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Die Bundesliga-Saison 2015/16 wird ein „Two-horse race“ – also ein Rennen, bei dem „nur“ zwei „Pferdchen“ Chancen auf den Sieg haben. Das ist die gute Nachricht, da der FC Bayern in den vergangenen zwei Jahren absolut konkurrenzlos war und das vermeintliche Titelrennen zum großen Langeweiler verkam. Die schlechte Nachricht lautet: Keiner der beliebten Tradionsvereine aus Dortmund, Gelsenkirchen, Kaiserslautern oder M’ladbach wird Deutscher Meister sondern der VFL Wolfsburg! Voraussetzung ist, dass Megastar Kevin de Bruyne nicht verkauft wird und sich ebensowenig eine gravierende Verletzung zuzieht. Auch ein frühes Champions-League-Aus wäre den Wolfsburger Titelambitionen zuträglich. Eine längere Doppelbelastung der Wölfe käme nur dem Rivalen zugute.

And the winner is: Deutschland, äh Wolfsburg

Wenn Klaus Allofs sagt, dass „der Verein nicht auf Transfereinnahmen angewiesen ist“, also auch nicht auf die Fantastilliarden, die ManCity für den Belgier, der auf dem besten Wege zu einem kompletten Spieler ist, überweisen würde, klingt das natürlich arrogant, ist aber nichts anderes als die Wahrheit. Erst die klugen Köpfe Allofs und Hecking konnten die norddeutsche Betriebssportgemeinschaft, die ja schon seit fast 20 Jahren neureich ist, zu einem ernstzunehmenden FCB-Konkurrenten formen, von dem Ausreißer 2009 mal abgesehen, als Schleifer Felix Magath die Wölfe zum Titel pushte und das formidable Sturmduo Dzeko und Grafite in der Rückrunde alles durch die Wand nagelte. 2015 verfügt Trainer Hecking über ein noch variableres Offensiv-Gespann, in dem neben de Bruyne Max Kruse, André Schürrle und Bas Dost herausragen. Faszinierend ist insbesondere der Niederländer, da eigentlich keiner genau weiß, ob dieser Fussballspielen kann. Dost erzielt seine Treffer ausschließlich mit einem Kontakt. Beim restlichen Spielgeschehen wird er außen vor gelassen. Achtet mal drauf. Die Wolfsburg-Community sollte die derzeitige Erfolgsphase unbedingt genießen, denn wenn man sich die Entwicklung der VW-Absatzzahlen in China so anschaut, kann das unanständig hohe Konzern-Investment durchaus auch mal auf ein normalsterbliches Ausmaß zurückgefahren werden müssen.

Bye-Bye Bayern

Die Bayern, bei denen einst immer die besten deutschen Spieler aufliefen, ähneln längst ihrer multi-nationalen Konkurrenz aus Madrid, London oder Paris. Das ist der erstaunliche Preis dafür, wenn ein Team aus dem Land des Weltmeisters in Europa Erfolg haben will. Man spricht deutsch - das war einmal. Es droht zwar nicht die erste Saison in der Zweitklassigkeit seit 1964/65, aber der vierte Meistertitel in Folge ist auch noch keine ausgemachte Sache, was übrigens noch keinem Verein in der Bundesliga-Geschichte gelungen ist, denn den Bayern fehlen – neben Weltklasse-Boateng - Innenverteidiger von gehobenem Format. Pfiffige und mutige Gegner haben längst Dante, Benatia und Alonso als Schwachstellen im meisterlichen Defensivverbund ausgemacht. Kein Wunder, dass man 2014/15 in der isolierten Tabelle der ersten sechs Teams untereinander Letzter geworden ist und auch in Europa zuletzt keine wirkliche Chance mehr gegen Real und Barca hat(te). Hinzu kommt die besondere Problematik um den verletzungsanfälligen Badstuber. Erstaunlich, dass die Bayern hier nicht aufgerüstet haben. In der Bundesliga wird die Abwehr meistens bestehen oder kaum geprüft werden. Aber wenn die CL auf die Zielgerade einbiegt, wird aufgrund der anfälligen Abwehr die Konkurrenzfähigkeit nicht gewährleistet sein. Stattdessen hält man sich 17 Mittelfeldspieler, wodurch für reichlich Konfliktpotential gesorgt ist.

Dass sich beim Meister Druck aufbaut, zeigt sich dadurch, dass bereits zwei Wochen vor dem Auftakt die Dünnhäutigkeit des Trainers kaum noch zu ertragen ist. Das Triple soll es nun doch schon wieder sein – mindestens. Als wenn sich Erfolg nur über die maximale Ausbeute definiert, die übrigens auch erst einmal (2013) in über 100 Jahren FCB gelang. Das ist irgendwie abstoßend. Hinzu kommen die zugegeben wirklich nervigen Diskussionen um die Vertragsverlängerung des smarten Katalanen und die geheimnisvolle Verletzung von Franck Ribery. Auch KillerKalle (Rummenigge) und seine wahnsinnigen Vorschläge, alle übrigens zum ausschließlichen Wohle des FC Nimmersatt, sorgen für heftige Betriebsamkeit in den FCB-Foren und –Haussendern (sport1).

