin ich meistens dabei. Was viele nicht wissen, Julian ist mein Patenkind aus erster Ehe.
Elvers, Jenny: Diese prächtigen Locken! Ein Mann wie Jule, weiß was uns Frauen gefällt.
Brigitte Nielsen: In seinen starken Armen würde ich mich geborgen fühlen. Seufz. He is my man!
Der kritische Geist: Eines der Gesichter, die für das katastrophale Jahr 2015 stehen. Seine Leistungen schwankten schlimmer als die Titanic auf ihrer Jungfernfahrt. Die sportliche Leistung wollte daraus die Konsequenzen ziehen und mit Kevin Akpoguma einen jungen Mann als neuen Rechtsverteidiger aufbauen, an dem Schauerte nur hätte vorbeikommen können, wenn er wirklich konstant gut drauf gewesen wäre. Eine tollkühne Strategie, die, wenn erfolgreich, zum Nutzen aller hätte sein können. Aber es kam anders. Kevin A. hat sich bereits in Spiel 1 als dermaßen untauglich erwiesen, dass Julchen schon nach 84 Saisonminuten seinen Stammplatz zurückgewonnen hatte. Und so spielt er seinen Stiefel runter, bei dem sich unerklärliche Aussetzer mit vogelwilden Aktionen abwechseln.
19. Christopher Avevor (24)
Paulchen: Er ist wieder da!
VOLLEY: Er könnte den methusalesken Altersdurchschnitt unserer Innenverteidigung signifikant in einen akzeptablen Bereich drücken, wenn man ihn, den geborenen Innenverteidiger, nur da spielen lassen würde. Aber keiner seiner bislang vier Trainer bei Fortuna scheint diesen Gedanken auch nur ansatzweise in Erwägung gezogen zu haben. Very strange. Umso verwunderlicher, da das defensive Zentrum bei Fortuna seit Jahren eine neuralgische Schwachstellte darstellt, spätestens seit dem Abgang von Jens Langeneke. Haggui und Madlung sind zwar in vielen Schlachten gestählte Abwehrrösser, aber doch mitleiderregend langsam und somit gegen schnelle Zweitligakonterstürmer chancenlos.
Norbert Meier: Der Spieler hat wegen eines Knochenödems ein Jahr lang gelbe Scheine gezogen. Zum Glück gab es in den 80er Jahren solche neumodischen Verletzungen noch nicht, sonst wäre Otto Rehhagel mit uns bei Werder niemals Meister geworden.
„Totte“ Legat: Blödsinn, Herr Meier. Der Avevor ist ein mysteriös an Beständigkeit. Auf den kann man nichts ankommen lassen.
Brigitte Nielsen: Einer dieser voll austrainierten, blutjungen Heißsporne, wie ich sie liebe. Chris hat das Hungrige Herz von Rocky I.
Elvers, Jenny: A man who could move mountains.
20. Lukas Schmitz (27)
VOLLEY: Spielt mehr no-look-Pässe als Stevie Wonder. Zuletzt hat er auffallend lässig im Test gegen St. Gallen dem Schweizer Angreifer den Ball einschußbereit serviert. Tipico hat daraufhin sofort das Spiel aus dem Live-betting-Angebot genommen.
Der kritische Geist: Der neue Trainer scheint zu allem entschlossen zu sein. Lukas Schmitz soll wohl allen Ernstes fester und linker Bestandteil des Viererkettenensembles werden. Das kann nicht gut gehen. Er hat mit Bremen und Schalke in der Bundesliga und sogar europäisch gespielt. Und jetzt mit grade einmal 27 steckt er seit geraumer Zeit in der F95-Endlosschleife der Hoffnungs- und Erfolgslosgkeit fest. Das kann doch nicht sein Anspruch sein. Er müsste sich doch zerreissen um wieder dahin zu kommen, wo er einmal war. Aber da passiert nichts. Er spielt emotionslos, mitunter äußerst fahrig und produziert haufenweise Fehler und Ungeschickheiten. Seine wirklich gelungenen Auftritte in den zweieinhalb Jahren bei uns lassen sich an einer Hand abzählen. Und die hatte er zumeist auf der „6“. Seine Transusigkeit ging sogar so weit, dass ihn Gutmensch Kramer verbannt hat. Als sich tabellarisch keine Besserung einstellte und auch die anderen vermeintlichen Raketen nicht zündeten, blieb dem Übungsleiter nichts anderes übrig als Schmitz zu begnadigen. Besser wurde es durch den Zick-Zack-Kurs auch nicht.
