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Mission accomplished...

...mag man anmerken, wenn man das Positive am gestrigen deutschen 1:0-Auftakterfolg über destruktiv ausgerichtete Portugiesen herausstreichen möchte. Das "Wie und Warum" sollte dabei hinter der Freude über die mühsam erzielten ersten drei Punkte und den frischen Rückenwind, den man mitnimmt, zurückstehen. Aber durch die Art, wie unsere Deutsche Elf seit 2006 und besonders in den vergangenen zwei Jahren Fußball phasenweise sogar zelebriert hat, macht sich schon etwas Enttäuschung, aber auch Verwunderung breit.

Berlin im Rausch

Die 400.000 Menschen auf der Fanmeile am Brandenburger Tor haben es vermutlich gar nicht bemerkt, zu sehr haben sie sich an sich selbst und diversen Kaltgetränken berauscht, aber der Fußballfan in mir, der auch schon in Zeiten vor der Eventisierung da war, weiß, dass solche zähen Spiele früher grade bei großen Turnieren normal waren, aber seit 2006 eben eher die Ausnahme darstellten. Man darf gespannt sein, ob es einer gewissen Nervosität geschuldet war oder ob sich hier die durchwachsene Vorbereitung bermerkbar gemacht hat.

Stefan Reuter reloaded

Man wundert sich, denn über weite Strecken bot das Team antiquierten Angsthasenfußball, bei dem der Ball häufiger zurückgepasst wurde, als es Stefan Reuter in seine gesamten Nationalmannschaftskarriere vollbracht hatte, und das will schon was heißen. Nichts zu sehen von Tempo, Witz und Esprit. Özil & Co. spielten ohne Verve. Glücklicherweise hatte sich Joachim Löw doch noch dazu entschlossen, die Vernunft siegen zu lassen und die beste nur denkbare Formation nominiert. Mit Hummels, Boateng und Gomez! Und auf unterschiedlichste Weise gelangen damit drei Volltreffer, denn der BVB-Verteidiger avancierte zum besten Zweikämpfer auf dem Platz, Gomez machte nicht viel, aber immerhin zwei Tore, wobei das erste aufgrund einer krassen Fehlentscheidung des Schiris (Falsche Auslegung der Vorteilsregel) keine Anerkennung fand. Sein siegbringender Kopfball, angesetzt in der Rückwärtsbewegung, gegen die Laufrichtung des Torhüters platziert, war absolute Weltklasse. Wer solche Treffer in der Crunch-Time von EM-Spielen erzielt, bei dem verbietet sich auch jede Diskussion über Stolpereien und sonstige technische Unzulänglichkeiten.

Boateng - Der Retter in der Not

Und Boateng konnte nicht nur Christiano Ronaldo weitestgehend neutralisieren sondern auch einige Offensivakzente setzen. Eine bemerkenswerte Leistung des umstrittenen, gebürtigen Berliners, der dazu noch in höchster Not mit der  Kamikazegrätsche des Jahrhunderts gegen den einschußbereiten Weltstar aus Portugal rettete. Bedenklich dagegen war die schwache Performance des Kapitänsduos. Philip Lahm und Bastian Schweinsteiger, gestählt in beinah 200 internationalen Schlachten, warteten mit vielen Unzulänglichkeiten auf. Es wird ganz wichtig sein, diese absoluten Leistungsträger zu stabilisieren, damit der deutsche EM-Express Fahrt aufnehmen kann.

Die Metamorphose von CR7

Respekt möchte ich auch ausdrücklich dem von mir oft geächteten Christiano Ronaldo zeugen, der zum Auftakt auf jegliche Showeffekte verzichtete, sich als Teamplayer präsentierte und fast schon Sympathiepunkte bei mir sammeln konnte, vor allen Dingen dadurch, dass er in der Schlußphase öfter zögerte und den Ball und die Verantwortung auf vermeintlich besser postierte Mitspieler abschob. So konnte es im Endeffekt natürlich nichts werden mit der groß angekündigten "Rache" an Kanzlerin Merkel und den angeblich von Deutschland auferzwungenen (zu?) harten Sparmaßnahmen für das portugiesische Volk.

Holland mit dem Rücken zur Wand

Nun also Holland in Kharkiv. Für die Oranjes ein erstes Endspiel, denn nach ihrer keineswegs überraschenden Niederlage gegen Dänemark, sollten sie gegen die DFB-Elf unbedingt gewinnen um nicht vorzeitig die Heimreise antreten zu müssen. So stark auch die Offensive unserer westlichen Nachbarn sein mag, so durchschnittlich sind sie in der Abwehr besetzt. Und die Dänen haben bereits eine starke Qualifikation gespielt und sind nur sehr schwer zu bezwingen. Von daher war es klar, dass die Zeit gegen die Niederlande spielen würde, nachdem es ihnen nicht gelang, durch eine ihrer vielen hervorragenden Chancen in Führung zu gehen. Der Spieltag verspricht also Hochspannung und - das sollten alle wissen - selbst bei einem erneuten Sieg ist die Deutsche Mannschaft dadurch noch nicht zwangsläufig fürs Viertelfinale qualifiziert.

Das Duell der letzten beiden Weltmeister

Spannend wird es auch in Gruppe C. Spanien gegen Italien heißt das immerjunge Duell zweier Fußballmächte. Wer diesem Klassiker nicht entgegenfiebert, der hat irgendwas in seinem Leben falsch gemacht. Für den gibt es kein Zurück mehr. Nach der verkorksten WM 2010 haben die Azzurri ihr Team deutlich verjüngt und konnten bereits in einem Testspiel Löws Mannen (1:1) von ihrer wieder gewonnenen Spielkultur und Frische überzeugen. Sollte es ihnen gelingen heute eine Niederlage zu vermeiden, dürften sich die beiden klangvollsten Namen in dieser Gruppe durchsetzen und Kroaten und Iren nur die Rolle von Sparring Partnern bleiben.

 

Deshalb meine TIpps für den 10.06.2012:

 

Spanien - Italien 1:1

Irland - Kroatien 0:0

 

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Tag(s) : #Dirki bloggt die WM-EM
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