Klonen am Reisbrett

Ist man an der Isar also wieder auf dem Weg zum FC Hollywood wie bereits Mitte der 90er Jahre? Ein FC Hollywood ist bekanntlich noch nie Deutscher Meister geworden. Aber Gemach! Inmitten der Aufregung und den ganzen Turbulenzen an der Säbener Straße wurden noch zwei ganz dicke Fische vom Transfermarkt geangelt. Aber wenn der FCB nicht noch die beiden überragenden Granaten Douglas Costa und Arturio Vidal verpflichtet hätte, würde ich den erneuten Titel für beinah ausgeschlossen halten. Vor allem nach dem Abgang des Fan-Idols, Basti Schweinsteiger, der Spanisierung des Kaders und des damit fortschreitenden Verlusts des mia-san-mia-Gens, was die große Mehrheit der FCB-Fans auch vehement beklagt. Mittlerweile ist es sogar so weit, dass der einstige Welttrainer gar kein Standing mehr bei den echten Fans hat. Kein Wunder - fehlt ihm doch jegliche Authentizität. Die Art und Weise wie er Spieler übertrieben als Super Super Super lobt, obwohl er grade die am liebsten los werden möchte, ist zynisch und menschenverachtend. Aber die Bajuwaren benötigen ja gar keine treuen Fans mehr, schließlich haben sie ja jetzt ihre chinesischen Follower und Verehrer, die sie unlängst bei der Marketingreise medienwirksam mit Sprechchören auf Deutsch („Super-Bayern, Super-Bayern, Hej!“) empfingen. Der Fremdschämfaktor drang dabei in nicht mehr messbare Regionen vor. Klonen am Reisbrett kann so schön sein. Wenn das die Zukunft ist, dann sage ich „Gute Nacht, Deutschland“, um mal einen berühmten bayrischen Sträfling zu zitieren. Dominieren also demnächst Beliebigkeit, Austauschbarkeit und Seelenlosigkeit im Freistaat. Abwarten. Jedenfalls wurde die bayrische Identität schon mal zu Grabe getragen. Was kommt nach Lahm und Müller? Dann gibt es keinen Unterschied mehr zu den Fußballerfabriken Manchesters, Chelseas und St. Germains. Dann heißt es vielleicht irgendwann mal wirklich Bye-Bye Bayern. Ach ja, was macht eigentlich die Bayern-Jugend? Und was das „engere“ Verfolgerfeld? In dem landet als Dritter, der BVB, die Comeback-Kids des Jahres 2015.

BVB ohne Comedy-Faktor

Betrachtet man die jüngere Vergangenheit, also die sieben glorreichen Klopp-Jahre, bleiben vor allem Leidenschaft, Herzblut, Hingabe und Zusammenhalt in Erinnerung – Echte Liebe eben. Beim Blick in die Zukunft und die Ära Tuchel, wird fast nichts mehr davon übrig bleiben, wie ja bereits phasenweise vor allem in der letzten Hinrunde auch schon nicht mehr. Dafür gibt’s den Tuchel-Effekt satt. Der BVB wird fortan mit Matchplan auflaufen und computersimulierten Roboter- statt Power-Fussball praktizieren. Der Trainer wird darauf bedacht sein, Distanz zu Spielern und Fans zu wahren. Comedy und Entertainment wie Klopp hat dessen Nachfolger nicht im Repertoire. Fraglich, ob das auf Dauer ankommen wird. Trösten wird die Fans im Zweifel aber der Erfolg, denn der wird ganz sicher zurückkehren. Was auch noch Mut macht, ist das Tor, das Marco Reuss in der Vorbereitung gegen Juventus erzielt hat. Das war der furiose und entfesselte BVB, der 2011-13 nicht nur das halbe Ruhrgebiet hat träumen lassen vom Jogo Bonito Made in Germany. Positiv auch der Abgang des Ciro Immobile, dessen jämmerliche Tränen nun das komplette Südspanien überfluten. Die BVB-Fans werden zwar ihren Kloppo vermissen, vor allem, wenn der in absehbarer Zeit beim Klassenfeind den Guardiola ablösen sollte, aber aus anderen Gründen werden sie keine Tränen vergießen müssen. Platz 3 ist Dortmund sicher und in der für Deutsche Vereine scheinbar höchst komplizierten Europa League werden die Schwarz-Gelben mindestens ins Viertelfinale vordringen.

Voetbal total auf Schalke?