Norbert Meier: Der alte Trainer, Kramer hieß er glaub’ ich, hat ihm aber auch immer sehr schnell seine Liebe und das Vertrauen entzogen. Dann kann ein sensibler Spieler wie Lukas keine Höchstleistung bringen. Marco Kurz wird sicher zu würdigen wissen, was für einen Hochbegabten er mit Schmitz zur Verfügung stehen hat.
Brigitte Nielsen: Für sein Future-me wünsche ich mir weniger Stevie Wonder und dafür mehr Power und Emotionen, a la Jane Fonda.
Elvers, Jenny: Ihm würde mal ein Ritt auf einem Kometenschweif gut tun, wenn Ihr wisst, was ich meine...
21. Mathis Bolly (25)
Der kritische Geist: Mathis Bolly?!? Haha, stimmt – da war doch mal was. Der schnellste Spieler auf der Playsi. Bolly hatte wohl einen guten Draht zum Spieleentwickler von SONY. Wehmütig denkt man an seinen kometenhaften Aufstieg im Frühjahr 2013 zurück als er innerhalb weniger Tage in München und Wolfsburg traf. Dennoch, im Endeffekt war er nur eine Sternschnuppe, die schnell verglühte. Der ewige Patient. Aber man darf auch nicht vergessen, bei ihm handelt es sich um einen leibhaftigen und waschechten WM-Teilnehmer. Also bitte etwas mehr Respekt.
VOLLEY: War mal als Geheimwaffe konzipiert worden, vergleichbar der V2, wurde aber ein ähnlicher Rohrkrepierer. Inzwischen hat man jegliche Hoffnung fahren lassen. Da fällt einem die Geschichte von dem Hasen und dem Igel ein. Schnelligkeit alleine reicht nicht, man muss auch schlau sein und mit dieser großen Gabe, die für ihn ein Segen und ein Fluch zugleich ist, umzugehen wissen. Seine Schnelligkeit ist unbestritten, aber er agiert viel zu kopf- und orientierungslos. Odonkor für Arme. Bolly ist jemand, der kein taktisches Gespür, keine Zweikampfhärte besitzt und darüber hinaus nicht mal gut schießen kann. Außer bei seinem siegbringenden Knaller gegen Union Berlin Ende 2014. Ich glaub, das war das letzte Fortuna-Tor, das ich mit einem dreifachen Rittberger aus dem Stand heraus abgefeiert habe.
Norbert Meier: Bolly ist die Klimakonferenz bei Fortuna. Man hofft und hofft wider besseren Wissens auf die Wende zum Guten. Wird aber immer wieder enttäuscht. Und dann – eines Tages – wenn man alle Hoffnung hat fahren lassen, kommt dann vielleicht doch noch der große Knall? Leidet eindeutig am Torghelle-Syndrom. Und damit kenne ich mich aus. Sein Marktwert bei transfermarkt.de hat sich bei Null Euro eingependelt, da mittlerweile vom TÜV und anderen staatlichen Institutionen offiziell festgestellt wurde, dass es sich bei Bolly gar nicht um einen Fußballer handelt. Als Fazit bleibt frei nach Klosterfrau Melissengeist: Nie war er so wertlos wie heute.
Brigitte Nielsen: Ach, ist der immer noch bei Euch im Kader? Dachte der wäre grade mit den Harlem Goaltrottels auf Welttournee. Neuerdings ist er auch Ehrenpräsident der Selbsthilfegruppe der anonymen Gezerrten. Da ist mächtig RambaZamba seit Pep beim Klassenfeind aus München die Zügel kräftig angezogen und Maulwurf sowie Übergewicht den Todeskampf angesagt hat. Dem Spanier gehen die Spieler nun reihenweise von der Fahne und flüchten sich zu Bolly & Co. in die Selbsthilfegruppe, die von Andy Möller geleitet wird.
Elvers, Jenny: Bolly? Nie gehört? Ist der Inder?