Dicht im Nacken sitzen die Blau-weißen aus der Nachbarstadt vom FC Schalke 04. Theoretisch könnte eine Handvoll der aktuellen, jungen Schalker Garde in ein paar Jahren das Gerüst der Nationalelf bilden, ob sie dann aber allerdings noch für den FC Schalke spielen werden, ist eine andere Frage. Das Team verfügt über so viel Potential wie kein anderes im Verfolgerfeld. Hinzu kommt, dass man sich mit dem Bremer Franco di Santo eine Sturmgranate geangelt an, an deren Seite Klaas-Jan Huntelaar zu Höchstleistungen angestachelt werden wird. Der neue Trainer, André Breitenreiter, gibt sich angenehm volksnah und steht für totalen Angriffsfußball. Neben dem Sturmduo wird er mit Draxler, Leroy Sane und Choupo-Moting offensive Außen aufbieten. Dahinter wirbelt zentral Max Meyer, abgesichert von Johannes Geis. Mehr geht nicht. Was nach Goldener Zukunft klingt, birgt auch viele Gefahren. Die Jungs müssen auf dem Boden bleiben und sich nicht direkt für Galaktische Kicker halten, die mit Mio.-Gagen von ManCity und Co hofiert werden. Keine leichte Aufgabe für Manager Horst Heldt. So grade konnte dieser noch Julian Draxler behalten, aber es ist nur eine Frage weniger Spielzeiten, bis die Geldgiganten aus dem befreundeten Ausland, vorzugsweise aus der englischen Premier League, die Talente mit den ganz großen Scheinen abfischen werden. Von daher gilt es für die Anhänger den Augenblick zu genießen, denn die neue Spielzeit wird spektakulär und erfolgreich. In der Zukunft wird die U19 einfach weiterhin regelmäßig Deutscher Meister und als Knappenschmiede überragende Talente im Dutzend ausspucken müssen um die potentiellen Abgänge zu kompensieren. Dann wird man auf dem Berger Feld auch irgendwann alle Schulden abgebaut haben und Herr über die eigene arena sein. Das Management muss das große Kunststück vollbringen, das dabei erwirtschaftete Kapital vernünftig zu reinvestieren. Dass das mitunter der schwierigste Teil des Fussballgeschäfts ist, hat auch Schalke zur Genüge bewiesen. Die schlimmsten Fehler begehen Fussballfirmen in der Regel, wenn ihnen enormes Kapital zur Verfügung steht. Der S04 kann von Glück reden, dass es Heldt nicht gelungen ist, Khedira und Shaqiri zu verpflichten. Die Summen, die da für Transfers und Gehalt genannt worden, wären unvernünftig gewesen.

BMG bald mit der sechsten Meisterschaft?

Vernunft wird dagegen beim Fünften vom Niederrhein großgeschrieben. Borussia startet erstmals seit 1978 im Cup der „Meister“, auch wenn sie keiner geworden sind. Aber dass sie das mal wieder werden, schien noch 2011 völlig utopisch, aber so ganz ausgeschlossen ist der 6.te Titel nicht. Ich wage die Prognose, dass die Fohlen den bis zur WM 2022 holen. Voraussetzung: Es muss eine vernünftige Nachfolgeregelung für Trainer Lucien Favre gefunden werden. Der ulkige Schweizer ist zwar noch voll im Einsatz, aber nach fünf erfolgreichen Jahren bei der Borussia, wird so langsam die Götterdämmerung einsetzen. Dafür bleibt Sportmanager Max Eberl hoffentlich noch lange im Amt. Er leistet kontinuierlich hervorragende Arbeit. Für einen Verein von der Größe Borussias ist es trauriger Alltag, dass jedes Jahr Spieler an noch finanzkräftigere Klubs abgegeben werden müssen. Diesen Sommer verabschiedeten sie die Nationalspieler Max Kruse und Christoph Kramer Richtung Werksclubs. Mit Lars Stindl und Josep Drmic wurden gute Alternativen gefunden. Auch Borussias Nachwuchsarbeit ist stark, was man an der Entwicklung der II.ten Mannschaft ablesen kann.

Die Wohlfühl-Oase vom Rhein

Gefolgt werden die Gladbacher von Werksverein, Bayer 04 Leverkusen. Fast schon tragisch - da kämpft sich Bayer 04 aufrecht in die Champions League und scheitert dann in der Qualifikation gegen Lazio Rom. Ach nee, die Spiele waren ja noch gar nicht. Aber mal ehrlich, wer zweifelt schon ernsthaft daran, dass Leverkusen gegen clevere Italiener das Nachsehen haben wird? Dem Klub hat schon immer in den entscheidenden Momenten der Killer Instinkt gefehlt hat. Man denke nur an das Slapstick-Elfmeterschießen gegen Atletico Madrid im Frühjahr. Zugegeben, das Team hat unter Roger Schmidt phasenweise hochattraktiven Angriffsfussball zelebriert, aber traditionell schwinkt nach einer starken Spielzeit bei Bayer 04 das Pendel zurück in den Ruhezustand. Die Spieler bevorzugen auf Dauer dann doch die Komfortzone, in der das Dasein als Sportler nicht ganz so anstrengend ist und man gut gepampert wird. Leverkusen als Wohlfühl-Oase. So ist es und so wird es immer bleiben. Natürlich hat man mit Charles Aranguiz, Kramer und Mehmedi Top-Verstärkungen hinzugewonnen. Aber damit dürften auch nur die Abgänge von Rolfes, Reinartz und dem ewigen Castro in etwa 1:1 kompensiert werden. Vermutlich wird es dieses Mal nicht für eine erneute CL-Quali reichen. Platz 5 ist für die Farbenstädter das Höchste der Gefühle.

Leistungskrater spaltet die Liga

Nach den großen Sechs der Liga tut sich ein kraterartiges Leistungsloch auf. Darauf kann die Tabelle aber keine Rücksicht nehmen. Irgendjemand muss schließlich Siebter werden. Diese Platzierung kann ja nicht frei bleiben. Und zur Überraschung vieler, aber wahrscheinlich nicht aller, wird die Eintracht aus Frankfurt Platz 7 schnappen. Das Experiment Schaaf ist gleichermaßen gescheitert, wie beendet und man setzt auf Altbewährtes. Was nicht immer gut ist, in diesem Fall aber schon. Armin Veh is back. Der Menschenfänger hat bereits jetzt – so scheint es - seine positiven Schwingungen auf die Truppe übertragen, die mit Haris Seferovic und Luc Castaignos über viel versprechende Angriffskräfte verfügt. Und wenn erst mal der Kultstar und amtierende Torschützenkönig, Alexander Meier nach seiner Patellasehnen-Verletzung zurückkehrt, muss mit den Hessen zu rechnen sein. Bekanntlich versprechen grade deren Heimspiele immer viel Spektakel und im Sinne des Fussballs sollte sich das für den Klub belohnend im Tabellenbild niederschlagen.

Black-Box im Schwabenland

Und schon steht der nächste Überraschungsgast vor der Tür, der VfB Stuttgart. Der VFB von 14. auf 8.? Jetzt schlägt’s aber 13! Ich kann Euer Unverständnis förmlich spüren, aber vertraut mir, der VFB hat sich enorm verstärkt und zwar – ähnlich wie Schalke und Frankfurt - auf der Trainerposition. Alexander Zorniger passt perfekt zum schwäbischen Vorzeigeverein und wird für konstante Leistungen sorgen. Die Neuverpflichtungen sind eine komplette Black-Box – unter Arianit Ferati, Emiliano Insua, Jan Kliment, Rastko Suljagic und Przemyslaw Tyton kann man sich nicht wirklich was vorstellen, die klingen eher nach Fremdenlegion, aber vielleicht ist ja doch der große Volltreffer dabei. Hoffnungsträger sind da vielmehr die beiden Daniels Didavi und Ginczek. Vor allem letztgenannter ist ein Riese und für mich der kommende Nationalspieler, da er vorzüglich den Typ Stoßstürmer verkörpert, der in Deutschland vom Aussterben bedroht ist. Der gebürtige Sauerländer wird den VFB auf einen einstelligen Tabellenplatz bomben.

Weniger Karneval = mehr Tore?

Gebombt hat der Neunte, der 1. FC Köln, in der abgelaufenen Saison lediglich 34 Mal. Das soll sich ändern. 1992/93 war das Jahr, in dem für den FC der schleichende Niedergang vom stolzen Bundesliga-Flagschiff zur Fahrstuhlmannschaft begann. In den 29 Saisons seit Gründung der Eliteklasse, landeten die Kölner 26x (!) in den Top10, konnten zudem 9x das DFB-Pokalfinale erreichen. Aber, ein einstelliger Tabellenplatz gelang letztmals 1991/92 (4.). Seitdem war Platz 10 (2000/01) die Premiumplatzierung. Ansonsten lautete das Programm am Dom entweder Kellerkind oder Zweite Liga. Das Pokalfinale konnte nicht mal mit dem Fernglas beobachtet werden. Was für ein gewaltiger Einschnitt in der Vereinshistorie. Wie es wohl dazu kam? An den Abgängen von „Schorsch“ Dreßen, Anders Giske, Falko Götz und Sascha (!) Häßler (0 Spiele/0 Tore) im Sommer 1992 kann es ja wohl kaum gelegen haben. Ein Mysterium. Aber jetzt ist der FC an einem Punkt, an dem der Sprung zurück in die obere Hälfte wieder gelingen kann. Schon 2014/15 fehlten nur 3 Pünktchen auf Platz 9. Trainer Peter Stöger und Manager Jörg Schmadtke möchten den Klub gerne weiterentwickeln. Weg von den neun 0:0s, die zwecks Stabilisierung vom Umfeld billigend in Kauf genommen wurden. Ein weiteres Mal wird das nicht gelingen. Das wissen auch die Verantwortlichen. Daher schicken sie mit Anthony Modeste einen Riesen in den Ring, der für die erforderlichen Tore sorgen wird. Unklar, warum er in Hoffenheim keine Rolle mehr gespielt hat. Aber er kompensiert ja nur den Abgang von Ujah. Dennoch, der FC wird dank seiner Stabilität und einer verbesserten Offensive möglicherweise zum ersten Mal seit 1992 einen der ersten neun Plätze belegen.