22. Didier Ya Konan (31)
VOLLEY: Auf Fallrückzieher unters Lattenkreuz wird man bei ihm vergeblich warten. Da ist die Schwerkraft vor. Uns würde es schon reichen, wenn er wieder ab und an das Tor träfe oder zumindest so tun würde als ob.
Norbert Meier: Nutzlos wie Aristide Bance, mit dem ich mich rumärgern musste.
Brigitte Nielsen: Hat das Potenzial zu einer ganz großen Karriere – allerdings nur in einer Casting-Show. The Biggest Loser ist ihm regelrecht auf den Leib geschnitten worden. Was Klotzbier kann, schafft Konan doch wohl spielend.
Elvers, Jenny: Als ich Silvester mit Azzouzi in Fürth abgestürzt bin, hat er mir gesteckt, dass Ya Konan in Wahrheit Yusuf Adewunmi ist. Das erklärt natürlich einiges, wenn nicht gar ALLES.
Der kritische Geist: Gegen Union, 1860 und Fürth hat er mit seinen Toren die Punkte eingefahren. Sonst ist er zu oft abgetaucht. Nach seinen zwölf „Holztreffern“ der Top-Favorit auf den Inefficency Award des Deutschen Fussballs 2015. Hat aber in Mike van Duinen und Joel Pohjanpalo hartnäckige Konkurrenz, die ihm den Preis abstenstig machen könnten.
Fischer: Mein Sohn gehört zu der Ein-Mann-Die-hard-Ya-Konan-Fraktion. Wenn er erfährt, dass Ya gegen Heidenheim gar nicht von Beginn an aufläuft, mutiert er garantiert zum Wutkind und schlägt eine Schneise der Verwüstung durch den Familienblock.
DergroßeHelmutS: Ich habe ihn zwar aus der Wüste losgeeist, aber doch nur, weil der Verein Erwin Hoffer aus unverständlichen Gründen nicht behalten wollte. Ich habe Dirk davon abgeraten ihn gehen zu lassen. Mit „Jimmy“ wäre man bis zum Regenbogen gefahren. Jetzt bombt er halt den KSC zum Aufstieg.
Frank Mayer: Fortunas großes Manko ist doch Folgendes: Die Stürmer präsentierten sich so gefährlich vor dem Tor wie Koalabärchen im Eukalyptusrausch. Ya bildet da keine Ausnahme. Er wurde als schillernder Bundesliga-Schwan verpflichtet, hat sich aber als häßliches Entlein entpuppt. Sein Engagement bei Fortuna wird genau wie das von Kenia, Omae, Ramirez, Gianniotas, Nando Rafael und Konsorten (die Liste ließe sich beliebig und nahezu endlos fortsetzen) von kurzer Dauer und vorzeitiger Vertragsauflösung geprägt sein.
23. Joel Pohjanpalo (21)
Zitat Jan Weitzel: Bevor der in der Rückrunde noch was reißt, wird er eher die Hauptrolle bei Rapunzel - neu verföhnt bekommen. Könnte auch als finnische Schlagersängerin reüssieren. Als Adele der Herzen sozusagen.
VOLLEY: Hatte bereits vor seinem ersten Treffer eine Tor-Blockade. Das Dreigestirn aus van Duinen, Ya Konan und Pohjanpalo ist natürlich der unperfect storm. Wahnwitziger weise hat Mr. Laptop die drei sogar einmal zusammen aufgeboten mit YK und MvD als Flügelzange beim legendär verkackten Auswärtsauftritt gegen Kaiserslautern (0:3). Das sah dann schon so aus als würde Kramer um seine Entlassung förmlich betteln. Alle drei wecken inständig die Sehnsucht nach Jan Mattsson, Henrik Ravn Jensen, Sven Demandt, Ralf Dusend, Rainer Geye, Atli Edvaldsson, Detlev Szymanek, Wolfgang Seel, Den Allofs-Brüdern, Frank Mayer, Ricardo Cyron oder nach, ja warum eigentlich nicht, sogar nach Thomas Adler und Emanuel Günther. Alles größere Kaliber als die drei in der Vorrunde gescheiterten Angreifer. Die gehören unbedingt auf Marco Kurz‘ No-Play-List. Zum Glück gibt es mit Nikola Djurdjic ja nun eine weitere Alternative.