Nicht-jugendfreier Bereich

Was dem gemeinen FC’ler fehlt, sind die kölschen Helden, die es, ob waschechter oder assimilierter Rheinländer eigentlich immer gegeben hat. Overath, Schumacher, Flohe, Littbarski, Häßler, Illgner, Polster. Ein Local Hero, mit dem sich die Fans identifizieren können, ist weit und breit nicht in Sicht. Allenfalls Jonas Hector. Aber der stille Linksverteidiger ist auch nicht unbedingt einer, der den Glamourfaktor in nicht-jugendfreie Bereiche hebt. Hinzu kommt, dass der FC, solange er nicht wieder eine Top-Adresse ist, auf Dauer keinen Deutschen Nationalspieler an sich binden kann. In diese Verlegenheit gerät der Zehnte aus Augsburg gar nicht erst, der Nationalspieler aus elf Ländern unter Vertrag hat, nur nicht aus Deutschland.

Augsburg mit Höhenkoller

Der FCA gehört sicher nicht zu meinen Lieblingsklubs. Dennoch muss man das, was da und dort geleistet wird, als phänomenal bezeichnen. Seit Jahren von renommierten Experten hartnäckig als Die-hard-Abstiegskandidat apostrophiert, weigern sie sich dieser Einschätzung auch nur ansatzweise gerecht zu werden und klettern immer wieder in (für sie) schwindelerregendere Höhen. Nach zuletzt Platz 5 wird die Luft nun aber arg dünn für die bayrischen Schwaben. Im Kader steht mit Raol Bobadilla grade mal ein Spieler, den ich mir für meinen Leib- und Magenzweitligisten wünschen würde, wenn ich die freie und unbegrenzte Auswahl hätte. Ein wenig verkommt man zur Resterampe. Nachdem man sich im Sommer Piotr Trochowski hat aufschwatzen lassen, ist nun sogar die Ex-Zaubermaus, Marko Marin, ein Thema. Den will ja ansonst niemand mehr haben. Nun ja. Zudem ist der FC Augsburg nicht nur die Altherrentruppe der Liga sondern muss auch seine erste EC-Teilnahme verkraften, die – wenn sie denn nicht nach wenigen Auftritten bereits beendet ist, schon viele andere Bundesligisten zuvor in Kalamitäten gebracht hat. Klassischerweise war früher mindestens ein deutscher UEFA-Cup-Teilnehmer in der Folgesaison in den Abstiegskampf verstrickt.

Der nächste Schritt

Es spricht also fast alles gegen den FCA, bis auf eines: Markus Weinzierl. Ich halte ihn für ein Trainergenie. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der Erfolg der Fuggerstädter ist in erster Linie dem Trainer zuzuschreiben. Er führte den Klub nach dem Beinahabstieg 2013 unaufhörlich nach oben. Das Phänomen Augsburg hätte es ohne den 40-Jährigen gebürtigen Straubinger nie gegeben. Doch jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Ära Weinzierl wird sich ihrem Ende entgegen neigen. Längst sind die großen Klubs auf den Ex-Münchner aufmerksam geworden und werden ihn mit aller Vehemenz abzuwerben versuchen. Das sind die Gesetze des Marktes. Früher oder später wird er bei einem großen Verein landen. Das wird im Profijargon bekanntlich als „den nächsten Schritt machen“ verklausuliert.

Hoffe als zukünftiger Zweitligist

Den will der Elfte schon seit Jahren machen, doch von der ersten Teilnahme am Europapokal ist die TSG Hoffenheim soweit entfernt, wie noch nie seit dem Aufstieg 2008, sieht man mal von dem Ausreißer nach unten ab, als man 2012/13 in die Relegation musste. Aufgrund hochkarätiger Abgänge und einer wilden Einkaufstour mit 13 Neuen sind die Gisdol-Mannen für mich eigentlich ein Abstiegskandidat, zumal sie immer eine schwache Rückrunde aufweisen, woran man merkt, dass vielen Spielern der Erfolg des Teams weniger wichtiger ist als die eigene Bequemlichkeit und work-life-Balance. Hoffenheim wäre ein ernstzunehmender Kandidat für Liga 2 wenn da nur nicht Kevin Volland wäre. Ein Instinkt- und Powerfussballer, der zukünftig zentraler stürmen soll, womit er aber dem prominenten Neuzugang, Kevin Kuranyi, in die Quere kommen könnte. Der von Dynamo Moskau zurückgekehrte Ex-Nationalspieler hat immer eine zweistellige Trefferquote garantiert. Abwarten, ob ihm das nach fünf Jahren Bundesliga-Pause und im Alter von 33 wieder gelingt. Volland wird aber sicher 10 Mal plus x treffen. Aufgrund des Sturmduos und einiger Talente wird die TSG noch nicht absteigen. Aber auch sieben Jahre nach dem Aufstieg bleibt unterm Strich nur die Erkenntnis, dass das badische „Produkt“ mehr als verzichtbar ist.

Metropolen im Abstiegsstrudel

Ein unverzichtbarer Bestandteil der Bundesliga ist für mich der Zwölfte, Hertha BSC Berlin. Die Hertha ist ein wenig das Sorgenkind nicht nur der Berliner sondern der ganzen Liga. Man wünscht dem Hauptstadtklub ja schon, dass er ein wenig an die Goldenen Zeiten von Erich „Ete“ Beer („70er“) oder zumindest von Ali Dai und Sebastian Deisler anknüpft. Das war irgendwann um die Jahrtausendwende als man sogar Champions League spielte und dabei den aufgerüsteten FC Chelsea zerlegte. Vorbei, aber nicht vergessen. Die Hoffnungsträger der Gegenwart heißen Mitchell-Elijah Weiser (wurde vom Bayrischen Hof verjagt) und Vladimir Darida (Freiburg). Beides gute Jungs und vielleicht helfen sie Trainer Pal Dardai dabei seine Vorstellung Hertha moderner und offensiver spielen lassen, umzusetzen. Wenn dazu noch Salomon Kalou häufiger trifft, dann könnte ganz eventuell der Abstiegskampf vermieden werden. Bei entsprechender negativer Dynamik könnte aber auch das Ticket für Liga 2 gezogen werden. Vergleichbares gilt für den Dreizehnten, den SV Werder Bremen. Oh weia, Werder! Wenn ich den Kader der Norddeutschen betrachte, beschleicht mich ein mulmiges Gefühl. An der Weser sollte man sich große Sorgen machen, dass man dieses Jahr nicht der eine Traditionsverein ist, der regelmäßig unversehens in den Abstiegsstrudel gerät. Seeler-Enkel Öztunali und andere Talente hin oder her. Victor Skripnik, hat die Hanseaten nach seiner Amtsübernahme hervorragend in Schwung gebracht. Aber wenn dieser Effekt des Trainerwechsels bald verpufft sein sollte, dann droht Ungemach. Das Gleiche gilt für den ungeliebten Rivalen aus der „Nachbarstadt“. Bruno Labbadia hat den Dino zwar zum Super-Last-Minute-Klassenerhalt verholfen, aber der Hesse scheint auf dem unrühmlichen Wege zum Feuerwehrmann zu sein. Mit seiner Power kann er Truppen mitreißen, aber ob er in der Lage ist eine konstante Stabilisierung herbeizuführen, kann nur im Laufe der Saison beantwortet werden. Auch wenn sich der HSV nach guter Vorbereitung und ansprechender Transferpolitik schon auf einem guten Weg wähnte, so war das Erstrundenaus beim Jenaer Viertligisten Carl Zeiss doch ein herber und schmerzhafter Rückschlag. Auch muss noch befürchtet werden, dass man zum Auftakt beim FC Bayern gehörig unter die Räder geraten wird. Die Ergebnisse der jüngeren Vergangenheit (u.a. 0:8, 2:9) sind wenig erbaulich. Sven Schipplock und Michael Gregoritsch sind gute Verpflichtungen. Eventuell kommen Lewis Holtby und Nicolai Müller ja auch endlich in Hamburg an. Auch das aussortieren teurer Spieler wie Janssen, Vaart, Behrami und Westermann war geboten. Dennoch wird sich der HSV arg schwer tun und kräftig strecken müssen um den Klassenerhalt direkt zu schaffen. Man darf nicht übersehen, dass die Rothosen deutlich mehr Punkte geholt haben als bei der kläglichen Ausbeute in der Vorsaison. Wenn diese Tendenz anhält, haben die Norddeutschen gar nichts mit dem Abstieg zu tun.