Norbert Meier: Meine Verteidiger freuen sich schon. Die vernaschen Mädels wie Joelle zum Frühstück.
Brigitte Nielsen: Einst hörte man über ihn, er sei wie Koks - hell, teuer und zerstörerisch. Wo er ist wird‘s brandgefährlich! Er lebte nur für den Kick, für den Augenblick. Davon ist nicht mehr viel übrig. Und ich muss das wissen, denn mit Koks kenn‘ ich mich ebenso gut aus wie mit gefährlichen Männern.
Elvers, Jenny: Joelle wirkte zuletzt wie ein steif gefrorener Pinguin. Ich konnte gar nicht mehr hinschauen. Es hätte mir sonst das Herz gebrochen.
24. Charalambos Mavrias (21)
VOLLEY: Wie sang schon Frank Sinatra in seinem Evergreen „Sunderland, Sunderland“? „If you can make it there, you can make it anywhere!“ Auf Deutsch: Wenn Mavrias Englands Nordosten verzaubert hat, warum sollte ihm das nicht auch mit einem kleinen Fleckchen im Rheinland gelingen? Mir fällt da kein Grund ein. Hat auch beim ersten Einsatz im Test gegen Paderborn direkt getroffen.
DerkritischeGeist: Die Presseabteilung hat ganze Arbeit geleistet. In seinem ersten Interview wusste Charas bereits davon zu berichten, was für tolle Fans Fortuna habe und das man als Traditionsverein in die 1. Liga gehöre. Und er wolle alles dafür tun um bald dahin zu kommen. Was hört der bekanntlich mit der Realität fremdelnde F95-Fan lieber?
25. Nikola Djurdjic (29)
Volley: Die Frage ist doch, wie kommt man auf solche Spieler? Mehr als Trial and Error kann doch nicht dahinterstecken. Theoretisch könnte ja mal ein Glückstreffer dabei sein, aber hey, wir sind Fortuna Düsseldorf. Dass wir mal Glück haben, daran glaubt doch keiner.
DergroßeWolfW: Azzouzi bleibt seinem Beuteschema treu und verpflichtet am liebsten Akteure, die er von seinen früheren Stationen kennt. Sein Netzwerk ist, um es vornehm auszudrücken, ausbaufähig. Es kommt ja auch nicht von ungefährt, dass kein aktueller, bei Fortuna unter Vertrag stehender Profi für andere Vereine interessant ist, außer vielleicht Bebou aufgrund seiner Jugend und seines Talents. Nur eine wirklich kritische und schonungslose Analyse, warum dem so ist, kann Fortuna voran bringen. Dann darf man aber auch nicht vor personellen Konsequenzen zurückschrecken.
Der kritische Geist: Hatte eine gefährliche Aktion gegen H’heim als seine Direktabnahme am langen Pfosten vorbeistrich. Djurdjic könnte die erhoffte Verstärkung für die lahmende Offensive sein. Aber zu hoch darf man seine Erwartungen an ihn auch nicht schrauben, ist der Serbe doch auch einer, der seit einem Jahrzehnt auf dem Legionärsticket durch die Fussballweltgeschichte gondelt. Aus dieser Perspektive passt er natürlich perfekt ins Team. Ob das eine gute Nachricht ist, muss jeder selbst entscheiden.
Helge Achenbach: Zu meiner Zeit lief das mit den Einkäufen viel strategischer. So habe ich beispielsweise Lumpi damals auf einer Kunstauktion in Dormagen entdeckt und umgehend ersteigert. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, wie lange Lambertz Leistungsträger der Rot Weißen war. Wenn er mag, vermittle ich ihn zu ALDI Nord. Da fang ich demnächst als Vorstand an.
Farid Bang: Ich will meine Frisur wiederhaben. Sofort!
26. Tugrul Erat (23)
VOLLEY: In knapp zwei Jahren bei Fortuna ist er keinen Schritt weitergekommen. Da muss er sich die Frage gefallen lassen: Kommt da noch was? Tugrul möchte unbedingt zurück in den großen Fußball. Das wollen wir alle. Wenn es denn nur so einfach wäre. Jedenfalls wird er das vermutlich weder mit noch ohne Fortuna schaffen. Trotz Profivertrags wurde er erneut relativ uncharmant zur Zwoten abgeschoben. Seine Zeit bei Fortuna endet im Sommer. Privat ein sehr interessanter Zeitgenosse. Er tanzt gerne und liebt DAF.