Wem die Stunde schlägt

Im Gegensatz zum Fünfzehnten, dem FSV Mainz 05. Rekordverdächtige Transfererlöse, Sensationelle Sponsorenverträge - Die neureichen Mainzer sind gute Kaufleute und schwimmen ordentlich im Geld. Und was machen die Narren damit? Sie kaufen Leon Balogun und Maximilian Beister. Beide sind vor geraumer Zeit beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf gescheitert. Klar, man hofft, dass auch weiterhin andernorts aussortierte Akteure im Mainzer Klima aufblühen. Aber irgendwann wird diese Glückssträhne reißen. Dann geht’s für längere Zeit zurück ins Unterhaus. Die Nummer wie Trainer Martin Schmidt den kernigen Schweizer Naturburschen gibt, ist obendrein ziemlich bemüht und ausgelutscht. Das nervt. Ich rechne damit, dass der FSV dort landen wird, wo ihn kaum einer erwartet, am wenigsten sie selbst: im dunklen Keller bei den Schmuddelkindern der Liga. Eventuell sogar unterm Strich. Es wäre keine Sensation dort den SV Darmstadt 98 anzutreffen, z.B. als Tabellensechzehnten. Eigentlich starten die Rheinhessen als designierter Absteiger in ihre dritte Bundesligasaison (zuvor bereits 1978/79 und 1981/82 als Eintagsfliege aktiv), wenn da nicht Trainer Dirk Schuster und der überragende Teamgeist wären. Trotz schmerzhafter Abgänge aus der Stammelf, Verpflichtungen auf den letzten Drücker, nur 10 Kickern beim Trainingsauftakt. Und ohne wirklich erstligatauglichen Stürmer. Egal. Im Pokal legten die Lilien schon eine eiskalte Effizienz an den Tag. Das sah vielversprechend aus und hat beeindruckt. Mal schauen wie nachhaltig das Ganze ist. Eine BuLi-Rückkehr nach 33 Jahren hat es ohnehin noch nie gegeben. Das kann auf absehbare Zeit nur noch von Borussia Neunkirchen, Kickers Offenbach, Preußen Münster, Tasmania / Tennis Borussia Berlin und den Rot-Weißen aus Essen und Oberhausen getoppt werden. Dieser spezielle Böllenfallcharme, dazu der Doppelaufstieg nach dem Klassenerhalt am grünen Tisch. Ein fantastisches Märchen. Das Wunder vom Bölle kann gerne in die nächste Runde gehen. Aber der größte Außenseiter aller Zeiten ist man damit noch lange nicht, auch wenn man selbst gerne mit dieser Rolle kokettiert. Da kann man sich beliebig zwischen Ulm, Paderborn, Fürth, Unterhaching, Cottbus, Wattenscheid, Stuttgarter Kickers oder dem VFB Leipzig einreihen. Einige davon haben mitunter sogar mehrfach den Klassenerhalt geschafft. Darmstadt ist zwar Außenseiter aber beileibe nicht chancenlos. Aber es muss schon alles passen und das eigene Gehäuse muss verriegelt werden wie Fort Knox, denn die Lilien werden nicht viele Tore zustande bringen. Wenn das gelingt, reicht es um einen arrivierten Bundesligisten auf Rang 17 zu verweisen, Hannover 96. Die Niedersachsen sind ein todsicherer Kandidat für die hinteren Regionen. An der Leine träumen sie seit Jahren von europäischen Nächten und Präsident Martin Kind kann 2017 kaum erwarten, wenn für ihn die Ausnahmeregelung von 50plus1 in Kraft tritt und er sich die Klubanteile einverleiben kann. Dabei wird vergessen eine vernünftige Mannschaft zu formen. Stattdessen würfelt man wieder einen bunten Legionärshaufen zusammen. Sowas kann nicht funktionieren. Da kommt es nicht überraschend, dass Sportmanager Dirk Dufner gehen muss. Aber erst gegen Ende der Transferperiode! Seltsam. Hannover wird erst aus Schaden klug werden, wenn sie in Liga 2 gelandet sind. Ob das jetzt endlich gelingt, wird auch davon abhängen, wie sich die beiden Aufsteiger präsentieren. Michael Frontzeck ist als Trainer nicht überzeugend. Schon jetzt ist er bei den Buchmachern der Top-Kandidat für die erste Entlassung. Mit Lars Stindl hat der beste Mann das sinkende Schiff verlassen. Dieses Jahr könnte es wirklich eng werden für die Niedersachsen. Aussichtslos in das Unterfangen Klassenerhalt dagegen für Zweitligameister FC Ingolstadt. Da wird es nicht mal annähernd eng werden. Der 54.te Bundesligist der Geschichte will zwar laut Trainer Ralph Hasenhüttl „eine Bereicherung für die Liga sein.“ Das dürfte aber einem Ding der Unmöglichkeit gleichkommen. Ich räume dem Aufsteiger aus Bayern keine Chance auf den Klassenerhalt ein. No way. Obwohl der Österreicher ein prima Trainer ist und den FCI erst vor zwei Jahren vor dem scheinbar sicheren Abstieg in die 3. Liga bewahrt hat, wird auch er keine Wunderdinge vollbringen können. Sympathisch ist der Versuch der Schanzer die Klasse mit nahezu unverändertem Aufstiegskader zu halten. Auf dem Transfermarkt hat man sich – wider Erwarten – deutlich zurückgehalten, obwohl man einen Weltkonzern als Sponsor (und Eigentümer!) im Rücken hat. Ob dies auch in der Winterpause Bestand haben wird, wenn man - vielleicht schon abgeschlagen - hinterher hechelt, wage ich zu bezweifeln. Spätestens dann wird AUDI versuchen sein Betriebsteam mit aller Macht in der Bundesliga zu halten.