Gaby Delgado: Und DAF liebt Tugrul.
DerkritischeGeist: Erst kriegt er einen Profivertrag. Anschließend können ihn aber wechselnde Trainer nicht gebrauchen. Woran liegt das? Doch an er(r)atischen Leistungsschwankungen? Oder an der fehlenden sportlichen Kompetenz? Dieses Hin und Her hätte man dem Spieler auch ersparen können. Vermutlich ist Tugrul tatsächlich in der U23 besser aufgehoben. Nicht nur weil die Regionalliga eher seinem Leistungsniveau entspricht sondern auch weil die Stimmung im und die Auftritte des Nachswuchsteams viel ansprechender sind.
27. Justin Toshiki Kinjo (18)
VOLLEY: Kam direkt vom unmittelbaren Abstiegskonkurrenten TSV 1860 München zur Fortuna. Ein ohne Frage überraschender Transfer. Die Löwen haben zwar einen sehr guten Ruf als Talentschmiede, aber warum sollten sie jetzt ohne Not und für wahrscheinlich sehr kleines Geld eine große Nachwuchshoffnung abgeben? Vielleicht wurde der US-Japaner als Trojaner ins Rheinland geschickt. Aber wahrscheinlich liegt es eher am Prinzip Zufall, das dem System Azzouzi zugrunde liegt.
DerkritischeGeist: Laut Rheinischer Post trat Kinjo bislang sehr zurückhaltend bei seinem neuen Verein auf, ließ sein Können bzw. sein Talent schon im Training aufblitzen. Das müssen die Löwen dann wohl übersehen haben.
28. Ilhas Bebou (20)
VOLLEY: Er ist groß, sehr robust, durchsetzungsstark. Trägt seine langen Haare bewusst ungepflegt zurückgekämmt und macht gerne einen auf dicken Max. Nein, die Rede ist nicht vom Düsseldorfer Eigengewächs Bebou sondern von dessen Berater Stefan Brasas. Der ehemalige Bundesliga-Torhüter der Stuttgarter Kickers ist einem regelrechten Goldrausch erlegen. Er weiß, dass er mit Bebou ein echtes Juwel am Haken hat und kann es kaum erwarten ihn meistbietend zu verhökern. Brasas weiß aber auch, dass sein Schützling noch lange nicht so weit ist, um das Maximum aus ihm rauszupressen. Also muss er sich in Geduld üben und auf Bebous schnellen Durchbruch hoffen. Da kommt ihm die gegenwärtige miserable sportliche Situation genauso in die Quere wie damals die Einschätzung des Trainers Kramer, der noch nicht bereit war auf Bebou zu setzen. Das nahm Brasas direkt zum Anlaß um Unruhe zu stiften, öffentlich den Einsatz des gebürtigen Togolesen zu fordern und mit dessen baldigem Abschied zu drohen. Aber – siehe oben – auch Brasas ist clever genug um zu wissen, dass der optimale Zeitpunkt für einen Verkauf noch nicht erreicht ist. Die Betonung liegt auf „noch“. Ilhas Bebou wäre jedenfalls gut beraten den Berater zu wechseln.
Norbert Meier: Die RP feiert ihn seit Jahren ab. So wie sie es mit mir getan hat. Mir ist aber nicht ganz klar, was die Redakteure in ihm sehen, was mir verborgen bleibt? Er ist sicherlich kein Schlechter, aber ob er jemals oben ankommen wird, bezweifel ich doch stark. Dafür ist er momentan zu sehr Mitläufer. Nach meiner Einschätzung ist er eh vielmehr ein „9er“. Marco Kurz und seine Vorgänger verschenk(t)en ihn auf der rechten Außenbahn. Fortuna hat jetzt zwar einen Haufen Mittelstürmer, aber vielleicht mendelt sich am Ende nicht ein Namhafter heraus sondern eines der Talente Bebou oder Iyoha.