Turbo-Kommerzialisierung oder It’s all about the money

Die Schnelllebigkeit des Fußball-Geschäfts hat längst beängstigende Züge angekommen. Selbst heute, am Tag des Auftaktspiels, hängen noch einige spektakuläre Transfers in der Schwebe. Der gigantische TV-Vertrag der Premier League macht es möglich, dass nicht nur die einheimischen Top-Stars den multimillionenschweren Verlockungen der englischen Vorzeigeklubs erliegen. Sondern auch die eher unscheinbaren Vereine von der Insel grasen den deutschen Markt brachial ab und lotsen beinah täglich Hünemeiers, Hennings und Shaqiris über den Kanal. Und dabei fließt die große Kohle aus dem britischen Fernsehfüllhorn sogar erst ab 2016. Diese Entwicklung birgt aber auch Chancen für die Nachwuchsförderung und finanzielle Konsolidierung einiger deutscher Vereine. Diese gilt es zu nutzen und nicht die „Kohle“ für überteuerte Pseudostars wieder zu verpulvern. Da sich die Schere zu den Engländern nie schließen lassen wird, muss man sich auf seine eigenen Stärken konzentrieren, statt hinterher zu hecheln und sich zu verzetteln. Was nicht passieren darf, ist das die heimischen Fans und deren Interessen vergessen werden, weil im Augenblick der potentielle Sympathisant in Fernost sexyier erscheint. Die Bayern und andere dürfen ja gerne in ihrer Freizeit die Auslandsvermarktung maximieren, aber schon die Austragung des Super-Cups in einem Drittland wäre in meinen Augen das falsche Signal. Von einer weiteren Zerstückelung des Spieltags ganz zu schweigen. Sportlich gesehen erwarte ich ein Jahr der Sensationen, bis hin zu Erdbeben, die die ganze festgefahrene Landschaft aufrütteln. Beim Stern des Südens könnte es dabei zu den ärgsten Verwerfungen kommen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass Pep Guardiola bei einem vorzeitigen CL-Aus noch im Laufe der Saison entlassen werden wird. Seine Vertragsverlängerung ist für mich ausgeschlossen. Böse Überraschungen könnten zudem Hoffenheim, Bremen, Mainz, Augsburg, Hannover, aber auch Leverkusen erleben. Dagegen räume ich der Eintracht, den (einst?) wankelmütigen Kölnern, dem VFB, aber eventuell auch der Hertha ein, sich an sich selbst zu berauschen. Zumindest phasenweise. Natürlich immer gemessen an den eigenen Erwartungen.

Verdrängungswettbewerb Bundesliga

Mit dem FC Ingolstadt „bereichert“ wieder ein Retortenklub die Klasse, der auf einer Goldader hockt. Und mit den Hemmungslosen aus Leipzig wartet der nächste Ungeliebte vor der Tür. Auch wenn es bei der DFL keiner zugeben will, aber das sind nicht die Paarungen, von denen SKY und noch viel weniger die Fussballfans im Lande träumen mögen. Da wird es schwierig für DFL-Geschäftsführer, Christian Seifert, Sky für den neuen Fernsehvertrag (ab 2017) Milliarden aus dem Kreuz zu leiern. Seifert fällt es generell immer schwerer das „Produkt“ zu vermarkten. Natürlich wird die Bundesliga immer professioneller audio-visuell und multimedial aufbereitet und vermarktet, aber im Endeffekt, kann Spannung nur existieren, wenn sie auf‘m Platz entsteht und sich in der Tabelle niederschlägt. Und klar, die Fieberkurve der Kölner, Frankfurter, Hamburger und Hertha-Fans schlägt schneller und heftiger aus als die von Konzernklubs. Und das macht die Liga lebendig und sorgt für faszinierende Bilder von bunten Fanchoreographien. Ingolstadt-Leipzig will doch keiner sehen. Die Einzelabrufe bei Sky werden bei solchen Spielen unter null fallen. Die Vereinsoberen Watzke (BVB) und Beiersdorfer (HSV) kriegen schon erste Panikattacken. Sie fordern mehr Geld für Traditionsvereine, weil das doch diejenigen sind, die die Fans sehen wollen. Was für ein Mehrteil der Fans sicherlich zutreffen mag. Heribert Bruchhagen (Frankfurt) und Christian Heidel (Mainz) fordern sogar zum wiederholten Male eine BL-Aufstockung auf 20 Klubs, weil man dem TV-Partner schon etwas anbieten muss. Warum eigentlich nicht? Mir ist eine größere Liga viel lieber als verrückte Anstoßzeiten und Salami-Spieltage. Wie auch immer, die Entwicklung bleibt spannend und der Verdrängungswettbewerb um die Bundesligaplätze und –moneten wird in den kommenden Jahren an Schärfe zunehmen. Fraglich, ob dann für Ex-Meister wie Kaiserslautern, Braunschweig, 1860 München, Fortuna Düsseldorf oder Nürnberg überhaupt noch Platz auf dem Karussell sein wird – vorausgesetzt sie können sich solange über Wasser halten.

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Tag(s) : #Fußball pur!
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